SPD fordert bayernweiten Rechtsanspruch für Ganztagsschulen

Mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz stellte die Politik vor einiger Zeit die Weichen für den Ausbau der Kinderbetreuung. Für Bayern wünscht sich die SPD dies auch bei Ganztagsschulen.

 

Die SPD fordert einen bayernweiten Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz an allen allgemeinbildenden Schulen. «Entscheidende Fortschritte gibt es nur mit einem Rechtsanspruch. Das haben wir bereits beim Ausbau der Kinderbetreuung gesehen», sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Simone Strohmayr der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Landtagsfraktion will deshalb in der kommenden Woche im Bildungsausschuss ein Antragspaket einreichen, welches unter anderem ein Sonderinvestitionsprogramm in Höhe von 25 Millionen Euro für bessere Ganztagsschulen vorsieht.

 

Mit dem Geld sollten Schulgebäude für den Ganztagsbetrieb und moderne pädagogische Arbeitsweisen umgebaut werden. «Wir wollen Familien in Bayern langfristig mit guten Ganztagsschulen stärken. Dafür muss die Staatsregierung deutlich mehr investieren als bisher», betonte Strohmayr. Aus ihrer Sicht sei es zudem dringend erforderlich, dass alle Ganztagsangebote, Ganztagsschulen, Mittagsbetreuungen und Horte im gesamten Freistaat eine einheitlich gute Qualität haben. «Nur wenn der Ganztag an Schulen aus einem Guss ist, kann der Ganztag ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit sein.» Die vorhandenen Angebote müssten daher regelmäßige evaluiert werden.

 

«Die unterschiedlichen Formen der Ganztagsangebote für Schülerinnen und Schüler – gebundene oder offene Ganztagsschule, Hort, Mittagsbetreuungen etc. – müssen in ihrer Qualität so sein, dass sie dem Anspruch der optimalen Förderung genügen», heißt es in einem der Anträge. Das Bildungsangebot am Vormittag dürfe sich in seiner Qualität nicht von dem am Nachmittag unterscheiden.

 

Laut Chancenreport 2017 der Bertelsmann Stiftung hatten im Schuljahr 2014/15 nur knapp 49,2 Prozent der Schulen im Freistaat ein Ganztagsangebot, im Bundesdurchschnitt waren es immerhin 59,4 Prozent. Die Staatsregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, das Angebot flächendeckend auszubauen.

 

Nach Ansicht der SPD kommen die Zahlen nur zustande, weil in Bayern alle Schulen, die wie Gymnasien eine Mensa oder auch nur eine Betreuungsgruppe haben, schon als Ganztagsschule bezeichnet würden. Die Wahrheit sei, dass nur ganz wenige öffentliche Grundschulen über ein offenes oder gebundenes und vor allem kostenfreies Ganztagsschulangebot verfügten. «Ganz schlecht schaut es bei den Gymnasien und Realschulen in Bayern aus. Außer an den Mittelschulen gibt es in weiterführenden Schulen so gut wie keine gebundenen, das heißt über den Tag rhythmisierte Ganztagsklassen.

 

dpa