Seehofer verteidigt bayerischen Stromtrassenvorschlag gegen Kritik

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat den bayerischen Vorschlag, eine umstrittene neue Stromtrasse nach Westen zu verschieben, gegen Kritik aus den Nachbarländern verteidigt.

 

„Das hat nichts mit Sankt-Florians-Prinzip zu tun, sondern mit einer vernünftigen Energiepolitik“, sagte der CSU-Chef am Montag vor einer Parteivorstandssitzung in München. Baden-Württemberg brauche den SuedLink ohnehin und habe diesen auch begrüßt. Nun gehe es nur darum, wo man einen Zweig nach Bayern führe. Und wenn man den SuedLink von der Nordsee nach Baden-Württemberg führen wolle, dann müsse dieser eben durch Hessen führen. „Der kann nur durch Hessen gehen“, betonte Seehofer. „Wo soll er denn sonst durchgehen?“

 

In einer am Wochenende bekanntgewordenen Stellungnahme zu den Netzausbauplänen der Bundesnetzagentur plädiert das bayerische Wirtschaftsministerium für die Verschiebung der Trasse nach Westen. Die Trasse soll demnach nicht ins unterfränkische Grafenrheinfeld führen und von dort weiterverteilt werden, sondern direkt nach Baden-Württemberg – mit einem Zweig ins bayerisch-schwäbische Gundremmingen.

 

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte energischen Widerstand an. „Wir werden gegen diese bayerischen Vorstellungen Widerstand leisten und auf gar keinen Fall hessische Interessen opfern“, sagte er der „Passauer Neue Presse“ (Montag). „Egal, was in Bayern gedacht, geredet oder geschrieben wird, es wird keine Verlagerung der Trassenführung gegen die hessischen Interessen geben“, betonte er.

 

rg / dpa