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NSU-Prozess: Zeuge verlangt Anwalt

Der NSU-Prozess ist am Dienstag leicht ins Stocken geraten. Ein Zeuge, der in den Kauf der Tatwaffe (Ceska) verwickelt sein soll, gab an, er wolle einen Anwalt hinzuziehen. Vor Gericht gab er am Dienstag an, er fühle sich selbst nicht wie ein Zeuge behandelt, sondern wie ein Beschuldigter. „Mir wurde die Tür eingetreten. Ich wurde aufs Übelste beschimpft.“ Daraus schliesst er, dass gegen ihn ermittelt wird, gab er an. Deshalb wolle er am liebsten die Aussage verweigern, um sich nicht selbst zu belasten. Zumindest will er einen Anwalt hinzuziehen. Nach einem hitzigen Streit zwischen Richter Manfred Götzl, der Verteidigung und Bundesanwaltschaft stand fest: die Vernehmung des Zeugen wird auf den 28. April verschoben. Voraussichtlich dann mit Anwalt an der Seite des Zeugen. Er benannte einen Advokaten aus Jena, der bekannt wurde, weil er bereits einige Rechtsradikale vor Gericht vertreten hatte.mh / dpa

NSU-Prozess: Waffenexperte soll aussagen

Der 50. Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht dreht sich im die Mordwaffe der Marke „Ceska“. Mit ihr erschossen die Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds neun Geschäftsleute. Die Pistole gilt als Markenzeichen, da die Täter keine Bekennerschreiben hinterlassen hatten. Durch die Geschosse konnte daher ein Zusammenhang zwischen den Mordanschlägen hergestellt werden.

Am Donnerstag will das Oberlandesgericht München einen Sachverständigen des BKA zu den waffentechnischen Untersuchungen befragen. Außerdem will das Gericht unter anderem Experten zur Rekonstruktion des Mordes an Ismail Yasar im Jahr 2005 in Nürnberg hören.

 

rr/dpa