Tag Archiv: Betrunkene

© Foto: Bundespolizei

Streitlustiger Wochenstart: Bundespolizei verzeichnet mehrere Eskalationen

Ein Sitzplatz-Streit eskaliert, ein Mann will vor der Fahrschein-Kontrolle flüchten und zehn stark Alkoholisierte widersetzen sich einem Platzverweis. Am Montag und Dienstag musste die Bundespolizei gleich mehrmals ausrücken. Weiterlesen

Oktoberfest 2013: „Papa, lebt der noch?“ Ein Wiesn-Anwohner erzählt!

Des einen Freud ist des anderen Leid! Während sich viele extra Urlaub nehmen um die Wiesn in München besuchen zu können gibt es auch einige Anwohner die sich Urlaub nehmen um zu flüchten. Denn Dauerbeschallung, betrunkene Wiesn-Besucher im Vorgarten, Müllberge vor der Haustüre und Verkehrsbehinderungen stehen jetzt auf  der Tagesordnung. Doch neben dem größten Volksfest der Welt zu wohnen hat trotz Allem auch seinen Reiz. Daniel lebt mit seiner Frau und seinen drei Söhnen direkt an der Festwiese. Heute ist er im münchen.tv Interview:

Wie erlebst Du als Anwohner die Oktoberfestzeit in München?

Daniel: Der Aufbau ab Juli ist immer sehr interessant für große und kleine Jungs. Da gibt es so viel zu sehen. Die zwei Wochen überstehen wir dann schon… Und rund ums Jahr gibt es ja noch viele andere tolle Angebote  und Möglichkeiten auf der Wiesn, auf die man sich freuen kann.

Und wie ist es für Deine Kinder?

Daniel: Sie sind natürlich begeistert von den vielen Fahrgeschäften. Der große macht schon beim Aufbau Pläne, womit er wann fahren will.

Was war das lustigste/skurrilste das Du je als Wiesn-Anwohner erlebt hast?
Daniel: Es gab da zwei, die sich in unserem Garten vergnügt haben. Auf meine Frage, ob sie denn kein Zuhause hätten, sagte sie nur: „Hast Du mal `ne Zigarette, Du Charmeur?“

Es hat ja aber auch Vorteile direkt neben dem  größten Volksfest der Welt zu wohnen, oder?

Daniel: Die Theresienwiese als Vorgarten zu haben ist 50 Wochen im Jahr großartig für die ganze Familie! Theoretisch könnte ich ja sogar nach dem Wiesn-Besuch Heim robben, aber das war noch nie nötig und wird auch nicht passieren. Zimmer untervermieten wäre lukrativ, ist aber zum Glück verboten.

Schon Bekanntschaft mit den sogenannten „Wiesn-Wild-Bislern“ gemacht?

Daniel: Klar, bisher jedes Jahr. Seit wir unsere Gartentore abends absperren, ist es allerdings seltener geworden. Fast ein bisschen zum Leidwesen meines ältesten Sohnes, der es geliebt hat, vom Balkon aus mit der Wasser-Pumpgun zurückzuschießen. Auch die übrigen Hinterlassenschaften sind zahlreich und bemerkenswert. Zum Glück ist die Stadtreinigung meist fertig, wenn ich morgens das Haus verlasse. Und wenn´s ganz gut läuft, dann regnet es auch mal.

Wie oft gehst du mit Deiner Familie in den zwei Oktoberfestwochen auf die Wiesn? Seid ihr trotzdem noch Wiesn-Fans?

Daniel: An den Familientagen, dem Geburtstag unseres Ältesten, der jedes Jahr während der Wiesn ist, und den Schönwettertagen. Die Wiesn als Volksfest ist zu recht berühmt und beliebt. Was mittlerweile daraus wurde nicht immer… Beispielsweise kotzende Untote in vogelwilden Kostümen. Zum Glück gibt’s jetzt die Oide Wiesn.

Wie könnte die Wiesn-Zeit Deiner Meinung nach für Anwohner noch angenehmer gemacht werden?

Daniel: Gut fände ich, wenn es für die Anwohner wie beim Tollwood  üblich eine kleine Entschädigung geben würde in Form von Gutscheinen. Da würden 150 € schon reichen für eine halbe Stunde Spaß für den Großteil der Familie 🙂 Schließlich wächst das Geld ja auch auf der Wiesn – auch wenns Hubert von Goisern nicht glaubt.

Und was hast du sonst noch zum Thema „Wohnen an der Wiesn“ zu sagen?

Daniel: Dank der Wiesn werden die Kinder schon sehr früh an die Erkennung von Vergiftungserscheinungen und die Beurteilung der Vitalzeichen herangeführt: „Papa, lebt der noch?“ Die Sperrung des Bavariarings bringt uns nicht nur einen relevanten Sicherheitsgewinn, sondern beschert uns auch ruhigere Wiesn-Wochen. Und mit der Einfahrtsgenehmigung können wir trotz Schulpflicht auch mal kurzfristig dem Trubel entfliehen.

Interview: Monika Eckert

 

Das große Fahr-Geschäft: Wie die Taxifahrer beim Oktoberfest den großen Reibach machen

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Wer als Taxifahrer nicht mindestens vier Wochen vor der Wiesn ein Taxi beim Unternehmer reserviert hat, geht leer aus. Ausgebremst! Die Studenten wissen das und sind ganz früh dran. Die Profi-Taxler verschlafen es manchmal und sind dann nicht dabei: Beim  ultimativen Taxigeschäft des Jahres, dem „Wiesn-G’schäft“.

Zwei Wochen arbeiten, zwei Monatsgehälter kassieren – so die Wunschformel der „Fiaker“, wie sie sich selbst liebevoll nennen. Da muss man wissen, wie der Hase läuft.

 

Teils erbarmungsloser Konkurrenzkampf

 

3600 Taxis sind beim Oktoberfest Tag und Nacht im Einsatz. Doch nicht immer brummt das Geschäft, wie man sich das wünscht. Kein Wunder, dass das mitunter in ein erbarmungsloses Hauen und Stechen ausartet.

Da stellt sich ein Taxler als dritter an den Käferzelt-Stand, und plötzlich geht gar nichts mehr. Nach zwei Stunden  bekommt er endlich eine Fuhre – zum Hauptbahnhof. Vernichtend!

Ein anderer stellt sich als fünfzigster am Wiesn-Haupteingang an, wird in fünf Minuten „durchgepumpt“ und fährt zum Tegernsee. Blöd nur, wenn man nachts leer zurückfahren muss und hört über Funk, dass an der Wiesn tausende auf ein Taxi warten.

 

Versauern an der Münchner Freiheit oder Bierleichen von der Wiesn wegfahren. Wer macht das große Fahr-Geschäft?

 

Überhaupt spaltet das größte Volksfest der Welt die Münchner Taxler in zwei Lager: „Ich fahre nicht freiwillig hin“, sagt Aushilfsfahrer Markus S. (Namen von der Red. geändert), der zu den Wiesn-Muffeln gehört. „Die sind nur b’soffen und speim mir ins Auto.“ Der Streit zum Schichtwechsel beim Großunternehmer erreicht seinen Höhepunkt. „Ich fahre nur zur Wiesn“, kontert Oktoberfest-Fan Peter H. “Dort ist immer was los und egal wie weit es geht, Hauptsach‘ du bist immer am Fahren, dann kommst schon auf deinen Schnitt. Und überhaupt, du Depp, wer glaubst du, braucht denn ein Taxi zur Wiesn-Zeit, wenn nicht die Wiesn-Gäste?!“ Da wird gestritten, was das Zeug hält. Besonders um fünf Uhr früh, nach der Nachtschicht, jetzt auch mit einer Flasche Bier in der Hand. Verdient! G’schaftlhuber und Experten, Besserwisser, Gewinner und Verlierer unter sich.

 

Mit Provision ins Rotlichtmilieu

 

Am gewieftesten sind oft die Kolleginnen. Sie klauben am Wiesn-Rand die Angeheiterten auf und hören oft: „Na Mädel, geht no was?!“ So manche haucht dann: „Freili, lass dich überraschen…“ Dann bringt sie die Fahrgäste zu einem Rotlicht-Etablissement am Stadtrand. Und wenn die Herrschaften dort schließlich ordentlich Eintritt bezahlt haben, gibt’s am Hintereingang eine dicke Provision. Natürlich nicht nur für Chauffeusen, sondern für alle Taxler, die solche Schwerenöter abliefern. Dieser so genannte „Club-Stich“ ist das schnellste Geld. Doch leider klappt es nur ganz selten.

 

Nach der Wiesn kommt der Kassensturz

 

Am Ende ist dann Kassensturz. Diejenigen, die nie zur Theresienwiese gefahren sind und sich immer an irgendwelchen Taxi-Ständen in Solln oder Englschalking versteckt haben,  nörgeln auf hohem Niveau. „Also diesmal ist das Geschäft wirklich an mir vorbei gelaufen“, beschwert sich Konrad W. Sein Kollege Stefan S. ist hingegen immer zur Wiesn gefahren. Er behauptet, den dreifachen Umsatz gemacht zu haben.  „Und dann hat mir noch einer in die Lüftung g’spiem. Von dem hab ich 200 Euro Schadensersatz extra kassiert. Das Geld hab‘ ich selber eingesteckt. Meinem Unternehmer habe ich natürlich nix gesagt. Einmal mit dem Lumpen rüber, passt schon. Hoffentlich merkt keiner, dass das Auto jetzt a bisserl müffelt.“ Ob alles stimmt, weiß natürlich nur er allein.

Am Montag nach der Wiesn ist es schnell wieder vorbei mit den Oktoberfest-Geschichten. Das meiste war ohnehin nur Taxler-Latein.

 

(ca)