Tag Archiv: Berchtesgaden

München / Antenbichl: „Lindenstraße“-Star vermisst

Seit Montagabend wird ein 44 Jahre alter Münchner vermisst. Der Mann war am Montag den 28. Juli 2014 in den frühen Morgenstunden alleine zu einer Bergtour aufgebrochen.  Da er nicht wie angekündigt gegen 19.00 Uhr nach Hause gekommen ist, wurde von seiner Frau eine Vermisstenanzeige erstattet.
Es handelt sich dabei um den Schauspieler Philipp Brammer, bekannt aus der ARD-Serie „Lindenstraße“ (Rolle „Jan Günzel“). Er wirkte aber auch in Serien wie „Derrick“, „Der Alte“ und „SoKo 5113“ mit. Zuletzt stand er auch für einen Fall in der Sendung „Aktenzeichen XY, ungelöst“ vor der Kamera. Seine Fans hoffen nun, dass er nicht selber irgendwann dort als Opfer zu sehen sein wird.

PKW bei Antenbichl entdeckt

Auf einem Wanderparkplatz bei Antenbichl, nahe des Hintersees, konnte der Pkw des vermissten Philipp Brammer aufgefunden werden. Von dort aus wäre eine sehr anspruchsvolle Bergtour auf den Edelweislahnerkopf (über die Halsalm) möglich, welche der Vermisste als mögliches Wanderziel gegenüber seiner Ehefrau angegeben hatte. Das teilte die Polizei am Dienstagnachmittag mit. Zugleich wurde ein Foto des Schauspielers veröffentlicht.

Beschreibung des Vermissten:

44 Jahre alt, 177 cm groß, ca. 75 kg schwer, schlank, blaue Augen, lichtes, dunkelblondes Haar, Dreitagebart; bekleidet mit vermutlich schwarzen Wanderstiefeln, Wanderkleidung,
trägt grünen Rucksack bei sich und könnte eine rote Regenjacke mitführen.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 14, Tel. 089/2910-0, oder mit der
Polizeiinspektion in Berchtesgaden, Tel. 08652/9467-0, sowie mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

mh / Polizei

Murnau: Geretteter Höhlenforscher kann Intensivstation bald verlassen

Wenige Tage nach der Rettung aus der Riesending-Schachthöhle geht es weiter aufwärts bei Johann Westhauser. Er hat viel Glück gehabt und ist auf dem Weg der Besserung.

 

Der gerettete Höhlenforscher Johann Westhauser kann die Intensivstation schon bald wieder verlassen. Er erhole sich weiter und habe eine ruhige Nacht verbracht, teilte die Unfallklinik Murnau mit. «Er isst inzwischen mit gutem Appetit und konnte nach zwei Wochen erstmalig wieder auf eigenen Beinen mobilisiert werden», hieß es am Samstag. Am Montag sei eine «Stabilisierung der Augenhöhle» geplant. Danach werde Westhauser von der Intensivstation verlegt.

 

Der Ärztliche Direktor Volker Bühren hatte am Freitag angekündigt, der Höhlenforscher aus Pfinztal bei Karlsruhe werde etwa zwei Wochen in der Klinik in Oberbayern bleiben und dann ein bis zwei Monate in eine stationäre Reha gehen. Eine Operation am Hirn sei nicht notwendig.

 

Aufräumarbeiten in Deutschlands tiefster Höhle beginnen

 

Westhauser hatte am Pfingstsonntag bei einem Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. In einer beispiellosen Aktion war er bis zum vergangenen Donnerstag aus Deutschlands tiefster Höhle geholt worden.

 

Dort beginnen nun die Aufräumarbeiten. Hunderte Helfer hatten in den vergangenen zwei Wochen viel Material in die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden geschleppt. Was genau im Berg bleiben soll und was nicht, war am Sonntag noch unklar. Der Eingang der Höhle soll geschlossen werden, um neugierige Besucher abzuhalten und weitere Unglücke zu verhindern.

 

RG / dpa

Marktschellenbach: Zwei Ärzte auf dem Weg zum Verletzten

Die Nerventour nach dem Höhlendrama in Berchtesgaden geht weiter. Bisher konnte kein Arzt in Deutschlands tiefster Höhle zu dem schwer Verletzten vordringen. Das Labyrinth dort unten verlangt den Rettern alles ab. Aber jetzt sind zwei Ärzte auf dem Weg.

 

Der verletzte Höhlenforscher Johann Westhauser, der in der Riesending-Schachthöhle auf seine Rettung wartet, weiß genau, was nun auf ihn zukommt. «Er weiß wie es ist, selbst auf der Trage zu liegen – alles, was passieren könnte, haben wir oft geübt», sagte Matthias Leyk, Einsatzleiter der Höhlenrettung Baden-Württemberg am Mittwoch.

Westhauser habe eine Unzahl solcher Übungen absolviert und sei sehr kompetent. Der 52-Jährige, seit mehr als 20 Jahren sehr aktives Mitglied der Höhlenrettung Baden-Württemberg, habe regelmäßig Einsätze, Seminare und Rettungsübungen absolviert.

Beruflich hat Westhauser nichts mit Höhlen zu tun: Der 52-jährige Kornwestheimer arbeitet am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als Techniker.

 

 

 

Nach dem Unglück in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden kämpfen sich nun zwei Mediziner zu dem verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser in 1000 Metern Tiefe vor. «Es sind jetzt zwei Ärzte unterwegs zu dem Verletzten», sagte ein Bergwachtsprecher am Mittwochmittag. «Wir gehen davon aus, dass sie irgendwann so etwa in acht Stunden unten sind.»

Ein österreichischer Arzt, der mit drei Schweizer Höhlenrettern am Dienstag eingestiegen war, hatte im Biwak drei auf halber Strecke eine Pause eingelegt. «Die Höhle ist extrem schwierig. Deshalb ist es wichtig, an Biwaks Pausen zu machen», sagte der Bergwachtsprecher. «Man darf sich nicht verausgaben, sonst steigt das Risiko, dass man sich selbst verletzt. Da ist keinem geholfen.»

Eine italienische Gruppe mit einem weiteren Arzt war später in die Höhle eingestiegen und schloss bei Biwak 3 auf. Nun seien beide Teams mit den Ärzten gemeinsam unterwegs.

 

Der 52 Jahre alte Verletzten harrt seit Sonntag in der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands aus. Die Höhle sei extrem schwierig. «Für mich ist das die absolute Ausnahme, wenn da einer runterkommt», sagte der stellvertretende Chef der Bergwacht Bayern, Stefan Schneider. Die ärztliche Untersuchung des Forschers nannte er einen «Meilenstein» im Verlauf der Rettungsarbeiten. Nach der Untersuchung sei möglicherweise klarer, wann und wie der Aufstieg mit dem Verletzten in Angriff genommen werden könne.

Zunächst hatten die Helfer gehofft, dass ein Mediziner den Verletzten, der derzeit von einem Schweizer Team betreut wird, am Mittwochmorgen erreichen könnte. Westhauser, der zu den extremsten Höhlenforschern Deutschlands zählt, hatte die Höhle mitentdeckt und erforscht sie mit seinen Kollegen seit Jahren. Er war mit zwei anderen Forschern von einem Steinschlag überrascht und von einem Brocken am Kopf getroffen worden. Sein Zustand sei aber stabil, sagte Schneider. Er soll ansprechbar sein und mit Hilfe stehen können.

 

Für den Aufstieg ist es nötig, dass Westhauser mithelfen kann – etwa gibt es eine Engstelle, die nur passierbar ist, wenn man den Kopf schräg legt und den Bauch einzieht. Unter anderem mit Hilfe von Flaschenzügen könnte er über senkrechte Stellen gebracht werden. Ob das sitzend oder in einem Bergesack möglich sein wird, ist offen. Ebenso unklar ist, wie er geborgen werden soll, falls er nicht aus eigener Kraft etwas tun kann.

Weitere Gruppen der international zusammengezogenen Höhlenretter sind in dem Gangsystem unterwegs, um zusätzliche Sicherungen anzubringen. «Wir haben jetzt Teams drin, die die Strecke technisch ausrüsten», sagte Schneider. Unter anderem sind zwei italienische Teams dabei, an schwierigen Stellen Metallstifte in die glitschigen Felswände zu bohren und die Stellen mit zusätzlichen Seilen zu sichern. Teils hätten Seile auch ausgetauscht werden müssen, weil sie verschlissen waren.

 

Die Rettungsaktion verlangt allen Helfern das Äußerste ab. Diejenigen, die aus der Höhle kommen, werden laut Schneider auch psychologisch betreut. «Sie sind unglaublich erschöpft und mental stark belastet.» Allein die Dunkelheit und Tiefe sei eine Extrembelastung, der nur die Besten standhalten.

 

 

Hingrundinformationen zu dem Unglück finden Sie hier.

 

 

 

jn / dpa

Olympia 22 – Neue Konkurrenz für München

München sieht sich bei seinen Olympia-Ambitionen harter Konkurrenz ausgesetzt. Nach Almaty, Peking und Lwiw will sich auch Oslo um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 bewerben.

Genau eine Woche vor dem Ende der Bewerbungsfrist bestätigten Oslos Olympia-Planer am Donnerstag ihr Vorhaben, das Winterspektakel erstmals seit den unvergesslichen Lillehammer-Spielen 1994 zurück nach Norwegen holen zu wollen.

Die notwendigen Unterlagen für die Kandidatur würden «innerhalb der Frist» beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht, erklärte Ingunn Olsen, eine Sprecherin des Bewerbungskomitees. Bis zum 14. November müssen alle Kandidatenstädte erste Dokumente beim IOC abgegeben haben.

Am Dienstag hatten Peking mit dem 200 Kilometer entfernten Zhangjiakou als Co-Gastgeber und die ukrainische Stadt Lwiw ihre Kandidaturen offiziell bekanntgegeben. Zudem erwägt die polnische Stadt Krakau eine gemeinsame Bewerbung mit der Slowakei. Auf der IOC-Vollversammlung im Juli 2015 in Kuala Lumpur wird der Olympia-Gastgeber in neun Jahren gewählt.

Für diesen Sonntag sind in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden Bürgerentscheide angesetzt, nach denen eine endgültige Entscheidung über eine erneute Kandidatur der Isarmetropole fallen wird.

 

dpa/cb

Zwei Bergsteiger sterben im Berchtesgadener Land

Zwei Bergsteiger sind am heutigen Donnerstag im Pidinger Klettersteig am Hochstaufen und im Bereich des zweiten Sporns in der Watzmann-Ostwand tödlich verunglückt.

 

Einer der beiden Männer stürzte über 100 Meter in die Tiefe; anscheinend war er alleine und ohne jegliche Sicherung sowie Helm unterwegs. Noch während die Leiche des 67-jährigen Bergsteigers geborgen wurde, kam es zum zweiten Todesfall: Ein Kletterer hatte einen Schrei gehört, kurz darauf eine leblose Person entdeckt und einen Notruf abgesetzt. Auch diesem Mann konnten die Rettungskräfte nicht mehr helfen: Er war über 200 Meter hinabgestürzt und sofort tot.

 

Die polizeilichen Unfallermittlungen übernahmen jeweils die Polizeibergführer aus Berchtesgaden.  Die Identität der beiden jeweils Alleingeher konnte vorerst noch nicht eindeutig geklärt werden. Die Ermittlungen dazu laufen.

 

mt / Polizei Berchtesgaden