leerer Geldbeutel, © fotolia.com © vege

Sparen in Zeiten des Niedrigzins: Geht da noch was?

Was Häuslebauer und alle, die sonst noch Kredite benötigen, freut, ist spätestens seit dem 10. März 2016 für Sparer eine kleine Katastrophe. Doch kann man auch heute noch sein Geld vor der Inflation retten?

 

Der 10.3.2016 wird in den BWL-Schulbüchern künftiger Generationen von Münchner Schülern ebenso ein wichtiges Datum werden wie der 24. Oktober 1929 oder der 21. Juni 1948. Denn an diesem Tag entschied sich die EZB dafür, den Leitzins in der Eurozone auf 0,0 Prozent zu setzen, nachdem er schon zuvor lange im Bereich unter einem Prozent gelegen hatte. Seitdem sitzt er unverändert auf diesem Wert und mit jedem Monat, der verstreicht, werden all jene, die Geld sparen wollen, ein bisschen verzweifelter, weil kaum noch etwas wirklich Zinsen bringt.

Auf den folgenden Zeilen geben wir nicht nur einen Überblick über die Hintergründe, sondern fokussieren uns auch darauf, ob es heute noch Methoden gibt, mit denen auch der Otto Normalverbraucher ohne tiefergehendes Finanzwissen den Inhalt seines Sparstrumpfs zumindest wertstabil halten kann.

 

Warum ist das ein Problem?

Nicht jeder verfolgt den wirtschaftlichen Teil der Tagesnachrichten mit solcher Stringenz wie es Profis tun. Daher ist es mehr als verständlich, wenn sich so mancher Leser nun die Frage stellt „was hat der Leitzins mit meinem Sparbuch zu tun?“. Um diese Frage zu beantworten, muss man ein wenig ausholen.

Der Leitzins ist im Endeffekt ein Wert, den eine Zentralbank festlegt. Primär hat er nichts mit Privatsparern zu tun. Im Gegenteil, er ist eigentlich ein Instrument der großen Finanzpolitik: Der Leitzins ist der Kurs, zu dem sich große Banken bei jener Zentral- oder einer Notenbank Geld leihen können.

Allerdings handelt es sich bei diesem Zins um ein Rutschbahn-Prinzip. Bedeutet: der Kurs, zu dem sich die Banken Geld leihen können, rutscht von den großen Geldhäusern bis hin zur kleinsten Bank durch – mit voller Absicht und nur geringsten Aufschlägen. Es wäre also beispielsweise nicht möglich, dass sich die (fiktive) Monetos-Bank aus Maxvorstadt bei der EZB 500.000 Euro zu 0,0 Prozent Zinsen leiht, aber dann für das Verleihen von Geld zwischen den einzelnen Banken oder an Firmen- und Privatkunden sieben Prozent verlangt.

 

Fröhliche Kreditnehmer, traurige Sparer

Baustelle, © Wichtigstes Ziel des niedrigen Leitzins ist es, die Wirtschaft zu ermuntern, sich Geld zu leihen, um es zu investieren und dadurch zu wachsen. fotolia.com © bannafarsai

 

Der Sinn dahinter ist folgender: Der heutige Leitzinssatz ist eine Nachwirkung der globalen Finanzkrise 2008. Durch die stufenweise Absenkung des Leitzinses wollte die EZB (sowie u.a. auch die US-amerikanische Federal-Reserve-Zentralbank) dafür sorgen, dass Finanzinstitute Gelder zu sehr günstigen Zinsen verleihen können. Das sollte es Privatleuten und vor allem der Wirtschaft ermöglichen, günstig an Investitionsgeld zu kommen. Also praktisch ein Herzschrittmacher für die Wirtschaft.

In dieser Eigenschaft funktionierte und funktioniert der Leitzins sehr gut. Schaut man sich beispielsweise die erteilten Baugenehmigungen seit 2010 an, fällt schnell auf, dass sie im gleichen Maß anstiegen wie der Leitzins sank – das liegt nur daran, dass sich wegen der geringen Kreditzinsen viel mehr Menschen dazu entschließen konnten, ein Häuschen zu bauen. Tatsächlich ist das mit ein Grund dafür, dass nicht nur in München das Bauland knapp wird, aber auch, dass die Kosten für Grundstückskäufe und den Hausbau an stark anstiegen – ganz nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Damit kommen wir zu den Sparern. Sie sind in diesem Spiel die Bauern, die geopfert werden. Denn aus volkswirtschaftlicher Sicht ist Sparen das, was niemand will. Jeder Cent, der nicht ausgegeben wird, ist dem Wirtschaftskreislauf entzogen und somit ein marktwirtschaftlich verlorener Cent.

Sicherlich wollte EZB-Chef Mario Draghi nicht auf „Horst Huber“ und „Brigitte Bauer“ zielen, als er den Null-Prozent-Hebel umlegte. Aber man darf davon ausgehen, dass es finanzpolitisch ein angenehmer Nebeneffekt ist, wenn nicht so viel gespart wird – genau deshalb verlangt die EZB ja mittlerweile sogar 0,4 Prozent Strafzinsen, falls Banken bei ihr Geld zwischenlagern möchten.

Degussa Silberbarren, © Jeden Tag, an dem Geld zu einem Zinssatz gespart wird, der unter der Inflationsrate liegt, verliert es an realem Wert und somit Kaufkraft. fotolia.com © Kwangmoo

 

Inflation

„Sparen lohnt sich nicht“, das ist Konsens aus diesen vorangegangenen Kapiteln. Doch ab wann lohnt es sich nicht mehr? Ganz einfach: Sobald die Zinsen für angelegtes (= gespartes) Geld die Inflationsrate unterschreiten. In dem Fall wird das Geld, während es zu diesen Konditionen gebunden ist, weniger wert, weil die Zinsen, die es darauf gibt, zu gering sind, um das aufzufangen.

Das Problem daran ist, dass Inflation nicht gleich Inflation ist. So ließ Mario Draghi verlauten, dass er den Leitzins erst dann wieder anheben würde, wenn die Kerninflation zwei Prozent übersteige. Aktuell liegt diese bei 0,9 Prozent. Also doch nicht so schlimm, weil es ja genug Finanzprodukte gibt, die mehr als 0,9 Prozent Zinsen offerieren?

Mitnichten, denn für Otto Normalverbraucher ist die Kerninflation ein unbrauchbarer Index. Um diese Teuerungsrate zu berechnen, werden die Preise für Lebensmittel und Energie nicht einbezogen (sie schwanken zu stark). Für unsereins sind diese beiden Posten jedoch mit die wichtigsten auf der alltäglichen Ausgabenliste.

Um also zu erkennen, dass sich Sparen nicht mehr lohnt, muss man die allgemeine Inflationsrate anschauen. Und die lag bei der letzten Messung im Oktober bei 2,46 Prozent. Das heißt, jede Anlageform, die unter diesem Wert liegt, verzögert nur die Entwertung des eigenen Ersparten, ermöglicht jedoch keinen Gewinn. Ein Beispiel:

Max Müller deponierte im Januar 500 Euro auf sein Sparbuch zu 0,1 Prozent Zinsen (ein aktuell gängiger Wert). Hätte er das Geld damals ausgegeben, hätte er damit Waren für 500 Euro kaufen können. Dadurch, dass er es jedoch sparte, bekommt er nun zwar zum Jahresende jene 0,1 Prozent oder 50 Cent gutgeschrieben und hat damit 500,50 Euro. Gleichsam wurden jedoch im Jahresverlauf die Waren im Mittel um zwei Prozent teurer. Die 500,50 Euro haben demnach nur noch eine um zwei Prozent reduzierte Kaufkraft von 490,49 Euro.

Büro, © Das klassische Sparbuch traf es am härtesten: Zinssätze von 0,02 Prozent sind hier keine Ausnahme, sondern bei vielen Banken die Regel. fotolia.com © egeeggiiew

 

Daraus ergibt sich auch die Schwierigkeit. Denn alle Lösungsvorschläge, die dieser Artikel noch zeigt, stellen komplexere Finanzprodukte dar. Bei ihnen entsteht ein halbwegs tauglicher Zinssatz dadurch, dass diese entweder lange festgelegt werden, oder ein gewisses Verlustrisiko bergen.

 

Festgeld?

Vielerorts werden derzeit Festgeldkonten beworben. Dahinter verbirgt sich das, was gerade angesprochen wurde: Man gibt einer Bank sein Geld, diese setzt es fest und zwar für mindestens 30 Tage. Dadurch bekommt die Bank Planungssicherheit, sie kann für diesen Zeitraum fest damit rechnen, mit diesem Geld arbeiten zu können. Und Planungssicherheit honorieren alle Banken mit einem erhöhten Zinssatz.

Doch das Problem heute ist, Festgeldkonten sind nicht die optimale Verbraucher-Lösung, als die sie beworben werden. Das liegt schon daran, dass sehr viele Kreditinstitute eine Mindesteinlage verlangen – und die liegt nicht selten jenseits der 1.000 Euro. Darunter kann man also gar kein Festgeldkonto eröffnen. Weitaus schwerer wiegt jedoch ein Problem, welches schon vor zwei Jahren in unserem Finanztalk angesprochen wurde: Bei fast keiner Bank erreichen die Festgeld-Zinssätze noch das durchschnittliche jährliche Inflationsniveau. Bei den meisten liegen sie darunter und sind damit ebenfalls ein Verlustgeschäft. Daher taugt diese Option nur, wenn man wirklich umfangreich Banken und Angebote vergleicht.

 

Ausland?

 

Wenn es zuhause nicht klappt, stehen die Chancen im Ausland dann besser? Eine gute Frage. Denn natürlich können auch Privatleute im europäischen und nichteuropäischen Ausland Geld anlegen. Beispielsweise, indem sie ein Festgeldkonto eröffnen – das ist ein globales Finanzprodukt. Und das kann durchaus eine Rettung aus der Misere sein. Doch es gibt wichtige Details zu beachten:

 

  • Nur innerhalb der EU gibt es eine garantierte länderübergreifende Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Das Geld ist selbst in dem Fall versichert, dass es eine Staatspleite gäbe oder die Bank bankrottginge. Zwar existiert ein solches Fangnetz auch in anderen Ländern, in den USA beträgt es beispielsweise 230.000 Euro, aber eben nicht überall.

 

  • Alle Banken innerhalb der Eurozone unterliegen dem gleichen EZB-Zinssatz. Es wird also schwierig werden, eine Bank zu finden, die einem dramatisch besseren Kurs offeriert, man muss also gegebenenfalls in Länder mit anderen Währungen blicken.

 

  • Beim Anlegen in Fremdwährungsländern besteht das Risiko, dass Erträge durch Schwankungen des Wechselkurses zum Euro wieder aufgefressen werden. Gewinn macht man dann, wenn der Euro stärker ist als diese Währung.

 

Das bedeutet für den Sparer letztendlich, dass er sich zum kleinen Finanzspezialisten entwickeln muss. Die Staatsfinanzen müssen gut sein, damit das Risiko gering ist – die EU hilft einem im Zweifelsfall dort nicht. Es ist zwar risikoreich(er), kann aber ein Ausweg sein,

Haus, Dachgeschoss, Bauarbeiter, © Ein älteres, ländliches „Dornröschenhaus“ zu kaufen, es zu sanieren und danach zu veräußern, ist angesichts der Wohnraumsituation fast eine Gewinngarantie. fotolia.com © artursfoto

 

solange man sich auf normale Sparprodukte fixiert und nicht auf ausländische Fonds oder Wertpapiere schaut, die viel mehr Fachwissen benötigen, um sich sicher lenken zu lassen.

 

Immobilien?

In und um München sind die Kaufpreise für Grundstücke und Immobilien zwar momentan unglaublich hoch – gleiches gilt aber eben auch für die bekannte Wohnraumnot. Tatsächlich ergibt sich daraus eine Möglichkeit, sein Geld anzulegen – wenngleich sie nicht für jeden Sparer geeignet ist, sondern nur für diejenigen, die etwas mehr auf die hohe Kante legen möchten.

Dazu macht man sich einfach die derzeitige Niedrigzinsphase zunutze. Man leiht sich Geld für einen Baukredit zu den niedrigen Zinsen und zwar als Tilgungsdarlehen. Das hat über die gesamte Laufzeit einen festen Zinssatz. Einen Teil des Ersparten nimmt man als Eigenkapitaleinlage, den Rest zum Abfedern etwaiger Mietausfälle. Dann baut oder kauft man ein Haus zum Vermieten. Angst, dass man keinen Mieter finden würde, muss man nicht haben.

Dann ist der Ertrag prinzipiell nur noch davon abhängig, wie groß die Differenz zwischen der Abtragungssumme und den Mieteinnahmen ist. Klar, natürlich müssen die Einnahmen versteuert werden. Aber unterm Strich lässt sich dadurch eine gute Rendite erzielen.

Allerdings ist Vermieten nur eine Option. Eine andere wäre es, die Stadtflucht vor allem bei jungen Menschen dadurch zu nutzen, indem man im ländlichen Münchner Umland für vergleichsweise kleines Geld eine alte, sanierungsbedürftige Immobilie erwirbt, diese auf Vordermann bringen lässt und danach wieder veräußert. Zwar ist das eine etwas risikoreichere Option, aber eben auch für Finanz-Laien durchführbar.

 

Edelmetalle?

Dieser Punkt ist einer, der vollumfänglich auch für Kleinsparer geeignet ist, die monatlich höchstens nur geringe dreistellige Beträge sparen möchten – ganz klassisch das, was man früher einfach per Festauftrag aufs Bankkonto umgeschichtet hätte.

Denn auch wenn einige Finanzexperten Kritik an den edlen Metallen üben, so haben primär Gold und Silber einen Vorteil: Sie sind absolut ausfallsicher, werden nie ganz wertlos sein. Dafür muss man sich aber auch darüber im Klaren sein, dass durch den Ankauf dieser Metalle keinerlei Rendite entsteht. Einen Gewinn gibt es erst dann, wenn man seine Anlage irgendwann wieder veräußert und wenn der Kurs dann tatsächlich höher ist als der Einkaufspreis.

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Man sucht sich einen seriösen Edelmetallhändler – hier ist durchaus Vorsicht geboten, denn es gibt in diesem Bereich einige zwielichtige Anbieter. Dort sucht man sich ein Produkt, welches im Preis am ehesten dem entspricht, was man monatlich sparen möchte. Wer ungefähr 150 Euro zur Verfügung hat, kauft beispielsweise allmonatlich einen 250-Gramm-Silberbarren. Für 350 Euro jeweils 10-Gramm-Goldbarren – letztere haben den Vorteil, dass sie als „Anlagegold“ mehrwertsteuerbefreit sind.

Durch die Kursschwankungen kann sich der monatliche Preis zwar immer etwas unterscheiden und man muss aktiv kaufen, aber damit füllt man ein buchstäblich physisches Sparschwein. Jeden Monat notiert man den Kaufpreis und teilt ihn am Jahresende durch zwölf, damit man weiß, ab welchem künftigen Kurs man durch einen Verkauf Gewinn machen kann.

Doch Vorsicht: Sowohl Gold wie Silber muss man mindestens ein Jahr besitzen, um Veräußerungsgewinne nicht versteuern zu müssen.

Degussa Silberbarren, © Wer nur kleinere Summen sparen will, sollte sich auf Silber fokussieren. Bei Gold zahlt man schon für ein Gramm fast 40 Euro. fotolia.com © Florian Hiltmair

 

Investmentfonds?

Jeder Finanzberater einer Bank, den man heute nach Sparmöglichkeiten anspricht, wird einem auch Investmentfonds unterbreiten. Man gibt also sein Spargeld einer Vermögensgesellschaft, die aus vielen tausend Sparern bestehen kann. Diese beschäftigt Profis, welche die Gesamtsumme in unterschiedliche Finanzprodukte anlegen. Das können Aktien sein, Staatsanleihen oder andere Produkte.

Wichtig ist nur eines: Man bekommt dadurch viele Vorteile des Investierens in solche hochkomplexen Finanzprodukte, ohne dass man sich selbst das nötige Wissen aneignen müsste, um ein solches Schiff sicher durch die Finanz-Untiefen zu lenken. Dafür gibt es ja die Fondsmanager.

Allerdings muss man beachten, dass es eine große Bandbreite an Fonds gibt – die meisten davon bieten zwar Zinssätze auf das eingezahlte Geld, welche tatsächlich eine Gewinnsteigerung ermöglichen. Dazu gehört es jedoch auch, dass es natürlich gewisse Risiken gibt – das wichtigste Credo der Geldanlage lautet „je höher das Risiko, desto höher auch die Rendite“. Zudem kostet der Unterhalt eines Fonds Unterhaltskosten, die sich meist im einstelligen Prozentsatz der Einlagesumme bewegen

Zwar wird das Risiko, vor allem bei Fonds großer Banken, schon deshalb niedrig gehalten, weil sie von Profis gelenkt werden, die nicht in unseriöse Dinge investieren. Und zudem dadurch, dass das Geld breit gestreut wird. Nicht wenige Fonds investieren in hunderte, teils tausende Anlagen gleichzeitig und streuen somit das Risiko. Absolute Sicherheit, so wie man sie von seinem Sparbuch kennt, gibt es indes nur bei einer Fonds-Form, den Garantiefonds.

Der ist so angelegt, dass man zumindest die eingezahlte Summe in jedem Fall wiederbekommt. Gemäß des erwähnten Credos der Geldanlage bedeutet das jedoch eben auch, dass die Rendite vergleichsweise gering ist. Um das in Zahlen auszudrücken: Wir sprechen hier von Zinssätzen, die in aller Regel gerade so der Inflationsrate entsprechen.

 

Bitcoin?

In den jüngsten Jahren haben sogenannte Kryptowährungen, das sind Währungen, die außerhalb des offiziellen (= staatlichen) Währungssystems bestehen und nur in digitaler Form existieren, enormen Zuspruch erfahren. Und nicht wenige stellen sie als das Nonplusultra dar, welches sämtliche Probleme des Investments auf einen Schlag auflöst – allen voran die bekannteste Währung Bitcoin.

Doch so umfangreich die Wertsteigerungen der vergangenen Jahre auch waren, so sehr alle Verfechter auch Recht zu haben schienen, so sehr sollte man sich als Privatsparer hüten, hier sein Geld einzusetzen. Denn Kryptowährungen sind die gelebte Umsetzung des anarchokapitalistischen Prinzips: Niemand anderes außer dem Prinzip von Angebot und Nachfrage kontrolliert sie. Keine Börsenaufsicht kann regulierend eingreifen, kein Staat durch Gesetze einhegen.

Auch, wenn zahlreiche Anbieter den Einstieg in den schillerndsten Farben zeichnen, sollte man dennoch die Finger davonlassen. Denn nicht nur, dass auch Kryptowährungen ihre einzige Rendite wie Gold und Silber durch einen Verkauf erzielen – im Gegensatz zu diesen Edelmetallen haben sie keinerlei realen physischen Wert, der dahintersteckt.

Just in diesen Tagen macht beispielsweise der Bitcoin einen globalen Erdrutsch mit – steil nach unten. Anfang Januar 2018 war ein einziger Bitcoin unglaubliche 16.497 Dollar wert, während diese Zeilen geschrieben werden, peilt er die 3.000-Dollar-Marke an. Ohne Ende in Sicht.

Und das ist nicht nur ein singuläres Bitcoin-Problem, sondern ein generelles aller Kryptowährungen: Keiner weiß, wer alles dahintersteckt. Es ist problemlos möglich, die Kurse zu einer Blase hochzupushen und diese mit Absicht platzen zu lassen, ohne dass die Welt erfahren würde, wer dadurch das große Geschäft gemacht hat.

EZB, Frankfurt am Main, © Experten sind sich einig, dass die Sonne über der bisherigen EZB-Leitzinspolitik untergeht. Bald könnten die klassischen Methoden sich also wieder rentieren.  fotolia.com © helmutvogler

 

Quo vadis, Kleinsparer?

Unterm Strich sieht es am Ende dieses Artikels folgendermaßen aus: Die Zeiten, in denen man als Kleinsparer einfach auf ein Sorglos-Produkt vertrauen konnte, liegen auf Eis. Wer heute noch so sparen will, dass seine Euros wenigstens nicht von der Inflation aufgefressen werden, der ist gezwungen, mehrere Eisen gleichzeitig in die Glut zu stecken.

Allerdings gibt es natürlich einen Hoffnungsschimmer: Ende Oktober 2019 wird Mario Draghi abgelöst. Und, so vermuten es jedenfalls viele Experten, mit ihm wird auch die Niedrigzinsphase verabschiedet – langsam zwar, aber immerhin. In Anbetracht dessen kann man sich deshalb die Frage stellen, ob man bis dahin nicht auch seinen Sparkurs noch aussetzen und sich mit dem Geld stattdessen etwas gönnen möchte.