© Symbolfoto: Geschleuste Flüchtlinge in einem Kleinbus

Schleuser: 61-jähriger Busunternehmer in U-Haft

Mehrmals ist der Polizei ein Busunternehmen ins Netz gegangen, das Flüchtlinge geschleust haben soll. Der Hauptverantwortliche wurde nun festgenommen. Für den illegalen Transport zahlten die Flüchtlinge bis zu 120 Euro.

 

Mit der Festnahme eines 61-jährigen polnischen Busunternehmers ist den Ermittlern der Kripo Erding ein mutmaßlicher Schleuser ins Netz gegangen. In einer gemeinsamen Aktion der Kripo Erding, der Kripo München und der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Freising gelang die Festnahme eines 61-jährigen Polen. Der Mann wollte gerade mit seinem Bus auf einen Münchener Busparkplatz einfahren. Der Bus war mit 38 geschleusten Afrikanern besetzt.

 

Der Busunternehmer steht im Verdacht, seit nun schon einem Jahr mehrere hundert Afrikaner von Italien nach Deutschland in einem Reisebus geschleust zu haben. Bereits seit mehreren Monaten stellte die Verkehrspolizei Freising bei Kontrollen von Linien-Bussen fest, dass das gleiche Unternehmen neben polnischen Fahrgästen auch mehrfach unerlaubt eingereiste Afrikaner von Italien nach Deutschland transportierte. Vorrangig waren die Busse nach Norddeutschland unterwegs.

 

Mehrere Busse im Einsatz

 

Bei den Kontrollen wurde ebenfalls festgestellt, dass zeitgleich, wöchentlich, immer ein zweiter Bus des Busunternehmens, voll besetzt mit Flüchtlingen von Rom über Neapel und Florenz nach München eingesetzt worden sein soll.

 

Dieser zweite Bus wurde – vollbesetzt mit 38 unerlaubt eingereisten Afrikanern – entdeckt. Der Hauptverantwortliche wurde nun vorläufig festgenommen. Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft München Haftbefehl erlassen. Die Freiheitsstrafe reicht bei Verurteilung von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Der Pole sitzt seitdem in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.

 

 

Der Mann setzte auch weitere Fahrer sowie eine „Reiseführerin“ ein, die für die reibungslose Aufnahme der Geschleusten und deren Transport nach Deutschland verantwortlich waren. Gegen diese Personen wird nun ebenfalls eine Ermittlung eingeleitet. Die Flüchtlinge mussten für den Transport von Italien nach München oder Berlin zwischen 90 und 120 Euro bezahlen. Die gefälschten Flüchtlingsausweise von sehr schlechter Qualität konnten sie für teilweise 30 Euro erwerben.

 

 

(pol/jh)