Coffee-to-go-Becher, © Coffee-to-go-Becher

Steuer auf Coffee-to-go-Becher?

Umweltpolitiker aus CDU und SPD schlagen eine Steuer auf Coffee-to-go-Becher und Pizzakartons vor. Der Grund: In manchen Städten sorgt der Verpackungsmüll schon für mehr Ärger als Hundekot. Eine Steuer von bis zu 20 Cent pro Pappbecher könne Abhilfe schaffen, glauben die Politiker. Der Vorschlag ist nicht unumstritten.

 

Könnte so die Lösung für das Müllproblem aussehen? In München gibt es alle paar Meter eine Bar, ein Café oder ein Restaurant das Kaffee anbietet – natürlich auch to go. Wer schlürft nicht gerne eine leckere Latte macchiato aus einem Pappbecher mit Plastikdeckel und Plastikstrohalm auf einer Parkbank in der Sonne? Dazu vielleicht eine Pizza to go im Pappkarton? Unvorstellbar, wieviel Müll durch diese Mitnehm-Angebote jährlich entstehen. Auch andere Städte haben dieses Problem.

 

Berlin will Steuer von bis zu 20 Cent pro Becher

 

In Berlin kam deshalb jetzt der Vorschlag auf, eine Steuer auf den Müll zu erheben. Laut Verbraucherzentrale werden jährlich in Berlin rund 280 Millionen Kaffeebecher pro Jahr benutzt. Bei der vorgeschlagenen Steuer von bis zu 20 Cent pro Stück kämen so 56 Millionen Euro zusammen. Durch die Steuer sollen die Bürger wieder dazu erzogen werden, weniger Müll zu verbrauchen. Doch es gibt auch Kritik an dem Vorschlag.

 

Rabatte statt Steuer?

 

Manche sehen die Lösung des Müllproblems eher in der Freiwilligkeit. Einige Bürger haben bereits ein Bewusstsein für den Müll, den sie so produzieren und bringen ihre eigenen Mehrwegbecher mit. Rabatte für diese „Umweltbewussten“ wären demnach auch ein Vorschlag. Laut Recherchen des WDR verbrauche jeder Coffee-to-go-Liebhaber im Durchschnitt 80 Becher pro Jahr. Hochgerechnet seien das rund 6,6 Milliarden Becher jedes Jahr in Deutschland. Ein Trend, der die Umwelt enorm belastet.