„Smombie“ (Smartphone-Zombie) ist Jugendwort des Jahres

In München ist am Freitag das „Jugendwort des Jahres“ bekanntgegeben worden. Smombie, eine Mischung aus Smartphone und Zombie, macht heuer das Rennen.

 

Das Verb „merkeln“, das soviel bedeutet wie „nichts tun, keine Entscheidung treffen, keine Äußerung von sich geben“, lag in einer Online-Abstimmung zwar vorne. Eine Jury fällte aber letztlich die Entscheidung, welche der zehn im Netz-Voting am häufigsten angeklickten Neuschöpfungen zum Jugendwort gekürt wird. „Smombie“ ist es nun geworden. Das „Jugendwort“ setzt sich aus Smartphone und Zombie zusammen und beschreibt einen Menschen der völlig vertieft mit seinem Handy unaufmerksam über die Straße läuft.

 

Der Begriff ist im Übrigen gar nicht so abwegig. In München ist im vergangenen Dezember beispielsweise ein 8-Jähriger vom eigenen Vater aus dem Gleisbett gerettet worden. Kurz bevor eine U-Bahn einfuhr, war er so in ein Rennspiel auf seinem Tablet vertieft, dass er bei einer „Rechtskurve“ auf die Schienen fiel.  Mit Kopfhörern im Ohr hat außerdem im Oktober eine 14-Jährige am Steubenplatz in Neuhausen die Trambahngleise überquert. Vertieft in ihr Handy kollidierte sie mit einer Tram und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. 

 

 

Unter den Vorschlägen finden sich außerdem „rumoxidieren“ (für chillen), „Discopumper“ (trainiert nur, um in der Disco gut auszusehen) oder „Egoshoot“ (Selfie).

 

 

Die „Jugendwörter“ der vergangenen Jahre

 

Mit dem „Jugendwort des Jahres“ wirbt der Münchner Langenscheidt-Verlag seit 2008 für sein Buch „100% Jugendsprache“. Hier die Gewinner der vergangenen Jahre:

 

  • 2014: Läuft bei dir. Im vergangenen Jahr wurde ein ganzer Satz zum „Jugendwort“ gekürt. Er soll als Synonym für cool oder krass gelten.
  • 2013: Babo. Das Wort bedeutet soviel wie Boss oder Anführer. Der Ausdruck erinnert an den türkischen Begriff Baba (Vater) und wird vor allem in kurdischen Gebieten der Türkei benutzt. Hierzulande bekanntgemacht hat den Begriff der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl aus Offenbach – mit seinem Lied „Chabos wissen wer der Babo ist“.
  • 2012: Yolo. Das ist ein Akronym und steht für „You only live once“ – eine Aufforderung, alle Chancen auf Erlebnisse zu nutzen.
  • 2011: Swag. Der US-amerikanische Ausdruck bezeichnet eine „beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung“ oder eine «charismatisch-positive Aura». Wörtlich übersetzt bedeutet „to swagger“ stolzieren, prahlen oder schwadronieren, und „swaggerer“ heißt Aufschneider oder Angeber.
  • 2010: Niveaulimbo. Mit dem Begriff beschrieben Jugendliche 2010 das Absinken des Niveaus beispielsweise im Fernsehprogramm, bei Partys oder in Gesprächen.
  • 2009: hartzen: Das an Hartz IV angelehnte Wort kann so etwas wie ‚rumhängen oder auch arbeitslos sein heißen.
  • 2008: Gammelfleischparty. Das erste «Jugendwort des Jahres» ist eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ü-30-Party.

 

 

(dpa/lby)