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Das Siemens Gebäude

Auswirkungen von Alstom-Deal auf deutsche Standorte ungewiss

Nach der Einigung auf eine Kooperation zwischen dem französischen Industriekonzern Alstom und General Electric (GE) sind die Auswirkungen auf die deutschen Standorte ungewiss. Welche Folgen dies für die rund 8600 Mitarbeiter hierzulande haben werde, werde sich erst in den kommenden Wochen und Monaten konkretisieren, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Berlin.

 

Am Wochenende hatte die Alstom-Spitze das Kooperationsangebot des US-Konzerns angenommen. Gleichzeitig kann der französische Staat mit 20 Prozent größter Aktionär bei Alstom werden. Darauf hatten sich Regierung und Großaktionär Bouygues geeinigt. Der deutsche Siemens-Konzern ist damit aus dem Rennen.

 

Was passiert mit den deutschen Standorten?

 

Was das für die deutsche Belegschaft heißt, ist offen. Im Gegensatz zu Siemens hatte Alstom in seinem Angebot lediglich zugesagt, 1000 neue Jobs in Frankreich schaffen zu wollen. Siemens hatte in seinem Angebot für den Bereich Gasturbinen eine dreijährige Beschäftigungsgarantie gegeben. Davon hätten nach Angaben des Alstom-Firmensprechers in Deutschland gut 700 Mitarbeiter profitiert.

 

Der Konzernbetriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall hatten im Mai eine faire Standortpolitik nach einer Übernahme gefordert. Der Geschäftsführer der IG Metall in Mannheim, Klaus Stein, forderte nun, dass schnell dargelegt werde, was man mit den deutschen Standorten vorhabe und wie die organisatorische Entwicklung aussehe. Nach Salzgitter mit 2800 Mitarbeitern ist Mannheim mit 1800 Beschäftigten der größte deutsche Standort. Stein sagte, er sehe durchaus Chancen, dass der Standort in Mannheim in Summe gehalten werden könne.

 

RG / dpa

Schwacher Mai-Aufschwung drückt Arbeitslosenzahl auf 255 100

Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt in diesem Mai recht schwach aus. Denn viele Firmen haben wegen des milden Winters ihre Einstellungen vorgezogen. Dadurch steigt die Zahl regulärer Stellen zwar auf einen Rekordwert. Doch Arbeitslose profitieren davon kaum.

 

Der Frühjahrsaufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist im Mai ungewöhnlich schwach ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat ging um 3,7 Prozent auf 255 100 zurück, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 3,6 Prozent ab. «Das milde Wetter sorgte für die vergleichsweise geringen Rückgänge zum Vormonat. Einstellungen in witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe fanden bereits in den Monaten zuvor statt», sagte Behördenchef Ralf Holtzwart.

 

Zahl der Jobsucher bleibt konstant

 

Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Zahl der Jobsucher mit einem Minus von 0,2 Prozent nahezu konstant. «Der geringe Abbau der Arbeitslosigkeit zum Mai 2013 weist darauf hin, dass die konjunkturellen Impulse zu schwach sind, um die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu reduzieren», erläuterte Holtzwart.

 

Zwar werde weiterhin Beschäftigung aufgebaut, erklärte eine Sprecherin der Regionaldirektion. Doch komme dies kaum den registrierten Arbeitslosen zugute. Neue Stellen gingen zunächst an qualifizierte Zuwanderer und Bewerber aus der sogenannten «stillen Reserve» – dazu zählen etwa auch Rückkehrer aus der Elternzeit. Um auch für Arbeitslose im großen Umfang Arbeitsplätze zu schaffen, schiebe die Konjunktur nicht kräftig genug, sagte die Sprecherin.

 

Der niedrigste Wert seit über 20 Jahren

 

68 830 Menschen und damit fast ein Viertel aller Arbeitslosen in Bayern sind bereits länger als ein Jahr auf Jobsuche. «Damit ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr gestiegen», berichtete Holtzwart.

 

Derweil entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung positiv: Mit gut 4,969 Millionen hatten nach den jüngsten Daten vom März so viele Bayern eine reguläre Stelle wie nie zuvor in diesem Frühlingsmonat. «Auch hier spiegeln sich die Folgen des milden Winters wieder. Insbesondere witterungsabhängige Branchen, wie das Baugewerbe und die Landwirtschaft, weisen Beschäftigungszuwächse auf», sagte Holtzwart.

 

Entsprechend positiv gestimmt zeigte sich Arbeitsministerin Emilia Müller: «Bei diesem anhaltenden Trend werden wir in Bayern im Jahresdurchschnitt die Marke von 250 000 Arbeitslosen unterschreiten. Für das Gesamtjahr rechne ich mit einer Arbeitslosenquote von nur 3,5 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit über 20 Jahren.»

 

RG / DPA