© Symbolbild (Foto: Polizei)

Spektakuläre Unfallflucht

Hollywoodreife Verfolgungsjagd: Erst rammte ein Rentner einen Bauzaun, dann floh er vor der Polizei und fuhr bei der Hetzjagd frontal gegen einen Streifenwagen. Dabei kam er ins Schleudern, touchierte mehrfach die Leitplanke und blieb schließlich stark beschädigt stehen. Mit einem Messer bewaffnet bedrohte er zuletzt die Polizisten.

 

Ein 66-jähriger Rentner verursachte am Mittwoch, den 28.06.2017, gegen 01.30 Uhr eine dramatische Verfolgungsjagd. Dabei begann alles mit einem harmlosen Anstoßen an einen Bauzaun. Doch statt die Polizei zu informieren, flüchtete der Mann vom Unfallort und bemerkte dabei nicht, dass bei dem Zusammenstoß das Kennzeichen des Pkws herunterfiel und vor Ort zurückblieb.

 

Die später eintreffenden Polizeibeamten konnten anhand des Nummernschildes den Halter des Pkw Dacia ausfindig machen. Um 04.00 Uhr fanden die Polizisten das gesuchte Fahrzeug, in dem der 66-jährige Mann zu diesem Zeitpunkt schlief.

 

Als die Polizeibeamten den 66-Jährigen aufforderten sein Fahrzeug zu verlassen, startete dieser den Motor und fuhr los. Unterstützt von weiteren Streifenfahrzeugen, begannen die Polizisten mit der Verfolgung des Rentners. Die Fahrt führte über die Orleansstraße, Grillparzerstraße, Mühlbaurstraße und über die Richard-Strauss-Straße bis auf den Isarring.

 

Dort rammte der Rentner mit seinem Dacia frontal das Heck eines Streifenwagens. Der Pkw kam daraufhin ins Schleudern, touchierte mehrfach die rechte sowie die Mittelleitplanke und kam letztendlich stark beschädigt zum Stehen. Mehrere uniformierte Polizeibeamte verließen ihre Wagen und umstellten den Pkw des Rentners.

 

Nun griff der 66-Jährige nach einem Taschenmesser, woraufhin ein Polizist in sofort vehement dazu aufforderte dieses beiseite zu legen. Als der Mann diesem Appell nicht nachkam, feuerte der Polizeibeamte einen Warnschuss in die Luft ab und die Seitenscheiben des Pkw wurden eingeschlagen. Im Anschluss daran, überwältigten  die Polizisten  den Mann mithilfe des Einsatzes von Pfefferspray.

 

Schließlich steckte der offenbar alkoholisierte Fahrer das Messer in seinen Gürtel und streckte die Hände aus dem Fahrerfenster, sodass er aus dem Auto gezogen und gefesselt werden konnte. Dabei erlitt der Münchner leichte Verletzungen und wurde in einem Münchner Krankenhaus ambulant versorgt. Ebenso verletzten sich zwei Polizisten leicht.

 

Der Pkw Dacia sowie der von diesem Auto gerammte Streifenwagen wurden stark beschädigt. Der 66-Jährige befindet sich derzeit in Haft und wird nach Rücksprache
mit der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wird wegen einer Vielzahl von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs infolge von Alkohol, Unbefugter Gebrauch eines Kraftwagens) ermittelt.

 

Der Führerschein des Rentners wurde beschlagnahmt und auch der Dacia wurde zur Beweismittelsicherung sichergestellt. Nach dem Unfall, der anschließenden Festnahme und der Unfallaufnahme am Isarring musste dieser von 04.15  Uhr bis 07.35 Uhr in westlicher Fahrtrichtung gesperrt werden. Es kam während des morgendlichen Berufsverkehrs zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, die sich erst gegen 09.15 Uhr normalisierten.

 

 

ak