Staatsanwaltschaft nimmt Betreiber von Fake-Autohäusern im Internet fest

Der Münchner Staatsanwaltschaft und Polizei ist es gelungen fünf Personen festzunehmen, die im Internet mit Fake-Autoverkäufen zahlreiche Personen abgezockt haben sollen. Sie hatten die Online-Autohäuser mittels gefälschter Konten, und falschen Identitäten eröffnet, wobei auch ein Mitarbeiter der Post in München seinen Teil dazu beigetragen haben soll.  

 

Im Fokus steht ein 39-jähriger Tatverdächtiger aus Hessen, der sich mit Scheinautohäusern (Internet-Fakeshops), betrügerisch eröffneten Bankkonten, gefälschten Überweisungsaufträgen und gefälschten Kreditanträgen eine fortlaufende Einnahmequelle verschafft haben soll. Von Februar 2016 bis heute ergaunerte er sich dadurch laut einer Mitteilung rund 1 Million Euro. Diese „erwirtschaftete“ der 39-Jährige in den Bundesländern Bayern, Hessen und Sachsen.

 

Auch die Lebensgefährtin des 39-Jährigen soll in die gewerbsmäßigen Betrugstaten involviert gewesen sein. Die beiden sollen unter mindestens 20 falschen, beziehungsweise gestohlenen Identitäten aufgetreten sein und damit rund 200 Bankkonten eröffnet haben sowie 80 Mobilfunkverträge abgeschlossen haben. Laut der Mitteilung sollen sie dann mit rund 30 Scheinautohäusern über Online-Portale und eigene Webseiten hochpreisige Autos (BMW, Audi, Porsche, etc.) zum Verkauf angeboten haben. In mindestens 27 Fällen sollen Käufer – teils im 5-stelligen Euro-Bereich – geleistet haben.

 

Ein guter Bekannter der beiden und nunmehr weiterer Beschuldigter, habe nach den bisherigen Erkenntnissen seit März 2017 seine Tätigkeit bei einer Post-Filiale in München dazu genutzt, den beiden Beschuldigten in rund 70 Fällen zu helfen. Gegen Geld oder Sachleistungen soll er ihnen mit dem sogenannten Postident-Verfahren ermöglicht haben mehrere Bankkonten und Mobilfunkverträge unter den falschen Identitäten abzuschließen.

 

Eine weitere Beschuldigte, eine 41-jährige Mediendesignerin und Bekannte der Täter, habe die Logos und Designs der Scheinautohäuser erstellt, obwohl sie von der Betrugsmasche gewusst haben soll. Auch sie soll dafür Geld und Sachwerte angenommen haben. Zu guter Letzt soll ein fünfter Beschuldigter geholfen haben, die Herkunft des betrügerisch erlangten Geldes zu verschleiern und sich mehrerer Taten der Geldwäsche strafbar gemacht haben.

 

Alle fünf Beschuldigten konnten gestern vorläufig festgenommen und Haftrichtern in Hessen, Sachsen und Bayern vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft München I und das Polizeipräsidium München werden in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag, den 08.06.18, um 11.30 Uhr im Medienzentrum im Polizeipräsidium München das vorläufige Ermittlungsergebnis vorstellen.

 

mhz/Staatsanwaltschaft München I