Selb: Seehofer würdigt „Helden der Freiheit“

Für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer war es der „glücklichste Moment seiner politischen Karriere“. Bei einem Festakt in Oberfranken spricht er über den Fall der Mauer vor 25 Jahren und die Wiedervereinigung – und preist die „Helden der Freiheit“.

 

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat bei einem Festakt anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren die damalige Entschlossenheit der Menschen gewürdigt. „Wir verdanken den Fall des Eisernen Vorhangs einer unheimlich mutigen Bevölkerung, die mit allen Risiken für ihre eigene Gesundheit, für ihr Leben und für ihre Freiheit auf die Straße ging“, sagte Seehofer am Montag im oberfränkischen Selb. Er sprach von „Helden der Freiheit“.

 

An der Feier mit rund 400 Gästen nahmen auch Seehofers Amtskollegen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen teil, Reiner Haseloff und Christine Lieberknecht (beide CDU). In einer Diskussionsrunde berichteten beide, wie sie den Tag des Mauerfalls am 9. November 1989 erlebten. Lieberknecht hielt es zunächst für ein Gerücht und fuhr zu ihrer Familie, Haseloff verfolgte die Ereignisse im Fernsehen. Die nachwachsende Generation sei in der Zukunft angelangt, meinte Haseloff. So habe ihn sein sieben Jahre alter Enkel neulich gefragt: „Opa, was ist eigentlich ein Ossi?“

 

Seehofer wiederum war damals im Bundestag in Bonn. Als die Nachricht vom Mauerfall eintraf, hätten sich die Parlamentarier spontan erhoben und die Nationalhymne angestimmt, sagte Seehofer. Für ihn selbst stelle die „Wiedervereinigung unseres Vaterlandes“ den „glücklichsten Moment in meiner ganzen politischen Karriere“ dar. Seehofer würdigte dazu den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) für dessen „historische Leistung“.

 

Seehofer kürt die Gewinner des Kunstwettbewerbs

 

Mit Blick auf die Lage in Krisenländern und der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland sagte Seehofer, die Lehre des 9. November 1989 sei, sich nicht abzukoppeln, nicht auszusondern und nicht abzuwerten, „sondern zuallererst großzügig zu sein in der Humanität.“ Den Deutschen komme eine höheres Maß an Verantwortung zu.

 

 

Seehofer kürte in Selb zugleich die Gewinner des schulischen Kunstwettbewerbs „Grenzen überwinden“. Der mit 1000 Euro dotierte erste Preis ging an Absolventen des Werner von Siemens-Gymnasiums in Regensburg. Gemeinsam mit Schülern aus Tschechien schrieben sie ein zweisprachiges Theaterstück. Es handelt von einem Ort in der Grenzregion und schildert die historischen Ereignisse. Schüler des Robert Schumann-Gymnasiums in Cham holten den zweiten Preis (500 Euro) mit einer Fotoreportage. Eine Schülerin aus Höchstadt an der Aisch erhielt den dritten Preis (300 Euro) für ihre Zeichnung, mit der sie die Licht- und Schattenseiten der Wiedervereinigung künstlerisch darstellte.

 

RG / dpa