Schießerei in Unterföhring – US-Medien berichten über den Täter

Die Lokalausgabe „Denver7“ des US-amerikanischen Senders ABC hat die Identität des Schützen von Unterföhring preisgegeben. Wie der Sender berichtet, haben Familienangehörige, die in den USA leben, Alexander B. erkannt. Ihnen zufolge stamme der 37-Jährige aus Fort Collins im US-Bundesstaat Colorado.

 

Wie der Lokalsender „Denver7“ berichtet, haben der Vater und der Bruder bestätigt, dass es sich bei dem 37-jährigen Alexander B. um ein Familienmitglied handelt. Der Vater teilte dem Sender mit, dass er derzeit jedoch keinen Kontakt zu seinem Sohn habe und nur wisse, dass er von der deutschen Polizei verhaftet wurde.

 

Auch die Polizei München bestätigte gegenüber münchen.tv, dass Alexander B. in Oberbayern geboren wurde und in den USA gelebt hat. Den Familienmitgliedern zufolge hat er bei seinem Vater in Fort Collins (Colorado/USA) gelebt. Die Bayerischen Ermittlungsbehörden sind derzeit dabei, den Vater sowie die amerikanischen Behörden zu befragen.

 

Der Schütze von Unterföhring, © facebook

 

Alexander B. war in den USA und Bayern polizeibekannt

Am Tag der Schießerei habe sich Alexander B. gerade auf einer Europa-Reise befunden. Tags zuvor sei er aus Athen gekommen, wo seine Mutter – eine gebürtige Griechin – lebt. Die Nacht von Montag auf Dienstag verbrachte er am Münchner Flughafen. Am Dienstagvormittag fuhr er mit der Flughafenlinie S8 in Richtung Innenstadt, ehe es am S-Bahnhof Unterföhring zur Schießerei kam.

 

Bereits in den USA sei Alexander B. polizeibekannt gewesen und mit verschiedenen Delikten ins Visier der Justiz geraten. Dies bestätigte am Mittwoch auch der Präsident der Münchner Polizei, Hubertus Andrä. Einzelheiten hierzu wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht preisgegeben.

 

Auch in Bayern ist der 37-Jährige schon einmal den Behörden ins Netz gegangen: 2014 wurde er mit Cannabis erwischt. Die Ermittler gingen aufgrund der kleinen Menge jedoch von Eigenbedarf aus und stellten das Verfahren ein.

 

Unterbringung in psychatrischer Einrichtung

Zudem soll es Hinweise auf psychisch auffälliges Verhalten Alexander B.’s geben. Augenzeugen, die ebenfalls in der S8 fuhren, berichten von Selbstgesprächen, die er auf englisch führte.

 

Nachdem Alexander B. am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt wurde, hat dieser einen Unterbringungsbefehl in eine Psychiatrie erlassen. Seither sitzt der 37-Jährige in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung des Isar-Amper-Klinikums.

 

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt. Nun muss geklärt werden, ob Alexander B. aufgrund seines Zustandes als schuldfähig eingestuft werden kann.

 

Der 37-Jährige hatte am Dienstagvormittag bei einer Polizeikontrolle einem Polizisten die Pistole entrissen und dessen Kollegin in den Kopf geschossen. Der Zustand der 26-jährigen Polizistin ist nach wie vor „lebensbedrohlich und sehr kritisch“, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit.

 

Der Beschuldigte selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht geäußert.

 

kp