Schlauchboot-Verbot auf der Isar? Hintergründe und Argumente pro und contra

Bei den derzeitigen Temperaturen schnappen sich immer mehr Menschen ihr Schlauchboot und lassen sich über die Isar treiben. Doch manche von ihnen begeben sich dabei in Gefahr oder verschmutzen die Umwelt. Der Ruf nach mehr Regeln, bis hin zu Verboten wird immer lauter...

Hintergrund

Der Sommer hat München fest im Griff. In der Hitze reicht es oft nicht mehr aus, sich mit einem gekühlten Getränk oder einem Eis zu erfrischen. Deshalb zieht es viele Menschen ans Wasser, genauer gesagt an die Isar. Und da einige von ihnen neben dem Baden auch noch ein Abenteuer erleben wollen, bringen sie ihr Schlauchboot mit und befahren die Isar. In einer Stunde begegnet man gut 200 Boten in den Strömen des Flusses. Es hagelt allerdings auch kritische Stimmen, die ein Schlauchboot-Verbot fordern. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hatte deshalb in einer Befragung rund 3000 Bürger um ihre Meinung gebeten und möchte aus den Erkenntnissen Regeln formulieren, die bis hin zu Verboten reichen könnten. Die Isar-Abenteurer halten dagegen. Ein Überblick über die Argumente der Gegner und Befürworter.

Was spricht für ein Verbot?
In der Isar lauern Stromschnellen, © Symbolbild

Die Isar macht zwar einen sehr idyllischen Eindruck, doch in diesem Fluss lauern durchaus Gefahren. Um sich von Stromschnellen, Treibholz und spitzen Steinen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, benötigt man viel Erfahrung. Leider fehlt diese den Schlauchboot-Kapitänen oftmals. Deshalb muss auch die Wasserwacht vermehrt ausrücken, um gekenterte Bootsfahrer zu retten. Einige Boote sind für die Fahrt auf Flüssen gar nicht zugelassen, weshalb es regelmäßig zu Unfällen kommt.

An der Isar lassen Leute oft ihre leeren Flaschen liegen., © Symbolbild

Ein weiteres Problem ist, dass auf den Booten mitunter lebhafte Partys mit lauter Musik und einer Menge Alkohol gefeiert werden. Neben der Lärmbelästigung gefährden die betrunkenen Steuermänner sowohl sich, als auch andere Boote. Leider hinterlassen sie auch regelmäßig ihren Müll auf dem Wasser. Glasscherben, Essensreste oder Verpackungsmaterial trüben nicht nur den Badespaß der Gäste am Ufer, sondern sind auch den Anwohnern ein Dorn im Auge.

Was spricht gegen ein Verbot?
Professionelle Schlauchboot-Fahrer auf der Isar., © Symbolbild

Die Isar ist gerade im Sommer eine sehr beliebte Bade- und Anlaufstelle. Ein generelles Verbot von Schlauchbooten würde die Menschen dort sehr einschränken. Es sind schließlich nicht nur Hobby-Kapitäne, die mit ihren ungeeigneten Schlauchbooten den Fluss unsicher machen. Auch professionelle Ruderer mit dementsprechend geeignetem Equipment werden vom Charme der Isar angelockt. Darüber hinaus wäre es falsch, allen Freizeit-Abenteurern zu unterstellen, dass sie sich maßlos überschätzen oder die falsche Ausrüstung benutzen würden.

Müll und Alkoholkonsum sind ein generelles Problem an der Isar, sowohl am Ufer, als auch auf dem Wasser. Doch der Großteil der Besucher verhält sich ordnungsgemäß und nimmt den Abfall wieder mit nach Hause oder entsorgt ihn in einem Mülleimer. Die meisten Leute in ihren Schlauchbooten sind durchaus fahrtüchtig. Man darf ihnen nicht durch die Verfehlungen einiger Einzelpersonen den ganzen Spaß verbieten.

Fazit

Ein generelles Verbot wäre ein zu resoluter Schritt, der der Stadt München eine echte Attraktion nehmen würde, denn immerhin wirbt diese auch auf diversen Webseiten damit. Doch natürlich muss man auch auf die gestiegene Zahl der Schlauchboote auf der Isar reagieren. Eine Schwimmwestenpflicht wäre beispielsweise ein erster Schritt, um die Wasserwacht etwas zu entlasten. Alkohol an Bord komplett zu verbieten, ist wahrscheinlich nicht wirklich kontrollierbar, aber dennoch sollte hier an die Vernunft der Menschen appelliert werden. Nicht zu vergessen die wichtige Regel: Wer Müll macht, nimmt diesen bitte wieder mit oder entsorgt ihn fachgerecht. Hier würden wahrscheinlich höhere Strafen helfen.

 

Wie bereits erwähnt, sollte man dem Spaß, dem so viele Menschen Tag für Tag nachgehen, wegen dem fehlerhaften Verhalten gewisser Einzelpersonen kein komplettes Ende setzen. Sonst müsste man schließlich auch das Oktoberfest abschaffen. Eine Einführung von bestimmten Verhaltensregeln sollte zunächst ausreichend sein.