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Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen – Jedes vierte Kind in Bayern ist chronisch krank und dennoch sind Bayerische Kinder gesünder als der Bundesdurchschnitt

Erschreckende Zahlen für Bayern: Knapp jedes zehnte Kind leidet an einer psychischen Erkrankung mit potentiell chronischem Verlauf. 90 Prozent aller Kinder sind mindestens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Schulkinder leiden unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen. Dies geht aus dem neuen Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit hervor. Die Krankenkasse hat für die Studie die Daten von von mehr als 83.000 versicherten Kindern im Freistaat ausgewertet. Für die Versorgung aller Minderjährigen in Bayern gibt die Kasse im Jahr mehr als 74 Millionen Euro aus.

 

In Bayern leben rund 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche und die Geburtenraten steigen. Doch chronische Leiden belasten die Kinder. In Bayern ist jedes vierte Kind körperlich krank – Jungen etwas häufiger als Mädchen. 14 verschiedene Erkrankungen wertet der Kinder- und Jugendreport aus, Erkrankungen, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können. Am stärksten verbreitet sind Neurodermitis und Heuschnupfen, gefolgt von Asthma und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes.

„Das sind Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, betont Sophie Schwab, Leiterin der DAK-Landesvertretung Bayern.

 

© DAK-Gesundheit

 

 

Platz 1 der Kindererkrankungen: Rückenschmerzen und Atemwegserkrankungen.

54 Prozent aller Jungen und Mädchen in Bayern leidet mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer akuten Bronchitis. In der Häufigkeit dahinter folgen Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen, psychische Leiden und Hauterkrankungen. Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen oder Knieprobleme sind ebenfalls recht verbreitet. Fast jedes sechste Kind hat wenigstens einmal im Jahr eine entsprechende Diagnose. Ab dem zwölften Lebensjahr ist ein Viertel aller Jungen und Mädchen betroffen.

„Das ist alarmierend“, betont Schwab, „denn frühe Muskel-Skelett-Probleme können im Erwachsenenalter schwere Rückenleiden nach sich ziehen.“

 

© DAK-Gesundheit

 

 

Ein weiteres Leiden, das auch mit Bewegungsarmut zusammenhängt, ist krankhaftes Übergewicht.

Über alle Altersgruppen hinweg sind 2,7 Prozent betroffen, im Alter von zehn bis 14 Jahren 3,8 Prozent.

„In diesem Alter werden für verhaltensbezogene Krankheitsbilder die Weichen gestellt“, kommentiert Schwab die Ergebnisse.

Bei Asthma bronchiale führen verengte Bronchien zu rasselnder Atmung. Die Patienten leiden anfallsartig unter Husten und Luftnot. Asthma-Sprays gehören zur siebthäufigsten Arzneimittelgruppe bei Kindern. Im Auftrag der DAK-Gesundheit hat die Universität Bielefeld die Gesundheits- und Versorgungssituation von Jungen und Mädchen in Bayern umfassend untersucht. Die repräsentative Studie mit Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016 liefert erstmals systematische Analysen zum Erkrankungsgeschehen bei Kindern.

 

© DAK-Gesundheit

 

Bayerische Kinder jedoch gesünder als im Bundesschnitt

Die Kinder und Jugendlichen in Bayern sind aber gesünder als ihre Altersgenossen im Bundesdurchschnitt. Zwar dominieren die gleichen Erkrankungen wie auf Bundesebene, jedoch haben die Kinder in Bayern seltener Infektionen und Atemwegserkrankungen. Auch Fettleibigkeit kommt deutlich seltener vor als im Bundesschnitt. Jedoch gibt es im Freistaat signifikant mehr Kinder mit der «Zappelphilippstörung» ADHS und einer Brille.

Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land: Stadtkinder leiden öfter unter Karies, Viruserkrankungen und krankhaftem Übergewicht. Doch auch das Landleben hat seine Nachteile: Dort gibt es mehr Fälle von akuter Bronchitis und Allergien.

 

Oktoberfest 2014: Rotes Kreuz gewappnet

Am 20. September startet das Oktoberfest auf der Theresienwiese.

Während sich viele Münchner und Touristen auf das größte Volksfest der Welt freuen, bereitet sich das bayerische Rote Kreuz auf 16 Tage Dauereinsatz vor.

Ob Platzwunde, Herzinfarkt oder Alkoholvergiftung – Die Sanitäter haben während der Wiesn alle Hände voll zu tun.

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München: Gesundheitsreferat zweifelt an Klinik-Sanierung

Der Sanierungsplan für die angeschlagenen Städtischen Kliniken gefährdet nach Ansicht der Fachabteilungen des Gesundheitsreferates in München die Notfallversorgung der Patienten.

Die Experten sehen es kritisch, dass die Notfallzentren im Krankenhaus in Schwabing und im Krankenhaus in Harlaching verkleinert werden sollen. Nach Ansicht der Fachabteilungen des Gesundheitsreferates würde der Mangel „von Fachabteilungen im Hintergrund“ zu erheblichen Versorgungslücken führen.

 

Nur noch „lokale Notfallzentren“

 

Die Unternehmensberater der Firma Boston Consulting, die den Sanierungsplan für die Städtischen Kliniken vorgeschlagen haben, sehen vor, dass die Schwabinger und Harlachinger Krankenhäuser nur noch über „lokale Notfallzentren“ verfügen sollen.

In denen können die Mediziner zwar schon operieren und es werden auch weiterhin Intensivstationen mit Betten vorhanden sein – die schwierigeren Fälle müssten aber sofort weiter ins Klinikum nach Bogenhausen.

Der Leiter der Städtischen Kliniken versichert, dass eine Notfallversorgung auch in den kleineren Kliniken damit in vollen Umfang gewährleistet sei.

„Eine adäquate Versorgung ist damit nicht sichergestellt“, kontern  sowohl das Gesundheitsreferat als auch der Hausärzteverband.

 

„Mitversorgung“ könnte zu wenig sein

Fachärzte aus Bogenhausen und Neuperlach sollen Schichten in Schwabing und Harlaching übernehmen, um vor allem in den hochspezialisierten Bereichen Neurologie und Chirurgie die nötige Versorgung für die Patienten bereit zu stellen.

In der Stellungnahme des Gesundheitsreferates spricht man deswegen gar von „Notfallmedizin zweiter Klasse“, die zur Folge haben könnte, das die Menschen das Vertrauen in die medizinische Versorgung im Notfall verlieren und sogar Krankentransporte die geschrumpften Kliniken in Schwabing und Harlaching meiden könnten.

In dieser und in der kommenden Woche soll der Stadrat über die Beschlussvorlage von Boston Consulting beraten. In dem Papier tauchen die Einwände des Gesundheitsreferates jedoch überraschenderweise gar nicht auf.

adc / kliniken

Murnau: Geretteter Höhlenforscher kann Intensivstation bald verlassen

Wenige Tage nach der Rettung aus der Riesending-Schachthöhle geht es weiter aufwärts bei Johann Westhauser. Er hat viel Glück gehabt und ist auf dem Weg der Besserung.

 

Der gerettete Höhlenforscher Johann Westhauser kann die Intensivstation schon bald wieder verlassen. Er erhole sich weiter und habe eine ruhige Nacht verbracht, teilte die Unfallklinik Murnau mit. «Er isst inzwischen mit gutem Appetit und konnte nach zwei Wochen erstmalig wieder auf eigenen Beinen mobilisiert werden», hieß es am Samstag. Am Montag sei eine «Stabilisierung der Augenhöhle» geplant. Danach werde Westhauser von der Intensivstation verlegt.

 

Der Ärztliche Direktor Volker Bühren hatte am Freitag angekündigt, der Höhlenforscher aus Pfinztal bei Karlsruhe werde etwa zwei Wochen in der Klinik in Oberbayern bleiben und dann ein bis zwei Monate in eine stationäre Reha gehen. Eine Operation am Hirn sei nicht notwendig.

 

Aufräumarbeiten in Deutschlands tiefster Höhle beginnen

 

Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. In einer beispiellosen Aktion war er bis zum vergangenen Donnerstag aus Deutschlands tiefster Höhle geholt worden.

 

Dort beginnen nun die Aufräumarbeiten. Hunderte Helfer hatten in den vergangenen zwei Wochen viel Material in die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden geschleppt. Was genau im Berg bleiben soll und was nicht, war am Sonntag noch unklar. Der Eingang der Höhle soll geschlossen werden, um neugierige Besucher abzuhalten und weitere Unglücke zu verhindern.

 

RG / dpa

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