Tag Archiv: Geschäft

Blaulicht der Polizei, © Symbolfoto: Blaulicht der Polizei

Versuchter Überfall mit Messer – Inhaber verjagt 28-Jährigen mit Brecheisen

Ein 28-Jähriger hat am Freitag versucht, ein Geschäft in der Ludwigsvorstadt zu überfallen. Er hatte den Ladeninhaber mit einem Messer bedroht. Daraufhin griff sich dieser ein Hebeleisen und verjagte den Täter. Die Polizei konnte ihn wenig später verhaften.

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viele Pillen/Drogen in verschiedenen Farben, © Symbolfoto.

Drogen-Razzia in der „Grinsekatze“ – Über 20 Festnahmen

In den letzten Wochen verdichteten sich Hinweise, dass es im Club „Grinsekatze“ im Münchner Osten zu massiven Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz kommt. Eine Razzia am vergangenen Wochenende bestätigte die Annahme.

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Nach dem Amoklauf im OEZ: München kehrt langsam zum Alltag zurück

Der Amokläufer von München hat neun Menschen erschossen – und eine ganze Stadt ins Mark getroffen. Auf den Straßen und Plätzen ist nun wieder einigermaßen Normalität eingekehrt. Die Erinnerungen an die Schreckensnacht sind aber noch allgegenwärtig. Eine Spurensuche.

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Riem: Ladendiebin prügelt Ladendetektiv

Ein Ladendetektiv hat eine zweifache Mutter beim Versuch, Kleidung aus einem Geschäft in München-Riem zu stehlen erwischt und musste dann auch noch Schläge von ihr einstecken.

 

Kinderwagen als Fluchtfahrzeug?

Die 30 Jahre alte Mutter war mit ihren fünf und sieben Jahren alten Kindern in dem Kaufhaus in Riem unterwegs. Der Ladendetektiv konnte die Frau dann dabei beobachten, wie sie mehrere Hosen und Pullover erst aus den Regalen stiebitzte, die Kleidungsstücke in einem Plastikbeutel verschwinden ließ und den Plastikbeutel dann in den Kinderwagen steckte.

Mit ihrer Beute, die sie im Kinderwagen vor sich her schob, verließ die Frau dann ohne je ans Zahlen gedacht zu haben, das Geschäft und begab sich auf den Parkplatz.

Der Detektiv hatte sie die ganze Zeit beobachtet und war ihr gefolgt.

Draußen vor dem Laden sprach er die diebische Mama an.

 

Ein Satz heißer Ohren

Die wollte aber absolut nichts von dem Detektiv wissen:

Als er sie bat, mit in sein Büro zu kommen, weil sie die Ware ohne zu zahlen hatte mitgehen lassen, knallte sie ihm ihre Faust gegen die Brust und ging mit den Worten „Lassen Sie mich in Ruhe“ einfach weiter.

Der Detektiv gab aber nicht auf und forderte abermals, dass sie mit ihm mitkommen solle.

Darauf setzte es von der dreisten Diebin eine Watsch’n ins Gesicht und gleich hinterher einen Faustschlag aufs Ohr.

Ein Passant mischte sich daraufhin ein, und zu zweit konnten sie die Frau unter Kontrolle bringen und festhalten, bis die Polizei eingetroffen war.

adc / PP

München: Goldstube am Viktualienmarkt überfallen

Zwei bewaffnete Räuber haben in der Münchner Innenstadt ein Schmuckgeschäft überfallen.

 

Sie stürmten am Montag den Laden mit einer Schusswaffe und bedrohten die vier Angestellten, wie die Polizei mitteilte. Als es zu einem Gerangel mit den Verkäufern kam, versuchten die Räuber zu flüchten.

 

Ein Angestellter rannte ihnen hinterher und hielt einen der Täter fest, der sich dabei leicht verletzte. Der zweite Täter konnte flüchten. Bei dem Überfall wurde auch einer der Angestellten leicht verletzt, er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

 

Ob die Täter es auf Bargeld oder Schmuck abgesehen hatten, war zunächst unklar

 

RG / Polizei

Das Siemens Gebäude

München/Tokio: Siemens und Mitsubishi bessern Alstom-Offerte auf

Die Kontrahenten kämpfen bis zur letzten Minute um den französischen Industriekonzern Alstom. Auf ein Gegenangebot von Siemens legte der US-Konzern General Electric eine verbesserte Offerte vor. Nun kontern die Partner Siemens und Mitsubishi erneut.

 

Im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom haben Siemens und der japanische Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ihre Offerte aufgebessert. «Im Ergebnis erhöht sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro», teilten MHI und Siemens am Freitagmorgen in Tokio und München mit. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro. Der US-Konzern General Electric, der ebenfalls um Alstom buhlt, bewertet Alstoms Energiegeschaft weiterhin mit 12,35 Milliarden Euro. Ein Vergleich ist jedoch wegen der unterschiedlichen Ausgestaltung der Angebote schwer.

 

Jetzt muss sich der Alstom-Verwaltungsrat für einen Kaufinteressenten entscheiden und die Regierung in Paris ihre Zustimmung signalisieren.

 

Treffen mit Präsident Hollande

 

Die GE-Offerte steht bis zum Montag. Die Bieter müssen aber nicht nur den Verwaltungsrat von Alstom für sich gewinnen, sondern auch die Regierung in Paris, die sich kurz vor der heißen Phase des Bieterwettbewerbs noch ein Vetorecht bei Übernahmen gesichert hatte. Präsident François Hollande will am Freitag die Chefs von GE, Siemens und MHI treffen.

 

«Mitsubishi Heavy Industries (MHI) und Siemens haben Alstom heute in einem Schreiben ihr Angebot für die vorgeschlagene Transaktion präzisiert», heißt es in der Mitteilung vom Freitag. «Darin bestätigen MHI und Siemens ihre Überzeugung, Alstom als unabhängigen weltweiten Anbieter im Energie- und Transportgeschäft zu stärken.» Nach «intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten» sei das Angebot überarbeitet worden.

 

Über eine Aufbesserung des Angebots hatte bereits die französische Zeitung «Les Echos» (Freitag) ohne nähere Quellenangabe berichtet. Am Donnerstag hatte General Electric (GE) eine Charmeoffensive in Frankreich gestartet. Die Amerikaner warben mit dem Versprechen einer weitreichenden Kooperation zum Nutzen des Unternehmens und Frankreichs. Dies soll die Gegenbieter Siemens und MHI aus dem Feld schlagen. Den Vorschlägen zufolge sollen Gemeinschaftsfirmen für Stromnetze, erneuerbare Energien und Nukleartechnik mit den dazugehörigen Dampfturbinen entstehen. Die beiden Seiten sollen daran jeweils zur Hälfte beteiligt werden.

 

«Wir haben Vereinbarungen mit Alstoms Management getroffen, die eine Allianz zwischen unseren beiden Unternehmen sowohl im Geiste als auch in der Praxis schaffen werden», erklärte GE-Chef Jeff Immelt am Donnerstag in einer Mitteilung. Der Plan werde sicherstellen, «dass der Name Alstom fortbesteht». Der stark verschuldete Hersteller von Energie- und Bahntechnik gilt als zu klein, um langfristig alleine auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

 

Kooperation im Bahngeschäft möglich

 

Siemens hat es auf das Geschäft mit Gasturbinen abgesehen und will dieses ganz schlucken. Die Barofferte dafür sei um 400 Millionen Euro auf 4,3 Milliarden Euro erhöht worden. Zudem stellt der deutsche Konzern eine Kooperation im Eisenbahngeschäft in Aussicht und will den Signaltechnikbereich in Gemeinschaftsunternehmen einbringen.

 

Um an die begehrte Sparte heranzukommen, hatten zuvor bereits die Deutschen weitreichende Zugeständnisse gemacht und sich bereiterklärt, ihre Bahntechnik abzugeben. Überdies hatte Siemens den japanischen Konzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ins Boot geholt, der sich an den Franzosen beteiligen will.

 

GE-Chef Immelt hat die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen sowie den Verbleib einer starken Geschäftsführung im Land versprochen. Er räumte der Regierung im Nukleargeschäft zudem ein Vetorecht ein.

 

Siemens reagierte noch am gleichen Abend. General Electrics neues Angebot «folgt unserem Ansatz, aber ändert nicht das Spiel», erklärte Frankreich-Chef Christophe de Maistre am Donnerstag. «Unser Konzept ist immer noch überlegen.» Siemens und Mitsubishi hatten mit bis zu 2000 neuen Jobs geworben. Das deutsch-japanische Gespann sieht seine Offerte auch finanziell als die bessere an und rechnet mittlerweile vor, diese sei 14,6 Milliarden Euro schwer.

 

Der Alstom-Vorstandsvorsitzende Patrick Kron gilt als erbitterter Gegner eines Geschäfts mit Siemens. Analysten zitierten ihn am Donnerstag mit den spöttischen Worten: «Sie (die Münchner) wollen unser Gasgeschäft (…) und wir sollen ihr Transportgeschäft übernehmen (…), nun ja, sie dürfen träumen.»

 

 

RG / DPA

 

 

Das große Fahr-Geschäft: Wie die Taxifahrer beim Oktoberfest den großen Reibach machen

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Wer als Taxifahrer nicht mindestens vier Wochen vor der Wiesn ein Taxi beim Unternehmer reserviert hat, geht leer aus. Ausgebremst! Die Studenten wissen das und sind ganz früh dran. Die Profi-Taxler verschlafen es manchmal und sind dann nicht dabei: Beim  ultimativen Taxigeschäft des Jahres, dem „Wiesn-G’schäft“.

Zwei Wochen arbeiten, zwei Monatsgehälter kassieren – so die Wunschformel der „Fiaker“, wie sie sich selbst liebevoll nennen. Da muss man wissen, wie der Hase läuft.

 

Teils erbarmungsloser Konkurrenzkampf

 

3600 Taxis sind beim Oktoberfest Tag und Nacht im Einsatz. Doch nicht immer brummt das Geschäft, wie man sich das wünscht. Kein Wunder, dass das mitunter in ein erbarmungsloses Hauen und Stechen ausartet.

Da stellt sich ein Taxler als dritter an den Käferzelt-Stand, und plötzlich geht gar nichts mehr. Nach zwei Stunden  bekommt er endlich eine Fuhre – zum Hauptbahnhof. Vernichtend!

Ein anderer stellt sich als fünfzigster am Wiesn-Haupteingang an, wird in fünf Minuten „durchgepumpt“ und fährt zum Tegernsee. Blöd nur, wenn man nachts leer zurückfahren muss und hört über Funk, dass an der Wiesn tausende auf ein Taxi warten.

 

Versauern an der Münchner Freiheit oder Bierleichen von der Wiesn wegfahren. Wer macht das große Fahr-Geschäft?

 

Überhaupt spaltet das größte Volksfest der Welt die Münchner Taxler in zwei Lager: „Ich fahre nicht freiwillig hin“, sagt Aushilfsfahrer Markus S. (Namen von der Red. geändert), der zu den Wiesn-Muffeln gehört. „Die sind nur b’soffen und speim mir ins Auto.“ Der Streit zum Schichtwechsel beim Großunternehmer erreicht seinen Höhepunkt. „Ich fahre nur zur Wiesn“, kontert Oktoberfest-Fan Peter H. “Dort ist immer was los und egal wie weit es geht, Hauptsach‘ du bist immer am Fahren, dann kommst schon auf deinen Schnitt. Und überhaupt, du Depp, wer glaubst du, braucht denn ein Taxi zur Wiesn-Zeit, wenn nicht die Wiesn-Gäste?!“ Da wird gestritten, was das Zeug hält. Besonders um fünf Uhr früh, nach der Nachtschicht, jetzt auch mit einer Flasche Bier in der Hand. Verdient! G’schaftlhuber und Experten, Besserwisser, Gewinner und Verlierer unter sich.

 

Mit Provision ins Rotlichtmilieu

 

Am gewieftesten sind oft die Kolleginnen. Sie klauben am Wiesn-Rand die Angeheiterten auf und hören oft: „Na Mädel, geht no was?!“ So manche haucht dann: „Freili, lass dich überraschen…“ Dann bringt sie die Fahrgäste zu einem Rotlicht-Etablissement am Stadtrand. Und wenn die Herrschaften dort schließlich ordentlich Eintritt bezahlt haben, gibt’s am Hintereingang eine dicke Provision. Natürlich nicht nur für Chauffeusen, sondern für alle Taxler, die solche Schwerenöter abliefern. Dieser so genannte „Club-Stich“ ist das schnellste Geld. Doch leider klappt es nur ganz selten.

 

Nach der Wiesn kommt der Kassensturz

 

Am Ende ist dann Kassensturz. Diejenigen, die nie zur Theresienwiese gefahren sind und sich immer an irgendwelchen Taxi-Ständen in Solln oder Englschalking versteckt haben,  nörgeln auf hohem Niveau. „Also diesmal ist das Geschäft wirklich an mir vorbei gelaufen“, beschwert sich Konrad W. Sein Kollege Stefan S. ist hingegen immer zur Wiesn gefahren. Er behauptet, den dreifachen Umsatz gemacht zu haben.  „Und dann hat mir noch einer in die Lüftung g’spiem. Von dem hab ich 200 Euro Schadensersatz extra kassiert. Das Geld hab‘ ich selber eingesteckt. Meinem Unternehmer habe ich natürlich nix gesagt. Einmal mit dem Lumpen rüber, passt schon. Hoffentlich merkt keiner, dass das Auto jetzt a bisserl müffelt.“ Ob alles stimmt, weiß natürlich nur er allein.

Am Montag nach der Wiesn ist es schnell wieder vorbei mit den Oktoberfest-Geschichten. Das meiste war ohnehin nur Taxler-Latein.

 

(ca)