Tag Archiv: Aktionsrat Bildung. Lehrer

München: CSU unschlüssig ob G8 oder G9

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will sich vom Gymnasiums-Volksbegehren der Freien Wähler nicht unter Druck setzen lassen.

 

«Wir werden völlig unabhängig von dem Ausgang des Volksbegehrens in aller Ruhe und im Dialog mit der Schulfamilie unsere Position formulieren», sagte Seehofer am Donnerstag am Rande der Landtagssitzung in München. «Und dann werden wir sehen, ob sie parteiübergreifend gestaltet werden kann.» Die Freien Wähler kämpfen für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9.

 

Seehofer setzt auf „individuelle Förderung“

 

Seehofer betonte, der CSU wolle den Schülern helfen, die am Gymnasium mehr Zeit brauchten. Dabei gehe es weniger um Organisationsfragen als um eine auf den einzelnen Schüler abgestellte Förderung. «Es bleibt dabei, dass wir die individuelle Förderung an die Spitze unserer Politik stellen.» Daran arbeite die CSU unabhängig vom Volksbegehren. «Wir stellen unsere Überlegungen auch nach einem gescheiterten Volksbegehren nicht ein.» Seehofer wagte keine Prognose, ob die Freien Wähler es schaffen, dass sich mindestens zehn Prozent aller Wahlberechtigten beteiligen: «Ich weiß es nicht. Ich kann’s Ihnen nicht vorhersagen.»

 

Landtag streitet über G8 und G9

 

Eine Woche vor dem Start des Volksbegehrens für eine Wahlfreiheit zwischen acht- oder neunjährigem Gymnasium hat der Landtag erneut über das künftige Gymnasialkonzept gestritten.
Die Freien Wähler, die das Volksbegehren angestoßen haben, warfen der CSU am Donnerstag völlige Planungslosigkeit vor. «Die einzigen, die kein Modell haben, das ist die bayerische Staatsregierung», sagte Hauptinitiator Michael Piazolo. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wies dies zurück.

 

Die CSU setzte vielmehr auf den laufenden Dialogprozess mit der gesamten Schulfamilie. Erst an dessen Ende werde man Vorschläge machen, wie es am Gymnasium weitergehen solle.
Piazolo sagte dazu: «Das, was Sie machen, ist betreutes Denken – sie sollten lieber selber denken.»

 

RG / dpa

Burnout bei Lehrern

Der Aktionsrat Bildung fordert Burnout-Prävention für Lehrer. Die Schulen, aber auch die Bundesländer sollen die Lehrkräfte deutlich mehr Unterstützung für Burnout-bedrohte Lehrer leisten. Das geht aus einer Studie hervor, die am Dienstagvormittag in München vorgestellt werden soll und die der Nachrichtenagentur dpa vorab schon vorlag.

 

Prävention und Intervention

„Bildungspolitik und Bildungseinrichtungen sind aufgefordert, ihren Beitrag zur Prävention und Intervention zu leisten“, erklärte Alfred Gaffal, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Diese hatte den Aktionsrat 2005 gegründet. Mangelndes Prestige des Lehrerberufs und Mobbing seien Gründe, warum die Diagnosen psychischer Erkrankungen im Bildungswesen anstiegen. Der Aktionsrat drängt darauf, bereits mit Studenten Gespräche zu führen und das Staatsexamen zu reformieren. Lehrer müssten mit flächendeckenden Serviceeinrichtungen besser betreut werden.

 

Burnout-Syndrom – was genau ist das?

Als Burnout-Syndrom wird ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung bezeichnet. Damit verbunden ist eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Burnout beginnt meist mit einer Begeisterungsphase, geht über in frustrierende Erlebnisse und endet in einem Zustand der Desillusionierung, Apathie, Depression oder Aggressivität, oft auch in Verbindung mit erhöhter Suchtgefährung.

 

Brunout ist keine Krankheit

Das Brunout-Syndrom ist wissenschaftlich nicht als Krankheit anerkannt. Vielmehr gilt es als Problem des Lebensbewältigung. Wissenschaftler verstehen das Burnout-Syndrom als eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung. Die Ursachen dafür sind berufliche oder anderweitige Überbelastung. Meist wird das Burnout-Syndrom durch Stress ausgelöst, der wegen der verminderten Belastbarkeit der betroffenen Person nicht bewältigt werden kann.

 

rr/ dpa