Der Fall Uli Hoeneß

Das Urteil ist gefallen: 3 Jahre und 6 Monate Haft für Uli Hoeneß wegen schwerer Steuerhinterziehung. Seine Selbstanzeige wurde nicht als wirksam anerkannt.

 

 

Am Freitag überrascht der Fall Hoeneß erneut: auf der einen Seite, wie zu erwarten war, tritt der 62-jährige mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück. Andererseits kündigte er an, keine Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

 

Zum Auftakt seines Prozesses hat Uli Hoeneß alle Vorwürfe der Steuerhinterziehung voll eingeräumt. «Ich habe Steuern hinterzogen», sagte Hoeneß. «Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe gehofft, mit einer Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.»

 

Der wahre Knalle am ersten Prozesstag ist die Summe, die Hoeneß einräumt hinterzogen zu haben: satte 18,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft war bisher von nur 3,5 Millionen ausgegangen.

 

Hier der Beitrag zum ersten Verhandlungstag:

 

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Er habe mit immensen Summen regelrecht «gezockt» und keinen rechten Überblick mehr über Gewinne und Verluste gehabt, sagte Hoeneß weiter. Unter dem Strich habe er in den Jahren 2003 bis 2009, auf die sich die Anklage bezieht, Verluste in Millionenhöhe gemacht. Dennoch sei ihm klar, dass er zwischenzeitliche Gewinne hätte versteuern müssen.

 

«Ich bin froh, dass jetzt alles transparent auf dem Tisch liegt. Mein Fehlverhalten bedauere ich zutiefst. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird.» Er wolle alle Schulden nachzahlen. Er erinnerte daran, dass er insgesamt auch fünf Millionen Euro für soziale Zwecke gespendet hatte. «Ich bin kein Sozialschmarotzer», sagte Hoeneß.

Die Anklage wirft dem 62-Jährigen vor, Steuern in Höhe von insgesamt 3,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Staatsanwalt Achim von Engel sagte zum Prozessauftakt, Hoeneß habe Einkünfte in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro beim Finanzamt verschwiegen. Die Anklage lautet auf Steuerhinterziehung in sieben selbstständigen Fällen.

 

 

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Der Hammer am 2. Verhandlungstag: die Steuerschuld ist von 3,5 auf 27,2 Millionen Euro gestiegen:

 

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Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß naht die Stunde der Wahrheit – jetzt liegt die Frage über Haft oder Freiheit in den Händen der Richter.

Das Münchner Landgericht fällt mit großer Wahrscheinlichkeit doch schon an diesem Donnerstag das Urteil über den prominenten Steuersünder.

Im schlimmsten Fall droht dem Bayern-Boss eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Hier der bericht zu Tag 3 im Prozess:

 

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Das geplante Ende des Prozesses ist auf Donnerstag, den 14. März festgelegt.
münchen.tv wird an jedem der vier Prozesstage vor Ort sein. Unser Team im Justizpalast besteht aus Mirnesa Cakor, Markus Haiß und Florian Reindl.

 

 

 

jn / mh