Sendlinger Straße Fußgängerzone

Sendlinger Straße: Manipulation durch das Planungsreferat?

Erst kürzlich beschloss der Stadtrat die Umwandlung der Sendlinger Straße in eine reine Fußgängerzone. Die Bürger sehen das Projekt mehrheitlich positiv. Und noch immer gibt es Streit um ein Projekt, das schon seit 30 Jahren diskutiert wird. Nun erhebt der Bezirksausschuss schwere Vorwürfe gegen die Verwaltung.

 

Die Vision des Rathauses für die Sendlinger Straße ist klar. Eine reine Fußgängerzone soll hier entstehen. Dazu leitete die Stadt einen knapp 15 Monate langen Test ein. Das Planungsreferat führte dann eine Befragung durch, um zu ermitteln, wie sich der Test auf die Umsätze der anliegenden Geschäfte ausgewirkt hat. Die Befragung zeigte, dass der Großteil der Befragten keine negativen Auswirkungen auf den Umsatz spüren konnte. Daraufhin fiel Mitte Oktober die Entscheidung: Die Straße wird bald endgültig für Autos und Radfahrer gesperrt.

 

Doch nun erhebt der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel schwere Vorwürfe gegen das Planungsreferat. Dieses habe angeblich „offen manipuliert“, indem es verschwieg, dass 20 Prozent der Gewerbetreibenden mit dem eigenen Umsatz während des Verkehrsversuchs unzufrieden waren. Wem das Planungsreferat dies verschwiegen haben soll, ist allerdings unklar. Der gut 150 Seiten umfassende Evaluationsbericht weist die Zahlen deutlich aus.

 

Kritik gab es aber auch an der Tatsache, dass die letzte Passantenbefragung bereits fünf Monate vor Ende der Testphase durchgeführt wurde. So hätte das Planungsreferat verpasst, die Bürger über die gesamte Versuchszeit hinweg zu beteiligen. In der Tat ist dies wohl kein optimales Vorgehen. Baurätin Elisabeth Merk bedauerte diesen Verlauf und gelobte Besserung bei künftigen Projekten. Insgesamt seien die umfassende Evaluation und der Stadtratsbeschluss jedoch ausreichend gewesen.