Mehrere Polizeibeamte im Einsatz, © Symbolfoto

Sicherheitsdienst erpresst Flüchtlinge – Razzia am Euroindustriepark

Sicherheitsmitarbeiter in der Erstaufnahmeeinrichtung am Euroindustriepark sollen über Monate hinweg ankommende Flüchtlinge erpresst haben.

 

 

Gegen mehrere Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die für die Flüchtlingseinrichtung am Euroindustriepark in München zuständig sind, liegen bereits Anzeigen vor. Auch verdeckte Ermittlungen über mehrere Wochen hinweg, sollen den schlimmen Verdacht bereits bestätigen, heißt es in verschiedenen Medienberichten. Offenbar haben mehrere Mitarbeiter der Sicherheitfirma Flüchtlinge um ihr Geld erpresst und ihnen zusätzlich gedroht, dass sie abgeschoben würden, wenn sie nicht bezahlten.

 

Am Mittwoch habe es deshalb eine Durchsuchung der Einrichtung gegeben. Laut unseren aktuellsten Informationen wird derzeit gegen vier Mitarbeiter und vier ehemalige Mitarbeiter der Sicherehitsfirma ermittelt. Möglicherweise könnte sich diese Zahl aber noch erhöhen.

 

Hintergrund ist, dass Asylbewerber maximal 750 Euro behalten dürfen – höhere Summen werden von der Regierung von Oberbayern einbehalten und mit Unterkunft und Verpflegung verrechnet. Aus den Anzeigen von mindestens sechs Flüchtlingen geht jedoch hervor, dass von den Sicherheitsmitarbeitern eine Art „Schweigegeld“ in Höhe mehrerer hundert Euro verlangt worden seien. Waren die betroffenen Flüchtlinge bereit zu zahlen, hätten die Mitarbeiter darauf verzichtet, höhere Beträge schriftlich festzuhalten und den Menschen das Geld abzunehmen, so wie es vorgeschrieben ist.

 

Durch verdeckte Ermittlungen seien diese Vorfälle inzwischen belegt, berichtete der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Mittlerweile habe sich sogar herausgestellt, dass in Einzelfällen die Aufnahme der erpressten Flüchtlinge in den Ankunftslisten getilgt worden sei – offensichtlich, um so Beweise zu vernichten. «Da wird aktuell noch ermittelt, wo das ganze Geld hingegangen ist», sagte die Polizeisprecherin mit Blick auf die Vorwürfe.

 

dpa / pm