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Selbstständigkeit: Buchhaltung selber erledigen oder doch lieber auslagern?

Selbstständig sein heißt viel Arbeit. An was viele Gründer allerdings viel zu spät denken, ist die Buchhaltung. Wir stellen zwei Varianten vor.

 

Wer sich selbstständig machen und beispielsweise ein Start-up gründen möchte, muss zahlreiche Aufgaben erledigen. So sollten Sie beispielsweise einen Businessplan erstellen und die Unternehmensfinanzierung klären. Außerdem sollten Sie sich rechtzeitig mit der Frage beschäftigen, wie Sie die Buchhaltung später angehen möchten. Dafür gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Sie können die Buchhaltung selber erledigen oder sie auslagern. Doch welche Variante ist besser?

 

Aufnahme eines Kredits, © Wollen sich Startups auf dem hart umkämpften Markt durchsetzen, wächst der Kapitalbedarf meist sogar exponentiell. Bildquelle: rangizzz – 89995051 / Shutterstock.com

 

 

1. Möglichkeit: Buchhaltung selbst erledigen

 

Viele Start-ups entscheiden sich aus finanziellen Gründen dafür, die Bücher selber zu führen. Dann ist der Mehraufwand zwar höher, allerdings rentiert sich diese Lösung aus finanzieller Sicht häufig. Zudem bietet sie den Vorteil, dass Sie den Überblick über die finanzielle Situation Ihres Unternehmens bewahren. Um den Aufwand zu reduzieren, können Sie außerdem eine Buchhaltungssoftware oder ein Online-Tool einsetzen.

 

Eine komplette Buchhaltungssoftware nutzen

 

Buchhaltungsprogramme gibt es von verschiedenen Anbietern. Sie umfassen meist alle notwendigen Funktionen der Buchhaltung wie etwa:

 

  • Einkommen-Überschuss-Rechnung
  • Doppelte Buchführung
  • Erstellung von Bilanzen
  • Verwaltung und Erstellung von Rechnungen und Mahnungen

 

Gute Programme sind in der Lage, alle Eingaben zu überprüfen und Sie auf fehlerhafte Daten oder Eingaben hinzuweisen. Dank regelmäßiger Updates sind die Programme immer auf dem neusten Stand. In puncto Anwenderfreundlichkeit gibt es bei den einzelnen Programmen große Unterschiede. Nicht alle eignen sich für Anfänger, weil einige zumindest ein rudimentäres Buchhaltungswissen erfordern. Wenn Sie Schwierigkeiten damit haben, sich für ein Programm entscheiden, können Sie einen entsprechenden Kaufratgeber nutzen. Dann fällt es Ihnen sicher leichter, die richtige Buchhaltungssoftware auszuwählen. Die Kosten für Buchhaltungsprogramme halten sich in der Regel in Grenzen. Entweder zahlen Sie einen einmaligen Festbetrag oder Sie mieten die Programme für eine monatliche Gebühr.

 

Online-Tools verwenden

 

Eine Alternative zu kompletten Buchhaltungsprogrammen sind flexible Online-Tools. Es handelt sich dabei um Cloud-Lösungen, die sich gerade für Freiberufler, Kleinunternehmer und Existenzgründer empfehlen. So können Sie zum Beispiel mit einem Rechnungsprogramm online Rechnungen erstellen. Die Gebühr für solche Online-Tools ist im Vergleich zu kompletten Buchhaltungsprogrammen niedriger. Ein wichtiger Vorteil besteht außerdem darin, dass der Zugriff von jedem Smartphone, Tablet oder Rechner aus erfolgen kann. Auch die Tatsache, dass die Daten automatisch in der Cloud gesichert werden, stellt einen Pluspunkt dar.

 

Profit der Bank, © Banken versuchen schon früh, die jungen Startups an sich zu binden und hoffen, dass sie später erfolgreich sind. Bildquelle: SFIO CRACHO – 425343229 / Shutterstock.com

 

 

2. Möglichkeit: Die Buchhaltung auslagern

 

Wenn Sie die Arbeit, die mit der Buchhaltung einhergeht, dennoch scheuen, können Sie die Buchhaltung natürlich auch auslagern. Auch hierfür gibt es zwei verschiedene Lösungen:

 

  1. Beauftragung eines Steuerberaters
  2. Beauftragung eines Buchhaltungsbüros

 

Beide Varianten sind aber kostenintensiver im Vergleich zur eigenständigen Buchführung.

 

Steuerberater beauftragen

 

Ein Steuerberater ist in der Lage, die komplette Buchhaltung zu übernehmen und kann außerdem die Umsatzsteuer-Voranmeldungen, den Jahresabschluss und die zusammenfassende Meldung über innergemeinschaftliche Lieferungen tätigen. Des Weiteren hat der Steuerberater auch die Möglichkeit, Ihre private Einkommenssteuererklärung zu übernehmen, wenn Sie das wünschen. Die Buchhaltung in die Hände des erfahrenen Steuerberaters zu legen, ist sicherlich die bequemste Lösung. Sie ist aber auch mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden. Ihre Aufgabe besteht dann nur noch darin, die Belege zu sammeln und zu sortieren. Der Steuerberater wird die Vollständigkeit der Unterlagen prüfen und informiert Sie mit regelmäßigen Auswertungen über die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen. Zudem wird er Sie rechtzeitig über alle Einreichungstermine in Kenntnis setzen.

 

Buchhaltungsbüro engagieren

 

Auch ein Buchhaltungsbüro kann beauftragt werden. Laut §5 Steuerberatungsgesetz (StBerG) darf ein solches Sie jedoch nicht in steuerlichen Aspekten beraten. Allerdings hat es die Erlaubnis, sich um Ihre Buchhaltung zu kümmern. Dabei dokumentiert und kontrolliert ein Buchhalter sämtliche Geschäftsvorfälle. Der wichtigste Unterschied zwischen einem Steuerberater und einem Buchhaltungsbüro besteht darin, dass letzteres nicht Ihren Jahresabschluss erstellen darf – also die Bilanzen, die Einnahmen-Überschuss-Rechnungen und die Gewinn- und Verlustrechnungen. Wenn das Buchhaltungsbüro den Jahresabschluss erledigt, muss er noch einmal von einem Revisor kontrolliert werden.

 

Gründung eines Unternehmens, © Nicht nur in München, sondern deutschlandweit gibt es viele Startups, die inzwischen sehr erfolgreich sind. Infografikquelle: muenchen.tv