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München: Ex-Vorstand Gribkowsky zahlt elf Millionen Euro an BayernLB

Der verurteilte ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat der Landesbank nach einem Bericht des „Manager Magazins“ elf Millionen Euro gezahlt. Das Geld stamme aus dem Vermögen der Salzburger Sonnenschein-Stiftung von Gribkowsky, berichtete das Magazin (Erscheinungsdatum: 20. Februar). Weiterlesen

München: Ecclestone soll Millionenzahlung verschleiert haben

Oh, wie schön ist Panama: Formel-1-Boss Ecclestone soll bei seinen Zahlungen an den Banker Gribkowsky auf eine Firma in Panama gesetzt haben. Er selbst reiste aber nach Angaben eines Zeugen nicht dorthin: Briefkastengesellschaften nennt die Staatsanwaltschaft so etwas.

 

Der Geldsegen kam aus Panama: Über eine Auslandsfirma hat Formel-1-Boss Bernie Ecclestone  seine Millionenzahlungen an den ehemaligen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky nach Darstellung eines Zeugen verschleiert. Im Bestechungsprozess vor dem Landgericht München sagte der ehemalige Wirtschaftsberater am Dienstag, Ecclestone habe ihn im Jahr 2007 mit der «Operation Gribkowsky» beauftragt.

 

Der 76-jährige Zeuge, der in der Anklage als Helfer Ecclestones bezeichnet wird, nahm die Sache in die Hand und sorgte dafür, dass eine Firma namens Lewington Invest in Panama das Geld an Gribkowsky überwies. Wofür wusste er aber nach eigenen Worten nicht. Ecclestone habe ihm den Grund für die Zahlungen nicht genannt und auch darum gebeten, seine Identität herauszuhalten. „Er wollte natürlich nicht, dass sein Name in Erscheinung tritt.“

 

In mehreren Teilbeträgen überwies die Panama-Firma schließlich insgesamt 22 Millionen Dollar an Gribkowsky. Eine Summe in ähnlicher Größenordnung floss zudem über Ecclestones Familienstiftung Bambino an den damaligen BayernLB-Vorstand. Während Ecclestone die Zahlungen mit einer Erpressung begründete, wirft die Staatsanwaltschaft ihm Bestechung des Bankers vor.

 

Lewington ist eine Briefkastengesellschaft

 

Die Ankläger gehen davon aus, dass die Firma Lewington eine Briefkastengesellschaft war, die nur den Zweck hatte, die Geldströme zwischen Ecclestone und Gribkowsky zu vertuschen. „Lewington hat nichts produziert“, sagte der Zeuge auf Nachfragen des Richters. Auch Gribkowsky ließ sich die Millionen nicht auf sein privates Girokonto überweisen, sondern an eine Stiftung Sonnenschein in Österreich, die sich angeblich um die Familien krebskranker Kinder kümmerte. Er wurde wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung bereits zu jahrelanger Haft verurteilt und soll am 14. August erneut als Zeuge vernommen werden.

 

Mit dem Geld wollte Ecclestone laut Anklage erreichen, dass Gribkowsky die Mehrheit an der Formel 1, die damals der Bayerischen Landesbank gehörte, an seinen Wunschkäufer CVC veräußerte. Der Investor kaufte die Mehrheit schließlich im Jahr 2006 und besitzt sie noch heute. Am Mittwoch soll CVC-Mitbegründer Donald MacKenzie als Zeuge dazu aussagen, wie der Kauf abgelaufen ist. Er hatte im vergangenen Jahr mit Ecclestones Rauswurf gedroht, sofern dieser sich strafbar gemacht habe. Bis zu einem möglichen Urteil vergehen aber wohl noch Monate: Richter Peter Noll legte zusätzliche Prozesstage bis Mitte Oktober fest.

 

RG / dpa

Ecclestone-Prozess: Doch Gribkowsky schuld?

Weil der Dauerauftrag nicht rechtzeitig gekündigt wurde, erhielt der Ex-Bankvorstand Gribkowsky 1,2 Millionen Dollar mehr von Formel-1-Chef Ecclestone als geplant. Am Ende waren es mehr als 44 Millionen Dollar.

Erpressungsvorwürfe gegen LB-Vorstand unterstützt

Rückendeckung für Formel-1-Chef Bernie Ecclestone im Strafprozess vor dem Landgericht München: Eine Zeugin hat seine Version von der Millionenzahlung an den ehemaligen Bankvorstand Gerhard Gribkowsky bestätigt. Die Direktorin von Ecclestones Familienstiftung Bambino, Frederique Manuella Flournoy, sagte am Mittwoch, der Banker habe immer wieder bedrohliche Anspielungen über die Konstruktion der Stiftung gemacht. „Wir mussten davon ausgehen, dass ein echtes Risiko bestand, dass Herr Gribkowsky sich an die Steuerbehörden wenden könnte.“ Dies hätte für Ecclestone eine hohe Steuernachzahlung zur Folge haben können.

Um Gribkowsky zufriedenzustellen, sei deshalb über Monate hinweg Geld an ihn überwiesen worden. Der Dauerauftrag an den Banker lief aus Versehen sogar einen Monat länger als geplant: Weil er nicht rechtzeitig gekündigt wurde, erhielt Gribkowsky 1,2 Millionen Dollar mehr als vereinbart. Insgesamt zahlten Ecclestone und Bambino ihm am Ende mehr 44 Millionen Dollar.

Ähnlich hatte sich die Zeugin bereits im Prozess gegen Gribkowsky geäußert. Er wurde vor zwei Jahren aber trotzdem nicht wegen Erpressung, sondern wegen Bestechlichkeit verurteilt. Daher ist unklar, wie die Richter die Aussage der Zeugin bewerten.

In der Bambino-Stiftung liegen die Anteile an der Formel 1, die Ecclestone im Jahr 1996 wegen einer schweren Krankheit seiner damaligen Frau Slavica übertragen hatte. Wenn Gribkowsky nachgewiesen hätte, dass die Stiftung immer noch mit Ecclestone verbunden ist, wäre der Formel-1-Chef vom Finanzamt womöglich um Milliarden erleichtert worden. „Herr Gribkowsky hatte über sehr lange Zeit hinweg Anspielungen gemacht, dass Bambino und Ecclestone miteinander in Verbindung stünden oder sogar eine Person seien“, sagte die Zeugin.

Ob der Banker aus Bayern aber tatsächlich belastende Informationen in der Hand hatte, habe man nicht gewusst. Der Vorsitzende Richter Peter Noll äußerte vor diesem Hintergrund Zweifel daran, ob Gribkowskys Andeutungen tatsächlich ein solches Gewicht gehabt hätten. Zudem sei fraglich, warum Bambino Angst gehabt habe, wenn die steuerliche Konstruktion doch eigentlich legal gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft glaubt Ecclestones Version nicht und wirft ihm vielmehr vor, den Banker bestochen zu haben, um damit Einfluss auf den Käufer der Formel-1-Mehrheit zu nehmen. Diese sollte Gribkowsky 2006 im Auftrag der Landesbank verkaufen. Ecclestone muss sich seit Ende April wegen der Vorwürfe vor Gericht verantworten, ist aber zuversichtlich, im Prozess seine Unschuld beweisen zu können.

dpa

Ecclestone-Vertraute Zeugin im Bestechungsprozess

Im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone soll am Mittwoch eine enge Vertraute des Angeklagten als Zeugin aussagen.

 

Die Australierin Sacha Woodward-Hill ist die Hausjuristin der Formel-1 und nimmt zahlreiche Posten in Ecclestones Firmengeflecht ein. Sie soll dazu befragt werden, wie der Verkauf der Formel-1-Mehrheit vor acht Jahren abgelaufen ist.

 

Die Staatsanwaltschaft wirft Ecclestone vor, dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt zu haben, damit er die Mehrheit an einen Investor verkauft, der ihn an der Spitze der Formel-1 lassen würde. Ecclestone bestreitet dies.

 

Übersetzungsprobleme verzögern Prozess gegen Ecclestone

 

Im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor dem Landgericht München haben Übersetzungsprobleme am Mittwoch für Verzögerungen gesorgt. Eine Dolmetscherin hatte Schwierigkeiten, die Zeugenaussage der Formel-1-Hausjuristin Sacha Woodward-Hill korrekt vom Englischen ins Deutsche zu übersetzen.

 

Ecclestones Anwälte korrigierten sie mehrfach, weil sie einzelne Sätze nicht richtig wiedergegeben habe. Da es sich um eine wichtige Zeugin handele, sei dies problematisch. Ecclestone selbst schlug schließlich vor, dass seine eigene Dolmetscherin die Übersetzung übernimmt, die seit Jahren mit der komplexen Materie vertraut ist.

 

RG / dpa

München: Prozess gegen Ecclestone geht nach drei Wochen Pause weiter

Nach knapp drei Wochen Pause wird der Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone am Dienstag (9.00) fortgesetzt.

 

Als Zeugin vor dem Landgericht München ist erneut eine Mitarbeiterin des ehemaligen Bankvorstandes Gerhard Gribkowsky geladen. Sie war bereits Anfang des Monats stundenlang zu den Umständen des Formel-1-Verkaufs im Jahr 2006 befragt worden. Es blieben aber noch Fragen offen, so dass sie nochmals kommen soll.

 

Bestechung aus Angst?

 

Ecclestone muss sich seit Ende April vor Gericht verantworten, weil er dem Banker Gribkowsky beim Besitzerwechsel der Rennserie vor acht Jahren 44 Millionen Dollar gezahlt hat. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um Bestechungsgeld handelte. Laut Anklage wollte Ecclestone erreichen, dass Gribkowsky die Formel-1-Mehrheit, die damals noch der Bayerischen Landesbank gehörte, an seinen Wunschkäufer CVC verkauft und er Chef bleiben durfte.

 

Der 83-jährige hatte erklärt, er habe sich von dem Banker bedroht gefühlt und ihm aus Angst vor einer Anzeige bei den Steuerbehörden das Geld gezahlt. Der Brite musste an allen bislang elf Verhandlungstagen persönlich nach München kommen. Ein rasches Ende im Prozess ist nicht in Sicht. Das Gericht hat bereits Zeugen bis Anfang August geladen.

 

RG / dpa

München: Ecclestone-Prozess Tag 1

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone blickt Prozess zuversichtlich entgegen.

Bernie Ecclestone zeigt sich am ersten Prozesstag optistisch. „Ich bin zuversichtlich. Die Sonne scheint“, so der Formel-1-Chef am Donnerstag vor der Verhandlung. Der 83-Jährige beharrt auf seiner Unschuld und weist den Vorwurf der Bestechung des bayerischen Bankers Gerhard Gribkowsky über seine Anwälte erneut zurück. Zum Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Landgericht München bezeichneten die Verteidiger die Vorwürfe der Anklage in einer schriftlichen Erklärung als „unzutreffend, irreführend und unschlüssig“. Sie betonten: „Die behauptete Bestechung gab es nicht.“ Ecclestone lies seine Verteidiger eine schriftliche Erklärung vorlesen: „Herr Dr. Gribkowsky hat in den entscheidenden Punkten die Unwahrheit gesagt.“ Ecclestone selbst will sich zunächst nicht äußern, sondern nur über seine Anwälte. „Fragen des Gerichts und der Staatsanwaltschaft wird Herr Ecclestone zunächst nicht beantworten“, sagte einer seiner Rechtsvertreter.

Im Prozess werde es darum gehen, den Zeitpunkt, den Inhalt und die Umstände der „vielfältigen Aussagen von Herrn Dr. Gribkowsky“ zu hinterfragen. Die Verteidiger kündigten neue Beweise an, die sie im Prozess vorlegen wollen.

System der Alleinherrschaft

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat in der Anklage gegen Bernie Ecclestone dessen System der Alleinherrschaft in der Formel 1 beschrieben. Insbesondere bezogen sich die Ermittler dabei auf den Zeitraum vor und während des Verkaufs der Königsklasse des Motorsports vor rund acht Jahren, als Ecclestone der Staatsanwaltschaft zufolge einen damals hochrangigen Banker der BayernLB mit 44 Millionen US-Dollar bestochen haben soll.
„Sämtliche wichtigen operativen Strukturen und Abläufe waren auf seine Person zugeschnitten und wurden de facto von ihm allein kontrolliert“, heißt es in der 24-seitigen Anklageschrift. Ecclestone habe die Formel 1 in ihrer „heutigen Form aufgebaut“ und gelte „bis heute als Zentralfigur der Formel 1“.

Der Angeschuldigte hätte sämtliche Vertragsabschlüsse des operativen Geschäfts als seine persönliche Angelegenheit und seine Geschäftsgeheimnisse angesehen. Den anderen damaligen Gesellschaftern, sprich den drei Banken, habe er keine Mitsprache und keinen Einblick gewähren wollen.

Ecclestones habe die „unbequeme BayernLB durch einen neuen Anteilseigner“ austauschen wollen, um die vereinbarten Mitbestimmungs- und Kontrollregelungen nicht mehr mit der BayernLB umsetzen zu müssen. Und Kaufinteressent CVC hätte von Beginn an klar gemacht, dass Ecclestone auch bei einer Übernahme Geschäftsführer bleibe. „Diese Interessen stießen auf volles Gegeninteresse beim Angeschuldigten“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

 

rr/dpa

München: Auftakt im Prozess gegen Ecclestone

Ab heute muss sich der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor dem Münchner Landgericht wegen des Vorwurfs der Bestechung verantworten.

Mit einer schwarzen Limousine wurde Bernie Ecclestone zum Justizgebäude des Münchner Landgerichts gefahren. Eine halbe Stunde vor Beginn der Verhandlung ist der 83 Jahre alter Formel-1-Chef eingetrofffen. Von heute an muss er sich wegen des Vorwurfs der Bestechung verantworten. Ecclestone wird vorgeworfen, dem ehemaligen Bayern LB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen US-Dollar gezahlt zu haben, damit dieser im Jahr 2006 den Verkauf der Formel 1 in Ecclestones Sinne abwickelt. Ecclestone hatte die Vorwürfe bestritten und angekündigt, vor Gericht seine Unschuld beweisen zu wollen.

 

Gericht schließt Deal im Ecclestone-Prozess nicht aus

Im Prozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone schließt das Landgericht München einen Deal zwischen  Staatsanwaltschaft und Verteidigung über das Strafmaß nicht aus. Im Moment gebe es keine Hinweise auf Absprachen zwischen den Beteiligten, sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz kurz vor Prozessbeginn am Donnerstag in München. „Ausgeschlossen ist es aber nicht“, fügte sie hinzu.

 

Insgesamt sind 26 Verhandlungstage geplant, der zweite findet am 2. Mai statt. Bei einer Verurteilung erwarten Ecclestone 1-10 Jahre Haft.

 

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Ein Team von münchen.tv ist vor Ort und berichtet über den Prozess. Auf münchen heute gibt es um 18:00 Uhr, 19:00 Uhr und 21:00 Uhr gibt es den Beitrag zu sehen.

 

 

rr/dpa