Tag Archiv: christopher street day

© münchen.tv - CSD 2019

So war der CSD in München!

Von dem schlechten Wetter mit heftigem Platzregen ließ sich die Szene nicht unterkriegen: Dieses Jahr nahmen laut Veranstalter rund 15.000 Menschen aktiv an der Parade von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen teil, und erreichten vor Ort ein Publikum von 140.000 Personen. Knapp 60 Wägen waren dabei auf der Politparade zu sehen.

 

© münchen.tv - CSD 2019

Dragqueens in aufwendigen Kleidern, laute Musik, viel nackte Haut und Regenbogenfahnen. Der Christopher Street Day (CSD) ist in deutschen Städten traditionell eine große Szene-Party, wie auch am Samstag in München. Gefeiert wurden die Erfolge, die LGBT's durch die Demonstrationen bereits erreicht haben. Aber auch der ernste Grund für die Parade verschwand nicht im Hintergrund.

 

Die Entscheidung über das diesjährige Motto fiel auf "50 JAHRE STONEWALL – CELEBRATE DIVERSITY! FIGHT FOR EQUALITY!". Ein Spruch, der die erstmaligen New Yorker Aufstand gegen willkürliche Polizeirazzien im Jahre 1969 ehrt, aber auch weiterhin die Forderung der vollständigen Gleichstellung verfolgt.

 

Konkrete politische Zeichen setzte dabei z.B. die "Deutsche Eiche" mit dem Aufruf "Boykottiert homophobe Länder", das mitunter durch eine Aufzählung von Ländern verdeutlicht wurde, in denen auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Auch das Diversity München, welches mit der schätzungsweise größten Fußtruppe vertreten war, zählte neben den Musikeinlagen wichtige Ziele und Forderungen der Szene auf.

 

Wir haben mit dem Diversity München über den diesjährigen CSD gesprochen:

Welche primäre Message wolltet ihr bei der diesjährigen Parade rüberbringen?

"Beim diesjährigen Christopher-Street-Day wollten wir, wie aus dem von uns vorgeschlagenen Motto „Celebrate diversity! - Fight for Equality!“ ersichtlich wurde, zeigen, wie vielfältig unsere Community ist, wie viel wir seit Stonewall geschafft haben, aber auch wie viel noch zu tun ist. Mit der vereinten Stimme von unseren über 1000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie etwa 100 Ehrenamtlichen haben wir dieser Message als größte Gruppe auf der Parade definitiv Gehör verschafft!"

 

In den letzten Jahren kam es bekanntlich wieder vermehrt zu homophoben Verhalten. War das aus eurer Sicht eher ein Rückschritt, oder geht es politisch sowie gesellschaftlich weiterhin in eine gute Richtung?

"Obwohl es in Großstädten wie München oft so aussieht, als wäre schon alles geschafft und wir könnten uns nun endlich hinsetzen uns ausruhen, haben verschiedene Ereignisse in den letzten Jahren wieder gezeigt, dass noch viel viel Luft nach oben ist. Das Weltgeschehen weist ein erneutes Erstarken der Rechten auf und auch in München kommt es immer wieder zu Angriffen auf unsere Community. Darum unser Appell an Politik und Gesellschaft: Rückt wieder zusammen, akzeptiert Euch für Eure Unterschiede und zeigt, wie divers wir sind!"

 

Gibt es in Bezug auf den Staat oder die eigenen Reihen Kritik, was sich dringend noch verbessern muss?

"Obwohl im Zuge der Europawahl und durch Aktionen wie die Fridays for Future vielen Leuten die Augen geöffnet wurden, sind wir als Jugendorganisation noch oft mit dem Vorurteil konfrontiert, die Jugend sei unpolitisch und interessiere sich nicht für das Weltgeschehen. Mit unserem alljährlichen Auftreten als größte Gruppe auf dem CSD, zeigen wir als diversity jedoch etwas Anderes!

Auch während der Berichterstattung zum CSD fand sich allerdings nur wenig Gehör für unsere Belange, doch wir lassen uns nicht stummschalten - wir sind da und weder Politik oder Medien noch Konzerne und Vereinigungen können uns mehr wegdenken! Wir haben unsere politischen Forderungen während der Pride Week auf allen Kanälen verteilt und nun seid ihr dran, mit uns in den Dialog zu treten!"

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P.G.

Chinesischer Turm am Englischen Garten München Frühlingswetter, © Flanieren am chinesischen Turm mitten im Englischen Garten. Dafür ist München bekannt Foto: Redaktion

Veranstaltungstipps für kommendes Wochenende

Es wird schrill, es wird laut, es kann aber auch total gemütlich und besinnlich werden. Je nach persönlichem Geschmack haben wir hier einige Tipps für eure Wochenendgestaltung.

Tollwood
Das Sommerfestival Tollwood startet am 21. Juni im Olympiapark.

"30 Jahre Tollwood - Miteinander" - Unter diesem Motto lädt das Tollwood-Sommerfestival noch bis zum 22. Juli in den Olympiapark ein. An den vielen Ständen gibt es Kunsthandwerk zu bestaunen und auch für das leibliche Wohl ist dank biozertifizierten Speisen und Getränken gesorgt.

Abends treten nationale und internationale Stars der Musik- und Kabarettszene auf. So sind an diesem Wochenende u.a. Wanda, Atze Schröder und Steven Wilson in der Musik-Arena zu Gast.

Weitere Infos und Tickets findet ihr hier.

Christopher Street Day

Die bereits vergangenes Wochenende gestartete CSD-PrideWeek erreicht am Samstag ihren Höhepunkt. Die Politparade, die gleichzeitig eine Großdemonstration ist, startet um 14 Uhr am Marienplatz. Unter dem Motto "bunt ist das neue weiß-blau" demonstrieren 134 angemeldete Gruppen (neuer Rekord) für mehr Toleranz und Gleichstellung in der Gesellschaft.

Nach der Parade finden zahlreiche Partys rund um das Stadtzentrum statt, u.a. das RathausClubbing. Dort kann man bei Musik und Drinks die Nacht zum Tag werden lassen.

Klassik am Odeonsplatz

Am Freitag und Samstag bietet der Münchner Odeonsplatz ein Konzerterlebnis der besonderen Art. Bereits seit dem Jahr 2000 laden der Bayerische Rundfunk und die Landeshauptstadt München kulturinteressierte Bürger ein, um klassischer Musik zu lauschen. In einer einzigartigen Kulisse, die dank der historischen Bauwerke über eine ausgezeichnete Akustik verfügt, eröffnet die Sopranistin Diana Damrau das diesjährige Klassik-Open-Air. 

Am Samstag begrüßen dann die Münchner Philharmoniker, angeführt von Chefdirigent Valery Gergiev, das Publikum. Unterstützt werden sie vom peruanisch-österreichischen Weltstar Juan Diego Flórez. Tickets findet ihr hier.

Kocherlball am Chinesischen Turm

Früh aufstehen lohnt sich. Am Sonntag treffen bereits ab 4 Uhr die ersten Menschen im Englischen Garten ein, um auf den Beginn des diesjährigen Kocherlballs zu warten und sich einen der begehrten Tische sichern zu können.

Ab 6 Uhr schwingen dann 10000 Münchnerinnen und Münchner gemeinsam das Tanzbein. Zu den Klängen des "Niederbayrischen Musikantenstammtischs" kann man bei Landler, Polka oder Walzer eine flotte Sohle aufs Parkett legen. 

Bei schlechtem Wetter fällt der Kocherlball dieses Jahr aus.

Open Air Kino am Olympiasee

Wer den gemeinsamen Filmeabend nach draußen verlegen will, ist beim Open Air Kino am Olympiasee genau richtig. Noch bis Mitte September kann man in der malerischen Kulisse des Olympiaparks nationale und internationale Filmhighlights ansehen. Am Freitag wird es wild. Nach Einbruch der Dunkelheit läuft "Jurassic World: Das gefallene Königreich" auf der großen Leinwand. Seit diesem Jahr gibt es das Familienkino am Samstag. "Fack ju Göhte 3" garantiert beste Unterhaltung für Jung und Alt. Tickets und das gesamte Programm findet ihr hier

Magdalenenfest

In München ist die Wiesn nicht das einzige Volksfest. Das Magdalenenfest im Hirschgarten lädt euch noch bis zum 22. Juli ein. Es gibt Fahrgeschäfte für die Kleinen, einen Biergarten für die Großen und diverse Stände der Markthändler, die den Gästen ihre Waren präsentieren.

Die Öffnungszeiten ähneln denen des Oktoberfests. Los geht's um 11 Uhr, Schluss ist um 22 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Ampelmännchen Glockenbachviertel lesbisches Paar, © Diese Ampel zeigt ein lesbisches Paar. München will so für Toleranz werben.

Münchner Community feiert Ehe für alle

Der Deutsche Bundestag hat heute in einer historischen Stunde die Ehe für alle geöffnet. Das Münchner Schwulenzentrum Sub begrüßt die Entscheidung und lädt ab 20 Uhr zu Prosecco und Torte in die Müllerstraße 14. Der Fahrradkorso am Rindermarkt startet bereits um 18.30 Uhr und endet in einer Kundgebung am Gärtnerplatz um 19 Uhr. Weiterlesen
Christopher Street Day 2015 in München, © Christopher Street Day in München

München wird bunt: So wird der Christopher Street Day 2016

Vom 2. Bis 10. Juli finden unter dem Motto „Vielfalt verdient Respekt! Grenzenlos“ rund 40 Veranstaltungen im Rahmen des Christopher Street Days statt. Im Fokus sollen vor allem homo-, bi-, trans- und intersexuelle Flüchtlinge stehen. Weiterlesen
Der Grüne Jugend Sprecher Marcel Rohrlack , © Grüne Jugend Sprecher Marcel Rohrlack - Foto: Leonhard Simon

Grüne Jugend München demonstriert auf High Heels

Die Freude des Christopher Street Days wurde dieses Jahr durch einen Angriff auf einen Teilnehmer getrübt. Marcel Rohrlack, der Sprecher der Grünen Jugend in München, wurde von einem Mann angegriffen. Heute wollen tausende Menschen auf die Straßen gehen, um gegen Homophobie zu demonstrieren. Weiterlesen
© Maikönigin Milady Charleen Bla Bla auf dem Christopher Street Day in München - Foto: Marc Winking

München feiert Christopher Street Day

Bereits ab Samstag 4. Juli beginnen in München die Feierlichkeiten des Christopher Street Days. Über eine Woche lang feieren Schwule und Lesben für mehr Toleranz mit einer Politparade, Rathausclubbing und einem großen Straßenfest. Weiterlesen
Open-Air- Kino, Mond & Sterne im Westpark, © Kino, Mond & Sterne im Westpark

Veranstaltungstipps fürs Wochenende in München

Der Hochsommer ist endlich in München angekommen. Wer nicht nur den ganzen Tag im Freibad, am See oder im Biergarten verbringen will, für den haben wir  viele Tipps was am Wochenende alles in München geboten ist. Weiterlesen

Bayerns Polizisten durften nur in Zivil zum CSD

Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet, Conchita Wurst den Songcontest gewonnen: Das Toleranz-Barometer steigt. Trotzdem sind erneut Hunderttausende bei den Paraden von Schwulen und Lesben in Berlin auf die Straße gegangen. Auch bayerische Polizisten – aber nur in Zivil.   Das bayerische Innenministerium hat es Beamten aus dem Freistaat verboten, in Uniform am Christopher Street Day (CSD) in Berlin teilzunehmen. Ein Ministeriumssprecher in München bestätigte einen Bericht der «Bild»-Zeitung (Samstag) und verwies auf das bayerische Polizeiorganisationsgesetz. Demnach dürfen Polizeibeamte politische Veranstaltungen nur dann in Uniform besuchen, wenn sie im Dienst sind.  

Hunderttausende feiern den Gedenktag

  Der CSD steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Hunderttausende Menschen feierten in Berlin den Gedenktag. Am Samstag zogen gleich mehrere bunte Paraden der Schwulen und Lesben durch die Stadt. Die einzigen Bundesländer, die das Tragen von Uniform während der Paraden erlauben, sind den Angaben zufolge Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.  

Auch Polizisten feiern mit

  Gleichzeitig mit dem CSD fand in Berlin eine Konferenz der European Gay Police Association statt, eines Netzwerks schwuler und lesbischer Polizisten. Zunächst war bayerischen Polizisten auch hier die Teilnahme in Uniform verboten worden. Wenige Tage vor Beginn der Konferenz zog das Innenministerium dieses Verbot allerdings zurück. Man habe den Fall noch einmal rechtlich geprüft, so der Ministeriumssprecher, der damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung» bestätigte: «Auch im Zusammenhang mit der Entscheidung anderer Bundesländer sind wir zum Ergebnis gelangt, dass bei dieser Konferenz eine Berufsbezogenheit besteht und das Tragen der Uniform deshalb erlaubt ist.»   RG / dpa