Tag Archiv: G9

Schulklasse, © Symbolfoto

Willkommen zurück G9 – CSU beschließt Bildungsreform

Seit Mittwochabend steht der Entschluss fest, Bayern kehrt zurück zum G9. Die CSU zog somit einen Schlussstrich unter die jahrelange Diskussion um das Bildungssystem in Bayern. Das neun jährige Gymnasium soll dann mit dem Schuljahr 2018/19 eingesetzt werden. Kultusminister Ludwig Spaenle stellt die Pläne am heutigen Donnerstag im Kultusministerium im Detail vor. münchen.tv berichtet dann ausführlich bei München heute um 18 Uhr.

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München: Doch Wahlfreiheit bei Gymnasiums-Dauer

Kultusminister Ludwig Spaenle von der CSU hat zum ersten Mal Klartext zu seinen Gymnasiums-Plänen gesprochen: Faktisch will nun auch die Regierung eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9!

 

Entscheidung nach der Unterstufe

Nach dem Willen des Kultusministeriums sollen die Schüler nach der siebten Klasse entscheiden dürfen, ob sie acht oder neun Jahre Gymnasium für sich selbst wollen.

Anders gesagt: Es wird an den bayerischen Gymnasien künftig einen gesonderten G9-Zug geben.

Die sollen dann einen eigenen Klassenverband bekommen. Praktisch eine Schule in der Schule.

„Mittelstufe Plus“ nennt Ludwig Spaenle dieses Konzept, das praktisch das ist, das ursprünglich die Freien Wähler mit ihrem Volksbegehren auf den Weg bringen wollten.

 

Freie Wahl – aber nicht Freie Wähler

Das Konzept hat einen anderen Namen, aber wirklich etwas anderes, als das Konzept von Michael Piazolo von den Freien Wählern ist es nicht.

Die Schulen dürfen entscheiden, ob sie die neun Jahre Gymnasium anbieten, und jeder Schüler darf dann selbst entscheiden, ob es ihm gut tun würde, ein Jahr mehr bis zum Abitur zu lernen.

„Ich gehe von etwa 20 bis 25 Prozent der Schüler aus, die eine zusätzliche Lernzeit in Anspruch nehmen“, sagte der Kultusminister am Freitag in München.

Eine Möglichkeit für Gymnasiasten, ein Jahr länger in Anspruch zu nehmen, hatte es mit dem sogenannten Flexibilisierungsjahr bisher schon gegeben. Dieses Angebot wurde aber kaum abgenommen – offenbar auch deshalb, weil die betreffenden Schüler dann ihren Klassenverband verlassen mussten. Wenn nun – jedenfalls für die Mittelstufe – ganz neue Klassen mit G9-Schülern gebildet werden, könnte für die Schüler eine große Hürde wegfallen. Wie es dann in der Oberstufe weitergeht, ist offen. Denkbar ist, dass die Klassen dann in der gleichen Formation bis zum Abitur weiterlaufen. Denkbar ist aber auch, dass in der Oberstufe die verschiedenen Züge wieder zusammengefasst werden.

Am kommenden Montag will Spaenle die Idee nun im Landtag vorbringen.

adc / dpa

Volksbegehren um G9 droht zu scheitern

Das Volksbegehren der Freien Wähler in Bayern für eine Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium droht zu scheitern. In den beiden größten Städten München und Nürnberg trugen sich bis zur Halbzeit nur wenige Menschen ein. In München waren es bis Mittwochabend 7428 Menschen – nur 0,81 Prozent der Stimmberechtigten. In Nürnberg waren es 2782 (0,8 Prozent). Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen sich bis kommenden Mittwoch (16. Juli) bayernweit mindestens 10 Prozent der Stimmberechtigten in Unterschriftenlisten in den Rathäusern eintragen.

 

 

Hintergrund:

 

Nach jahrelangem Hickhack um die Dauer des Gymnasiums in Bayern startete am vergangenen am Donnerstag (03.07.) das Volksbegehren der Freien Wähler für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Jedes Gymnasium soll demnach selbst entscheiden dürfen, ob es nur acht- oder nur neunjährige Züge anbietet – oder beide Varianten parallel.

 

Um einen Volksentscheid zu erzwingen, müssten sich innerhalb von zwei Wochen, also bis zum 16. Juli, mehr als 950 000 Menschen in Unterschriftenlisten in den Rathäusern eintragen. Der Ausgang des Volksbegehrens ist völlig offen – auch deshalb, weil die anderen beiden Oppositionsfraktionen das Volksbegehren nicht unterstützen. SPD und Grüne haben stattdessen eigene Reformmodelle vorgelegt – im Gegensatz zur CSU, die erst nach Ende des laufenden, breit angelegten Dialogprozesses mit der Schulfamilie eigene Vorschläge machen will.

 

Auch der Bayerische Philologenverband hat einen Vorschlag zur Umstrukturierung des Gymnasialsystems.Danach sollen Schüler in der Oberstufe selbst entscheiden, ob sie das Gymnasium in 8 oder 9 Jahren beendigen wollen. Bis zur Oberstufe sollen aber alle gemeinsam unterrichtet werden.

 

 

Sollte das Volksbegehren tatsächlich scheitern, wird die Debatte um das Thema mit großer Wahrscheinlichkeit trotzdem weitergeführt. Mit der jetzigen Situation, dem bestehenden G8-System, sind nur die wenigsten Beteiligten zufrieden.

 

 

jn / dpa

Schulklasse, © Symbolfoto

Heute startet das Volksbegehren um G8 G9

Nach jahrelangem Hickhack um die Dauer des Gymnasiums in Bayern startet am Donnerstag das Volksbegehren der Freien Wähler für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Jedes Gymnasium soll demnach selbst entscheiden dürfen, ob es nur acht- oder nur neunjährige Züge anbietet – oder beide Varianten parallel.

 

Eine Zusammenfassung zu dem Volksbegehren von unserem Reporter Timo Miechielsen sehen Sie hier:

 

Um einen Volksentscheid zu erzwingen, müssten sich innerhalb von zwei Wochen, also bis zum 16. Juli, mehr als 950 000 Menschen in Unterschriftenlisten in den Rathäusern eintragen. Der Ausgang des Volksbegehrens ist völlig offen – auch deshalb, weil die anderen beiden Oppositionsfraktionen das Volksbegehren nicht unterstützen. SPD und Grüne haben stattdessen eigene Reformmodelle vorgelegt – im Gegensatz zur CSU, die erst nach Ende des laufenden, breit angelegten Dialogprozesses mit der Schulfamilie eigene Vorschläge machen will.

 

Auch der Bayerische Philologenverband hat einen Vorschlag zur Umstrukturierung des Gymnasialsystems. Mehr Informationen dazu gibt in diesem Beitrag unsere Reporterin Johanna Nagel:

 

 

 

jn / dpa

Bayern: Wirtschaft gegen Wahlfreiheit G8/G9

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft hat sich entschieden gegen die von den Freien Wählern angestrebte Wahlfreiheit für Gymnasien zwischen acht und neun Jahren Schulzeit an Gymnasien ausgesprochen.

 

Fünf Gründe für acht Jahre

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, hat einen Tag, bevor das Volksbegehren von Michael Piazolo und den Freien Wählern startet, eine Liste mit Gründen veröffentlicht, warum das achtjährige Gymnasium das beste für Bayern sei:

  1. Entscheidend für den Bildungserfolg ist nicht die Dauer der Schulzeit, sondern die Qualität des Unterrichts. Die Forschung zeigt keine belastbaren Hinweise auf einen Qualitätsgewinn des Unterrichts bei längerer Schulzeit, im Gegenteil.
  2. Der internationale Vergleich spricht für G 8: Länder wie Finnland, Kanada oder Japan belegen im aktuellen schulischen Leistungsvergleich PISA (Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen) Spitzenplätze.
  3. Wahlfreiheit führt auf lange Sicht zur Rückkehr zu G 9 und bindet finanzielle und organisatorische Ressourcen in der Schulfamilie, die an anderer Stelle fehlen, beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Mittel- und Realschulen oder beim Ausbau rhythmisierter Ganztagsschulen. Darüber hinaus könnten kleinere Gymnasien die Parallelführung von G 8 und G 9 organisatorisch nicht leisten.
  4. Ein weiteres Jahr bis zum Abitur ist ein Standortnachteil. In den wenigsten europäischen Ländern dauert die Schulzeit so lange.
  5. G 8 bringt hohen Bildungserfolg: Früher hielten nur 60 Prozent der Fünftklässler die vollen neun Jahre bis zum Abitur durch. Im ersten G 8-Jahrgang in Bayern waren es 72 Prozent.

 

Freie Wähler-Volksbegehren startet Donnerstag

 

 

Die Freien Wähler wollen mit ihrem Volksbegehren erreichen, dass jedes Gymnasium in Bayern selbst entscheiden darf, ob es nun acht oder neun Jahre bis zum Abitur anbieten will.

Wenn rund 950000 Bürger sich bei dem Volksbegehren eintragen, dann würde das die bayerische Regierung zum Volksentscheid zwingen.

Der Landtag könnte die Reformen, die die Partei um Michael Piazolo und Hubert Aiwanger fordert, auch direkt umsetzen. Das würde Horst Seehofer, genauso wie Kultusminister Ludwig Spaenle von der CSU aber sicher nicht tun.

Wenn der Volksentscheid gut für die Freien Wähler ausginge, dann gibt es eine Wahlfreiheit für die Gymnasien – Lehrer wie auch Schüler in Bayern unterstützen die Wahlfreiheit bedingt. Eigentlich wollen sie eine grundsätzliche Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium.

Bis zum 16. Juli können sich die Bürger beim Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit eintragen.

adc / dpa

München: CSU unschlüssig ob G8 oder G9

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will sich vom Gymnasiums-Volksbegehren der Freien Wähler nicht unter Druck setzen lassen.

 

«Wir werden völlig unabhängig von dem Ausgang des Volksbegehrens in aller Ruhe und im Dialog mit der Schulfamilie unsere Position formulieren», sagte Seehofer am Donnerstag am Rande der Landtagssitzung in München. «Und dann werden wir sehen, ob sie parteiübergreifend gestaltet werden kann.» Die Freien Wähler kämpfen für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9.

 

Seehofer setzt auf „individuelle Förderung“

 

Seehofer betonte, der CSU wolle den Schülern helfen, die am Gymnasium mehr Zeit brauchten. Dabei gehe es weniger um Organisationsfragen als um eine auf den einzelnen Schüler abgestellte Förderung. «Es bleibt dabei, dass wir die individuelle Förderung an die Spitze unserer Politik stellen.» Daran arbeite die CSU unabhängig vom Volksbegehren. «Wir stellen unsere Überlegungen auch nach einem gescheiterten Volksbegehren nicht ein.» Seehofer wagte keine Prognose, ob die Freien Wähler es schaffen, dass sich mindestens zehn Prozent aller Wahlberechtigten beteiligen: «Ich weiß es nicht. Ich kann’s Ihnen nicht vorhersagen.»

 

Landtag streitet über G8 und G9

 

Eine Woche vor dem Start des Volksbegehrens für eine Wahlfreiheit zwischen acht- oder neunjährigem Gymnasium hat der Landtag erneut über das künftige Gymnasialkonzept gestritten.
Die Freien Wähler, die das Volksbegehren angestoßen haben, warfen der CSU am Donnerstag völlige Planungslosigkeit vor. «Die einzigen, die kein Modell haben, das ist die bayerische Staatsregierung», sagte Hauptinitiator Michael Piazolo. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wies dies zurück.

 

Die CSU setzte vielmehr auf den laufenden Dialogprozess mit der gesamten Schulfamilie. Erst an dessen Ende werde man Vorschläge machen, wie es am Gymnasium weitergehen solle.
Piazolo sagte dazu: «Das, was Sie machen, ist betreutes Denken – sie sollten lieber selber denken.»

 

RG / dpa

München: Aiwanger für Wahlfreiheit G8 / G9

Acht oder neun Jahre am Gymnasium? Wenn es nach den Freien Wählern geht, sollen Schüler bald selbst entscheiden dürfen, nach wie vielen Jahren sie das Abitur machen. Parteichef Aiwanger wirbt nun mit einem neuen Argument für das Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9.

 

Denn: Er sieht die Chancengerechtigkeit für bayerische Abiturientinnen und Abiturienten in Gefahr. Bundesweit gebe es den Trend zurück zum neunjährigen Gymnasium, sagte Aiwanger. „Der Trend zum bundesweit einheitlichen Abitur wäre eine Farce, wenn in einigen Ländern die Schüler neun Jahre Zeit bis zum Abitur hätten und in anderen nur acht.“ Das sei ein klarer Wettbewerbsnachteil für die G8-Schüler. Mit Blick auf die Nachbarländer Hessen und Baden-Württemberg, in denen das G 9 wahlweise angeboten und von Schülern und Eltern begeistert angenommen wird, sei es „verantwortungslos, den bayerischen Schülern diese Wahlmöglichkeit vorzuenthalten“, hatte Aiwanger zuvor bereits angemahnt.

 

CSU hält an „Flexijahr“ fest

 

Am 3. Juli beginnt die zweiwöchige Eintragungsfrist für das Volksbegehren, mit dem die Freien Wähler die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 durchsetzen wollen. Die Erfolgschancen sind ungewiss, da SPD und Grüne das Volksbegehren nach wie vor nicht unterstützen. Aiwanger hofft dennoch auf zusätzliche Unterstützer – mit dem Argument, dass nur das Volksbegehren die Gewähr für Verbesserungen am Gymnasium biete.

 

Aiwanger appelliert an Philologenverband

 

Die CSU jedoch will nach wie vor am G8 festhalten und nur das bereits eingeführte Flexibilisierungsjahr ändern.  Aiwanger hält davon wenig: „Da würde es überhaupt nichts Vernünftiges geben, sondern nur das alte Flexijahr in neuen Schläuchen. Das zeigt, was auf uns zukäme, wenn unser Volksbegehren scheitert.“ Die CSU, um Kultusminister Ludwig Spaenle, will den Schülern der Mittelstufe durch ein Flexibilisierungsjahr mehr Zeit einräumen will. Gymnasiasten, die Probleme mit dem G 8 haben oder die beispielsweise ein Jahr im Ausland verbringen wollen, sollen demnach in der achten, neunten oder zehnten Klasse ein zusätzliches Jahr einschieben können.

 

Der Freie-Wähler-Chef appellierte an den Philologenverband, das Volksbegehren zu unterstützen. Lehrer- und Elternverbände hatten sich jedoch erst Anfang Juli  hinter das Konzept des „Flexijahres“ gestellt.

 

MK/dpa

Das G9 hat wenig Freunde

Bei einer Landtagsanhörung zur Zukunft des bayerischen Gymnasiums hat sich ein klares Bild ergeben: für die Beibehaltung des derzeitigen achtjährigen Gymnasiums.

 

Lediglich der Bayerische Philologenverband und der Landeschülerrat sprachen sich bei dem Expertentreffen am Donnerstag dafür aus, eine neunjährige Gymnasialzeit wieder zur Grundlage zu machen – mit Zusatzoption, das G9 auch in acht Jahren absolvieren zu können.

 

Mehr Stress und Leistungsdruck?

 

Sechs der geladenen dreizehn Lehrer und Wissenschaftler plädierten im Grundsatz für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums – unter anderem mit dem Argument, dass G8-Schüler nach den bisherigen Untersuchungen weder leistungsschwächer noch gestresster oder ängstlicher seien als G9-Schüler. Drei hielten ein Parallelangebot von acht- und neunjähriger Gymnasialzeit für sinnvoll, zwei vertraten keine klare Position pro oder kontra.

 

RG / dpa

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