Falkenturmstrasse in München - Orte, an denen es spuken soll

Spukt es hier? Gruselige Orte in München

Schauriges München: Vom Jungfernturm über das dicke Gespenst vom Maxtor bis hin zum Falkenturm, in dem angebliche Hexen eingesperrt und gefoltert wurden. Kurz vor Halloween stellen wir euch unheimliche Orte vor, zu denen es spannende Geschichten zu erzählen gibt. Eine kleine Grusel-Tour:

Der Falkenturm

Heute kennt man die Münchner Maximilianstraße vor allem, wenn man an Luxus-Boutiquen, teure Autos und Shopping denkt. Doch etwa dort, wo sie die Falkenturmstraße kreuzt, stand der sogenannte Falkenturm, der 1470 erstmals urkundlich als „Valckner turn“ erwähnt wurde und zu einem Teil der zweiten Stadtmauer Münchens gehörte. Zunächst sollen dort Gegenstände für die Falkendressur und Jagd aufbewahrt worden sein.

 

Ab etwa 1500 diente der Falkenturm allerdings bis 1826 als Gefängnis. Die wohl bekannteste Geschichte rankt sich um Theresia Kaiser (ca. 1700), die als 17-Jährige als Angestellte eines Stadtschreibers arbeitete. Da sie dessen Liebe nicht erwiderte, wurde sie der Hexerei bezichtigt, zum Tode verurteilt und im Falkentrum eingesperrt. Ein oder zwei Tage vor ihrer Hinrichtung sollen dann Wachen beobachtet haben, wie eine Fledermaus - so groß wie ein Mensch - in den Turm geflogen sei. Theresia wurde danach nackt und besinnungslos aufgefunden, allerdings fehlte ihr Hemd. Am nächsten Morgen wurde dann der Stadtschreiber, der sie abgeschwärzt hatte, erhängt aufgefunden –  genau diesem Hemd. Theresia wurde daraufhin sofort exekutiert. Seitdem gibt es immer wieder Erzählungen über Sichtungen ihres Geistes.    

Der Jungfernturm

Einer der schmerzhaftesten Grusel-Orte der Stadt München: Heute erinnert eine Gedenktafel in der Jungfernturmstraße an den Bau, der ein Teil der ehemaligen Münchner Stadtbefestigung ist. Hier wurden etliche Frauen und Kinder gequält und getötet. Man sagt, dass die wimmernden Stimmen der Seelen noch heute an der Mauer entlang zu hören sind. Der Jungfernturm trägt seinen Namen auch, weil in ihm eine sogenannte Eiserne Jungfrau stand. Ein Gerät, um Menschen zu foltern oder hinzurichten - ähnlich wie eine Art Sarg, der mit nach innen stehenden Nägeln beschlagen ist. Man sagt, das kein Gefangener dieses gruselige Gefängnis lebend verlassen hat. Nachdem die Menschen darin qualvoll zu Tode kamen, wurde eine Falltür geöffnet und die Leichen fielen etwa 20 Meter in die Tiefe. Heute sollen immer wieder die Stimmen der Seelen zu hören sein, die dort nicht zur Ruhe finden. Es gibt auch Meldungen über eine seltsame Gestalt, die dort immer wieder auftaucht.

Das dicke Gespenst vom Maxtor

Seit dem 19. Jahrhundert schlingen sich Mythen um einen dicken Mann, der in der Nähe des Maxtors sein Unwesen treibt. Den Erzählungen nach, soll die geistartige Gestalt vorwiegend junge Frauen verfolgen, die sich auf dem Nachhauseweg befinden. Es ist nicht möglich, das Gespenst abzuhängen. Denn es taucht bei jedem, der vor ihm augenscheinlich fliehen kann, aus einem Hauseingang heraus wieder auf. Was die Geschichte des zwei Meter großen und dicken Gespenstes ist, oder wieso es Fußgänger verfolgt, ist bis heute noch ungeklärt. Doch das Wesen soll einem angeblich nicht mehr von der Seite weichen, solange es einen auf offener Straße erblickt.

Der Teufelstritt in der Frauenkirche
Teufelstritt in der Eingangshalle der Münchner Frauenkirche auf beige-rot gefließtem Boden, © Teufelstritt in der Frauenkirche

Um den Teufelstritt in der Münchner Frauenkirche gibt es viele Geschichten. Laut einer Sage entstand der Fußabdruck in der Eingangshalle folgendermaßen: Als der Baumeister Jörg von Halspach den Bau der Kirche fast abgeschlossen hatte, erfuhr der Teufel davon und eilte er noch vor der Einweihung in die Eingangshalle, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Dort sah er, dass die Kirche keine Fenster habe, irrte sich allerdings, da diese an der Stelle des Fußabrucks durch die Stützen verdeckt wurden. Vor lauter Freude stampfte er auf den Boden und schrie: “Da haben die dummen Tölpel von Bauleuten doch tatsächlich die Fenster vergessen. In eine Kirche ohne Fenster geht kein Mensch zum Beten, da ist der ganze Bau umsonst.“ und zog sich lauthals lachend zurück. Als er seinen Irrtum bemerkte und sah, dass die Menschen in die Kirche strömten, war es bereits zu spät und die Kirche war schon geweiht. Er verwandelte sich daraufhin in einen heftigen Wind und versuchte noch die Bürger abzuhalten, in die Gottesdienste zu gehen, indem an dem Gebäude rüttelte und die Hüte von den Köpfen der Menschen riss – doch vergeblich. Noch heute seien der Teufel und seine Gefährten in Form des Windes zu hören.

 

In einer anderen Version hatte der Teufel einen Pakt mit dem Baumeister geschlossen und von Anfang an geholfen, die Kirche zu bauen. Er habe dafür die Seele der ersten Person, die die Kirche betritt, als Gegenleistung verlangt. Als er seinen Lohn schließlich abholen wollte, sagte ihm der Baumeister aber, dass seine Arbeit  zu schlecht war, da er die Fenster vergessen habe. Vor Wut stampfte der Teufel fest auf den Boden, wo heute der Fußabdruck zu sehen ist.

Die Schwarze Frau der Residenz zu München
Residenz München - hier soll es einen Geist geben

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts taucht in der Münchner Residenz eine „schwarze Frau“ auf, welche in regelmäßigen Abständen immer wieder gesehen wird. Sie gilt als der Todesengel der Wittelsbacher, der naheliegende Todesfälle angekündigt. Bei der Feier des hundertjährigen Bestehens der Residenz im Jahre 1864 wurde bei einem Kostümball vermehrt von der Begegnung mit einer verhüllten Frau in schwarzem Kleid berichtet. Kurz darauf erlag König Max II. einer Blutvergiftung durch den Stich mit einer Krawattennadel. Berichte über das Vorkommen der schwarzen Frau häuften sich, und zugleich auch die ungeklärten Todesfälle im Hause Wittelsbach. Darunter wurde auch der Tod König Ludwigs II. im Jahre 1886 in Verbindung mit der schwarzen Frau gebracht: Kammerfrauen berichteten von der Sichtung des Geistes kurz vor seinem mysteriösen Tod im Starnberger See. Noch heute berichten Residenzbesucher und Schloßpersonal von seltsamen Geräuschen und einer huschenden schwarzen Gestalt, die zwischen den Gängen der Residenz umherläuft.

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