Eine Horror-Clowns-Maske , © Eine Horror-Clowns-Maske

Sieben Fälle von Horror-Clowns in München: Polizei und Politik warnen Täter

Horror-Clowns attackieren scheinbar auch in Bayern nichtsahnende Bürger. Nach mehreren Vorfällen im Freistaat, kündigte Innenminister Herrmann nun harte Schritte gegen den fragwürdigen Trend an, auch die Münchner Polizei verzeichnete bereits mehrere Einsätze.

 

Es ist später Freitagabend in Aschaffenburg. Zwei 16-Jährige Mädchen gehen in einem Park spazieren als plötzlich ein Mann im Clowns-Kostüm, mit Halloween-Maske und einem Gegenstand in der Hand hinter einem Baum hervorspringt und die beiden Freundinnen erschrickt. Die verständigte Polizei macht daraufhin den 21 Jahre alten Mann in einem Auto ausfindig und ermittelt nun wegen Nötigung gegen ihn.

 

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Erste Vorfälle auch in München

 

Dass dies bisher nicht der einzige unheimliche Vorfall in Bayern war, zeigen mehrere Attacken unter anderem in Bad Reichenhall, Freilassing und im niederbayerischen Geiselhöring. Nun verzeichnet auch die Münchner Polizei die ersten Clown-Einsätze:

 

  • Am Freitag meldete ein Unbekannter, dass sich am Wintrichring eine Person befinden soll, die eine Clown-Maske trägt und mit einem Küchenmesser in der Hand wild herumfuchtelt.

 

  • Am gleichen Tag sprang vor einem 10-Jährigen eine Person mit Clown-Maske und mit schwingender Axt bewaffnet schreiend aus dem Gebüsch und lief auf ihn zu. Der 10-Jährige verließ zügig den Westpark und teilte weinend seiner Mutter zu Hause diesen Vorfall mit. Der Junge gab an, dass sich der Clown bei der Aktion selbst gefilmt habe.

 

  • Am Samstag soll sich am Sendlinger-Tor-Platz ein Clown zombiartig fortbewegt haben. Weiterhin gab der Mitteiler an, dass er um 05.00 Uhr ebenfalls am Sendlinger-Tor-Platz an einer dortigen Bushaltestelle eine Person festgestellt hatte, die komische Geräusche von sich gab und ebenfalls ein Clown-Kostüm trug.

 

  • In der Herzogstraße soll eine Person mit Clown-Maske und einem unbekannten Gegenstand in der Hand gesehen worden sein.

 

  • Im Bereich der Rupertsbergerstraße soll eine Person mit Clown- Maske und einem Baseballschläger bewaffnet in einen Innenhof gestanden haben.

 

  • Zu guter Letzt sollen drei Jugendliche als Clowns maskiert und mit pyrotechnischen Gegenständen durch den Olympiapark gelaufen sein.

 

Das fragwürdige Phänomen aus den USA, das dort bereits seit zwei Jahren um geht, ist zuvor schon vermehrt in ganz Deutschland beobachtet worden. Vor allem in Nordrhein-Westfalen werden offenbar Passanten von den Horror-Clowns erschreckt und zum Teil auch angegriffen.

 

Politik kündigt Vorgehen an

 

Joachim Hermann - Bayerischer Innenminister, © Innenminister Joachim Herrmann

 

Innenminister Joachim Herrmann kündigt nun harte Schritte gegen Grusel-Clowns an. „Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben“, sagte der CSU-Politiker laut dpa-Informationen. „Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden.“

 

Aus einem vermeintlichen Scherz könne für den Täter bitterer Ernst werden. Die Betroffenen dürften mit der Polizei oder dem Staatsanwalt rechnen, sagte Herrmann.

 

Münchner Polizei mahnt und gibt Verhaltenstipps:

 

Auch wenn es sich bei in den meisten Fällen um Menschen handelt, die andere Personen erschrecken wollen, so kann es je nach Vorgehen sein, dass durchaus schwere Straftaten verwirklicht werden können. So kommen Tatbestände wegen Bedrohung, Nötigung oder auch Körperverletzungsdelikten in Betracht, so die Münchner Polizei. Sie gibt folgende Hinweise an mögliche Opfer:

 

  • •Ruhig zu bleiben und sofort über den Notruf 110 die Polizei zu rufen.

 

  • Den Clown nicht ansprechen und keinesfalls provozieren (in der Regel will der Clown einen „Streich“ spielen)

 

  • Verlassen Sie so schnell wie möglich den Ort und sprechen Sie gegebenenfalls Passanten in der Umgebung an und bitten um Hilfe. •

 

  • Zusätzlich eignet sich auch eine Trillerpfeife am Schlüsselbund oder ein Schritt- oder Taschenalarm. Diese „Waffen“ können nicht gegen einen verwendet werden. Der schrille Pfiff bzw. Auslösung des Alarms schockt den Clown, so dass man die Chance hat, wegzulaufen. (Tat-Schock-Umkehr). Zudem stellt das durchdringende Geräusch sofort öffentliche Aufmerksamkeit her, dass Passanten aufmerksam machen und den Clown zusätzlich in die Flucht schlagen können. •

 

  • Zur Verwendung von Pfefferspray oder Reizstoffsprühgeräten raten wir ab, da die Gefahr groß ist, dass diese Geräte gegen Sie verwendet werden können. Auch könnte der Clown eventuell provoziert werden. Ihnen das Gerät aus der Hand reißen und Sie damit außer Gefecht setzen.