Tag Archiv: Antisemitismus

Symbolfoto: Polizei bei Demonstration, © Symbolfoto

Ermittlungen gegen Polizeibeamte wegen möglichen Sexualdelikts, Hakenkreuzfoto und Antisemitismus

Sechs Polizisten suspendiert – Foto von Hakenkreuzschmiererei auf Polizisten-Handy – Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdelikts. Die Münchner Staatsanwaltschaft II ermittelt gegen mehrere Polizeibeamte wegen möglicherweise strafrechtlich relevanter Inhalte in einer Chat-Gruppe. Entdeckt wurde dies auf dem privaten Handy eines Polizisten. Auch intern werde deswegen gegen die Männer ermittelt, teilte die Münchner Polizei am Freitag mit.

 

Die Staatsanwaltschaft München II führt zusammen mit dem Polizeipräsidium München seit Ende November Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdelikts. Dieses steht im Zusammenhang mit einem privaten Lokalbesuch von Polizeibeamten im Landkreis Miesbach. Die polizeilichen Ermittlungen in diesem Fall sind vorerst abgeschlossen, der Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft vorgelegt. In diesem Rahmen ist seit Mitte Dezember ein Beamter des BLKA suspendiert.

 

 

Im Rahmen dieses Verfahrens wurde das private Handy eines Polizeibeamten der 3. Einsatzhundertschaft (Unterstützungskommando – USK) der Münchner Polizei, bis in den Februar dieses Jahres ausgewertet. Dabei wurden im überwiegend privaten sowie unkritischen Kommunikationsverlauf einer App mit anderen aktiven und ehemaligen Angehörigen seines Zuges vereinzelte Medieninhalte festgestellt, die eine straf- bzw. dienstrechtliche Bewertung erfordern.

 

 

Hierbei wird konkret u.a. das Teilen von zwei auf Youtube zugänglichen Videos in der App hinsichtlich möglicher antisemitischer Aspekte überprüft. Auch die Benutzung eines Distanz-Elektro-Impuls-Geräts, sogenannte „Taser“, gegenüber anderen Kollegen des USK im Rahmen der Ausbildung an diesem Gerät. Alles entgegen der klaren dienstlichen Weisung, keine Selbstversuche durchzuführen.

 

 

Außerdem wurde im Fotoarchiv des Handys ein Foto von einer Hakenkreuzschmiererei auf einem Betonsockel in einem Münchner Park gefunden.

 

 

In diesem Kontext wurden sofort mit Bekanntwerden der ersten Verdachtslage insgesamt vier Beamte des USK München, gegen die strafrechtlich ermittelt wird, und ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd vom Dienst suspendiert. Weitere acht Beamte des gleichen Einsatzzuges und ein Beamter des SEK wurden wegen ihrer Äußerungen im Kommunikationsverlauf der App, die jedoch unterhalb einer Strafbarkeit liegen, aus ihren Einheiten genommen.

 

 

Unter den Beamten seien vier Mitglieder des Unterstützungskommandos (USK), ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein Beamter des Bayerischen Landeskriminalamts, auf dessen Handy die Inhalte gefunden wurden. Anlass dafür waren Ermittlungen wegen eines möglichen Sexualdelikts. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft.

MVV Linienbus, © MVV Linienbus - Symbolbild.

Neuhausen: Volksverhetzung und antisemitische Parolen in Linienbus

Während einer Busfahrt rief eine Gruppe junger Männer lauthals judenfeindliche Parolen, die im gesamten Fahrzeug zu hören waren. Als eine couragierter Münchnerin die Pöbler ermahnte, mit den Beleidigungen aufzuhören, ging die Gruppe geschlossen auf die 38-Jährigen los. Weiterlesen

Merkel besucht KZ-Gedenkstätte Dachau

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht am  20. August  die KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Präsident der dortigen Lagergemeinschaft und Holocaust-Überlebende Max Mannheimer sprach von einem historischen Besuch. Noch nie sei vor Merkel ein amtierender Kanzler in der KZ-Gedenkstätte gewesen.
Die  Bundeskanzlerin wird am  Internationalen Mahnmal einen Kranz niederlegen. Im Anschluss will sie zusammen mit Staatsminister Ludwig Spaenle zwei historische Räume des Gedenkstättenmuseums besichtigen. Dabei wird Merkel auf eine Gruppe Überlebender treffen.

Der 93-Jährige Max Mannheimer nannte den Besuch politisch und gesellschaftlich bedeutend «in einer Zeit, wo ein großes Maß an Antisemitismus feststellbar ist, wo Anfeindungen gegenüber Juden erschreckend zunehmen und rechtsextremistisch motivierte Straftaten drastisch ansteigen».Mannheimer hatte Merkel im vergangenen Herbst eingeladen.

In dem 1933 errichteten Konzentrationslager und in mehreren Außenlagern waren über 200 000 Menschen inhaftiert. 41 500 wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden.

me / dpa