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Durchsuchungen bei drei mutmaßlichen NS-Verbrechern

Ermittler haben die Wohnungen von drei mutmaßlichen NS-Verbrechern in Franken durchsucht. Den Männern wird vorgeworfen, an der Tötung von Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz beteiligt gewesen zu sein. Im Raum Aschaffenburg gab es am Mittwoch bei einem 92-Jährigen und im Raum Coburg bei einem 90-Jährigen Durchsuchungen, wie Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder aus Würzburg am Donnerstag sagte. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wurde Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke zufolge die Wohnung eines 91-Jährigen durchsucht. Zu Verhaftungen kam es nicht.

 

Die Verfahren gehen auf Vorermittlungen der Ludwigsburger NS-Fahndungsstelle zurück. Sie hatte Informationen zu 30 mutmaßlichen Nazi-Verbrechern an die zuständigen Staatsanwaltschaften gegeben. Sieben der Verdächtigen leben in Bayern. Die Staatsanwaltschaft München prüft zurzeit die Vorwürfe gegen zwei von ihnen.

 

Die Ermittlungen gegen zwei weitere wurden inzwischen eingestellt, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte. Bei einem Verdächtigen sei nachgewiesen worden, dass er sich zum fraglichen Zeitpunkt nicht in Auschwitz aufhielt, im zweiten Fall sei der Mann gesundheitlich nicht mehr in der Lage, einem möglichen Prozess zu folgen.

 

 

jn / dpa

Münchner Staatsanwaltschaft prüft NS-Vorwürfe

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht Hinweisen der Ludwigsburger Zentralstelle auf mutmaßliche NS-Verbrecher nach. Vier Fälle soll es in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern geben. Die Ermittler untersuchen, ob es einen Anfangsverdacht wegen NS-Morden gibt und ein Ermittlungsverfahren eröffnet wird, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag sagte. Insgesamt befasst sich die bayerische Justiz mit sieben Fällen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft untersucht Hinweise über mutmaßliche Beschäftigte im KZ Auschwitz. Die Zentralstelle hatte ihnen eine Liste mit Namen gegeben. Laut Steinkraus-Koch sei jedoch nicht klar, woher die Liste stammt und wie belastbar die Informationen sind. Zudem müsse überprüft werden, ob mögliche Taten überhaupt noch verfolgt werden können. Zumindest in einem Fall handle es sich möglicherweise um einen damals Jugendlichen.

Die NS-Fahndungsstelle hatte vor kurzem angekündigt, die Ergebnisse von 30 Vorermittlungen zu mutmaßlichen NS-Verbrechern an die zuständigen Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland abzugeben. Den Beschuldigten wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

 

rr/dpa