Tag Archiv: Forschung

Marktschellenberg: Ankunft im Biwak 2 der Höhle

Der Transport mit dem verunglückten Höhlenforscher Johann Westhauser hat das Biwak 2 in der Riesending-Schachthöhle, etwa 500 Meter unter der Oberfläche erreicht.

 

Schwieriges Wegstück souverän gemeistert

Nach nur elf Stunden hat das Team aus Ärzten und Höhlenrettern die komplizierte Wegstrecke von Biwak 3 in 700 Metern Tiefe zu Biwak 2 gemeistert.

Ursprünglich waren für den Abschnitt mindestens 24 Stunden eingeplant, da es nicht nur über Canyons und unterirdische Bachläufe ging, sondern der Höhlenforscher oft auch vertikal per Seilzug Steilwände hoch transportiert werden musste.

Unterdessen kümmert sich eine neue Medizinerin um Johann Westhauser, der ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, nachdem ihm ein Felsbrocken in 1000 Metern Tiefe  auf den Kopf gefallen war: Eine italienische Ärztin erreichte den Rettungstrupp am Dienstag und löste einen Kollegen ab.

Der gesamte Trupp ruht sich jetzt im Biwak 2 aus, bevor es weiter in Richtung Oberfläche gehen kann.

 

Nur noch zwei Tage vom Tageslicht entfernt

Wenn alles wie bisher ohne größere Probleme verläuft, dann könnte das Rettungsteam mit dem 52 Jahre alten Westhauser bereits am Donnerstag die Oberfläche erreichen.

Der Zustand von Johann Westhauser ist laut Angaben der Bergwacht weiterhin stabil, Westhauser selbst hatte gesagt, er fühle sich wohl.

Die rund 20 Millionen Euro teure Rettungsaktion ist schon jetzt geschichtsträchtig. Die Helfer kommen aus insgesamt fünf Nationen: Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Kroatien.

„Es gäbe wohl in keinem europäischen Land allein genügend Menschen, die eine solche Rettung realisieren können. Es ist auch international eine ganz außergewöhnliche Herausforderung. Etwas Vergleichbares ist jedenfalls nicht bekannt.“, äußerte sich der Vorsitzende der Bergwacht Bayern, Alois Glück.

adc / dpa

Marktschellenberg: Kniffliger Patiententransport in Höhle

Der Transport des verletzten Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden geht in eine entscheidende Etappe.

 

Immer wieder Pausen nötig

 

Nach der Ruhepause am Biwak vier, das die Gruppe am Sonntag erreicht hatte, beginnt am Montag der Aufstieg entlang glatter Steilwände, der durch Klettern bewältigt werden muss. Das Rettungsteam aus Einsatzkräften der Bergwacht sowie mehreren Ärzten muss dazu den Verletzten in seiner Trage an Seilzügen nach oben hieven.

Die Gegebenheiten in diesem Teil der Höhle sind besonders schwierig: An der Wand des ersten Abschnitts, der sogenannten «Großen Schräge», läuft ein 200 Meter langer Wasserfall herab.

Die bisher schwierigste Etappe der Rettung wird deshalb Zeit brauchen. Bis die Gruppe am Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe ankommt, sollen nach Angaben der Bergwacht bis zu zwei Tage vergehen.

 

Wieder ans Licht kommen – die Rettung rollt

 

Bislang hat es auf dem Transport des schwer verletzten Forschers keine Komplikationen gegeben: Die Rettung verlaufe noch immer nach Plan, sagte ein Sprecher der Bergwacht am Montagmorgen.

Der erfahrene Höhlengänger Westhauser, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, hatte durch einen Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seit Freitag sind rund 100 Einsatzkräfte der Bergwacht Bayern um seine Rettung aus der Höhle bemüht.

 

adc

Untersuchung mit Ärztin, © Symbolfoto

Fortschritt im Kampf gegen Diabetes: Hormon-Doppelpack

Ein Team des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München hat möglichweise eine relevante Entdeckung in der Behandlung von Diabetes entdeckt.

Mit einer Kombination von zwei körpereigenen Hormonen könnten sich einige Diabetiker effektiver behandeln lassen.

 

Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Matthias Tschöp, Leiter des Instituts. Das entwickelte Peptid habe eine verstärkte Insulinausschüttung zur Folge, der Blutzuckerspiegel werde gesenkt, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin «Science Translational Medicine». Ein möglicher Zusatzeffekt sei, dass der Wirkstoff für ein größeres Sättigungsgefühl sorge und zum Abnehmen beitrage.

An Mäusen, Ratten und Affen sei das Peptid bereits erfolgreich getestet worden, nun hab eine erste kleine Studie mit 53 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 gute Ergebnisse erbracht.

 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht die Ergebnisse als interessanten neuen Ansatz. Es seien aber weitere Studien nötig, sagte DDG-Sprecher Andreas Fritsche.

 

 

jn / dpa

Neue Labors für Tierversuche in München geplant

Eigentlich sind sich Forscher, Tierschützer, Politiker und Industrie einig: Tierversuche sollten auf ein Minimum reduziert werden. Dennoch: Die Zahl der Versuchstiere nimmt weiter zu, in München werden sogar zwei Labors neu gebaut. Zehntausende Tiere sollen hier für Versuche herhalten.
An der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entsteht ein neues, lehrstuhlübergreifendes BioMedical Center für Grundlagenforschung. Bis zu 9000 Käfige für gut 50 000 Mäuse und andere Nager sowie bis zu 1700 Käfige für Krallenfrösche sind vorgesehen.
Am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) soll ab 2014, finanziert von Bund und Ländern, ein Forschungszentrum für Translationale Onkologie gebaut werden. Forschungsergebnisse sollen dort auf kurzem Weg rasch in die Patientenversorgung umgesetzt werden. Auf 700 Quadratmetern werden dann, so der Plan, bis zu 36 000 Mäuse und 800 Ratten leben, darunter genveränderte Tiere.

mt / dpa

Klinikum Großhadern produziert künftig radioaktive Medikamente

Mit einer eigenen Produktionsstätte für sogenannte nuklearmedizinische Substanzen will das Münchner Uni-Klinikum Großhadern seine Behandlungsmöglichkeiten weiter verbessern. Das heißt: Mediakamente und Diagnoseverfahren, die auf radioaktiven Substanzen basieren, sollen dort künftig hergestellt werden. Die Klinik will so Patienten schneller versorgen können – bis zu 8.000 Personen jährlich könnten von der eigenen Produktion profitieren. In 15 Monaten Bauzeit wurde das Zentrum errichtet, am heutigen Donenrstag erfolgte die Übergabe.

 

Eingesetzt werden Radiopharmaka unter anderem bei bestimmten Schilddrüsen-Erkrankungen oder in der Tumorbekämpfung. Mit Hilfe schwach radioaktiv markierten Subtanzen wird die Vitalität von Gewebe bestimmt. Aber: Die Möglichkeiten können auch bei der Diagnostik eines Herzinfarktes, in der Kinderheilkunde, bei Erkrankungen des Skelettsystems oder in der Neurologie Anwendung finden. Bei Alzheimer sei damit teils eine Diagnostik fünf Jahre vor dem Auftreten erster Symptome möglich.

 

Aber auch wenn es um die Diagnose von Krankheiten geht, können radioaktive Substanzen eingesetz werden. Ein bildgebendes Verfahren, die sogenannte Positronen-Emissions-Tomographie (PET), gewinnt immer mehr Bedeutung. Sie wird besonders in der Krebsdiagnostik zusammen mit der Computertomographie angewendet und bringt mehr Genauigkeit.

mt / dpa