Polizisten auf einem Oktoberfestrundgang, © Polizei München

Schlägerei und Drohnen-Drama: Der Polizeibericht zum Wochenende

Das sogenannte „Italiener-Wochenende“ neigt sich dem Ende zu. Neben sagenhaftem Kaiserwetter, war auch die Stimmung auf dem Festgelände gewohnt ausgelassen – für manch einen etwas zu ausgelassen. Denn die Sonne verleitet nicht nur zum entspannten flanieren, besonders die jungen Wiesn-Besucher schlagen bei gutem Wetter, gerne mal über ihre alkoholischen Stränge. Das ist der Polizeibericht zum zweiten Wiesn-Wochenende 2016.

 

In den Abendstunden des Freitags, dem 23.09.2016,  kam es zu mehreren Übergriffen von jungen Wiesn-Besuchern. Bereits am späten Nachmittag, schlug ein 23-jähriger Australier im Bereich der Fahrgeschäfte plötzlich unvermittelt auf einen 22-jährigen Amerikaner ein. Auch nach Eintreffen der Polizisten war der junge Mann aggressiv und ließ sich nicht beruhigen. Da er weiterhin anfing herumzuspucken, musste ihm eine Spuckschutzhaube übergezogen werden. Der australische Fest-Besucher wurde in eine Zelle der Wiesn-Wache gebracht, wo er sich erbrach und auf den Boden urinierte,weshalb eine Zellenreinigung erforderlich war. Beim weiteren Transport in die Haftanstalt besudelte er ebenfalls in den Transportwagen, weshalb auch dieser gereinigt werden musste. Es erging ein Haftbefehl.

 

Gegen 20.30 Uhr, kam es in einem Festzelt zwischen einem 17-Jährigen und einer 25-Jährigen im Vorbeigehen zum Streit. In diesem Verlauf beschütteten sich die beiden gegenseitig mit Bier. Der 17-Jährige warf seinen Bierkrug in Richtung der 25-Jährigen, woraufhin dieser zerbrach. Sowohl der 17-Jährige als auch die 25-Jährige erlitten hierdurch Schnittverletzungen. Der 17-Jährige verließ daraufhin sofort das Zelt und begab sich aufgrund seiner Verletzungen selbstständig zum Rettungsdienst, wo er von Polizeibeamten festgenommen werden konnte.

 

Kurz vor Ausschankschluss wurde ein Ordner Opfer einer Bierbank. Als er einen Streit zwischen einem  23-jähriger und dessen Nachbartisch versucht hatte zu beruhigen, nahm der junge Wiesn-Gast kurzer Hand die Bierbank und warf sie in Richtung des Ordners. Dieser wurde am Kopf getroffen, konnte aber nach Erstversorgung durch den Rettungsdienst vernommen werden. Auch der 23-jährige Münchner hatte Verletzungen im Bereich des Kopfes, wofür die Ursache bislang jedoch ungeklärt ist, da er in ein Krankenhaus kam und noch nicht befragt werden konnte.

 

Etwa zur selben Zeit kam es zu einer Reihe von Übergriffen eines 19-jährigen Münchner Dreiergespans. Am Eingangsbereich eines Zeltes pöbelten sie wahllos andere Wiesn-Besucher an und zeigten sich aggressiv. Als ein 21-jähriger Besucher an den Personen vorbeigehen wollte, schlug einer der 19-Jährigen unvermittelt mit seiner Faust in das Gesicht des 21-Jährigen, worauf dieser zu Boden ging. Der Faustschläger trat mehrfach auf den am Boden liegenden ein, während die anderen zwei weiter Wiesn-Besucher des Zeltes wegschubsten. Alle drei Männer konnten glücklicherweise vor Ort vorläufig festgenommen werden.

 

Oktoberfest: Polizeibeamte im Einsatz auf der Wiesn, © Oktoberfest: Polizeibeamte im Einsatz auf der Wiesn

 

Langfinger bleiben auf dem Trockenen

Insgesamt neun Taschendieben konnte mithilfe von Taschendiebfahndern diese Wochenende das Handwerk gelegt werden. Abgesehen haben es die Langfinger auf Geldbörsen, Handys und diverse andere Wertgegenstände. Besonders bei betrunkenen Wiesn-Besuchern haben sie hierbei leichtes Spiel. So passierte es das beispielsweise am Samstag, 24.09.2016, gegen 22.30 Uhr, Taschendiebfahnder aus Berlin drei Männer beobachten konnten, wie sie in einem Festzelt versuchten aus Handtaschen bzw. Gesäßtaschen die Geldbörsen zu entwenden. Nur wenig später erfolgte die vorläufige Festnahme 19-, 25- und 27-Jährigen erfolgte die vorläufige Festnahme des Afghanen und der zwei Iraner. Bei der Durchsuchung konnte bei einem der Männer ein entwendetes Handy aufgefunden werden.

 

Drohnen-Drama über der Wiesn

Am Samstag,  gegen 22.30 Uhr, überraschte eine Drohne über dem Festgelände die dort stationieren Polizeibeamten. Bei einer Verfolgung durch die Beamten konnte ein 51-jähriger Deutscher als ihr Eigentümer festgemacht werden, welcher sich in einem dortigen Gebüsch versteckt hatte. Seine Drohne sowie die gefertigten Aufnahmen und das Steuergerät wurden als Beweismittel sichergestellt. Gegen den 51-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen die Luftverkehrsordnung.