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Gurlitt-Sammlung wird wohl nicht deutsches Kulturgut

Knapp einen Monat nach dem Tod des Kunsthändler-Sohns Cornelius Gurlitt ist die Zukunft seiner wertvollen Sammlung noch ungewiss. Deutsches Kulturgut werden die Bilder allem Anschein nach nicht.

 

Das Bayerische Kultusministerium will die Sammlung Gurlitt voraussichtlich nicht zum deutschen Kulturgut erklären. «Wir sehen nach derzeitigem Stand keinerlei Handlungsbedarf», sagte am Montag ein Ministeriumssprecher und bestätigte einen Bericht des «Focus».

 
Das zuständige Ministerium hatte im Mai angekündigt, die Sammlung des verstorbenen Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt auf ihre Bedeutung für das deutsche Kulturgut zu prüfen, nachdem bekanntwurde, dass Gurlitt seine Bilder dem Kunstmuseum Bern vermacht hat. Denn bei einer Ausfuhr der Sammlung in die Schweiz könnte unter Umständen das Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung greifen. Das Gesetz besagt, dass Werke, die im «Verzeichnis national wertvolles Kulturgut» aufgelistet sind, bei Ausfuhr ins Ausland eine amtliche Genehmigung benötigen.

 
«Unser Experte im Haus hat das geprüft und sieht derzeit keinen Grund, das zu tun», sagte der Ministeriumssprecher. Die gesamte Sammlung auf die Liste zu setzen habe ohnehin nie zur Debatte gestanden. «Es ging immer nur – wenn überhaupt – um einzelne Bilder.»

 
Derweil ist noch immer nicht klar, ob das Kunstmuseum Bern das Erbe antreten will. Museumsdirektor Matthias Frehner hatte angekündigt, das Haus wolle das Für und Wider prüfen. Beim Amtsgericht München war nach Angaben einer Sprecherin am Montag noch keine Stellungnahme des Museums eingegangen.

 

RG / dpa

Gurlitt: Zwei Testamente eingegangen

Zwei Testamente des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind am heutigen Dienstag beim Amtsgericht München eingegangen. Die notariell beglaubigten Dokumente sind auf den 9. Januar und den 21. Februar dieses Jahres datiert, wie Gerichtspräsident Gerhard Zierl am Dienstag mitteilte. Ein Notar aus Baden-Württemberg habe die Testamente übersandt. Das Amtsgericht München ist als Nachlassgericht zuständig, weil Gurlitt im Gerichtsbezirk von München seinen «letzten gewöhnlichen Aufenthalt» hatte.

 

Die im Testament Bedachten sollen nun darüber informiert werden, dass sie als Erben in Betracht kommen. Inländische Erben haben nach Gerichtsangaben sechs Wochen, Erben im Ausland sechs Monate Zeit, die Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht abzugeben. Nach Angaben des Kunstmuseums Bern hat Gurlitt das Haus als Alleinerben für seine millionenschwere Kunstsammlung und seinen übrigen Besitz eingesetzt. Das Museum prüft, ob es das Erbe antreten will.

 

 
Das Gericht will seinerseits überprüfen, ob neben den testamentarisch eingesetzten Erben weitere Menschen als gesetzliche Erben in Betracht kommen. Dafür sollen unter Umständen Akten anderer Behörden beigezogen werden, zum Beispiel die Akten des Betreuungsgerichts München oder die Nachlassakten der verstorbenen Schwester und der Eltern von Gurlitt.

Ein in Spanien lebender entfernter Verwandter von Gurlitt hat bereits angekündigt, er erwäge eine Klage gegen dessen Vermächtnis, das Kunstmuseum Bern als Alleinerben einzusetzen.

 

Sollten Zweifel an der Testierfähigkeit Gurlitts bestehen, sei es Aufgabe des Gerichts, diese zu prüfen, erklärte Zierl. Gurlitt war am 6. Mai nach langer schwerer Krankheit in seiner Münchner Wohnung gestorben.

 

 

 

jn / dpa

München/Barcelona: Gurlitts Verwandte wollen Kunstfund

Ein in Barcelona lebender Verwandter des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt zweifelt daran, dass das Kunstmuseum Bern die Sammlung seines Cousins bekommen wird.

Die rund 1500 Kunstwerke, die Cornelius Gurlitt in seiner Schwabinger Wohnung und seinem Haus in Salzburg gehortet hatte, sollen nach dem Willen von Ekkeheart Gurlitt – Fotograf und Lebenskünstler von Beruf, 65 Jahre alt, wohnhaft in Spanien – an den Vater von Cousin Ekkeheart – 94 Jahre alt – gehen.

„Das Testament wurde noch gar nicht eröffnet und dennoch will schon jeder wissen, dass das Kunstmuseum Bern der Erbe sein soll. Es ist die Frage, ob es nicht auch andere Testamente gibt und welches dann gültig ist.“ – sagte Ekkeheart Gurlitt einer Münchner Zeitung.

 

„Ekkeheart“ will Testament sogar rechtlich anfechten

 

Der Cousin hat sich bereits mit einem Anwalt in Verbindung gesetzt und will das offizielle Testament des toten Cornelius Gurlitt notfalls vor Gericht anfechten.

Ekkeheart Gurlitt glaubt nicht, dass es wirklich der Wille seines verstorbenen Verwandten sein konnte, die Kunstsammlung seines Vaters in familienfremde Hände zu geben. Ekkeheart geht sogar davon aus, dass schlicht der Druck, den die Staatsregierung auf den schwer kranken Cornelius Gurlitt ausgeübt hatte, ihn zu dem Schritt bewogen hat.

 

Provenienzforschung läuft weiter

 

Unterdessen untersucht eine Taskforce der Bayerischen Staatsregierung weiter, ob es sich bei einigen der Bilder aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt um NS-Raubkunst handelt.

Die Werke können erst dann weiter gegeben werden, wenn vollständig geklärt ist, auf welchen Wegen sie von ihren ursprünglichen Besitzern in die Sammlung nach Schwabing und Salzburg gelangt sind.

adc

 

Staatsanwaltschaft hebt Beschlagnahmung der Gurlitt-Sammlung auf

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat die Beschlagnahmung der Sammlung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt aufgehoben. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Im Zuge des Ermittlungsverfahrens hätten sich neue Erkenntnisse ergeben, teilte die Behörde mit. Die rechtliche Situation sei neu bewertet worden. „Das Ermittlungsverfahren selbst ist noch nicht beendet“, hieß es in der Mitteilung.

 

Cormelius Gurlitt ist erliechter über die bevorstehende Rückgabe seiner Bilder. „Er freut sich, ist dankbar und erleichtert, dass alles sich so auflöst“, sagte sein Anwalt Tido Park am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg die Beschlagnahme der Kunstsammlung aufgehoben.
Die Staatsanwaltschaft hatte am 28. Februar 2012 insgesamt 1280 Bilder aus der Wohnung des heute 81-Jährigen wegen des Verdachts auf ein Steuer- und Vermögensdelikt beschlagnahmt und seit mehr als zwei Jahren unter Verschluss gehalten. Rund 500 Werke stehen unter dem Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

 

rr/dpa

Fall Gurlitt: Staatsanwaltschaft gibt Entscheidung bekannt.

Für diesen Mittwoch wird die Entscheidung der Staatswanwaltschaft im Fall Gurlitt erwartet.

Im Ermittlungsverfahren gegen den Kunstsammler Cornelius Gurlitt will die Staatsanwaltschaft Augsburg am Mittwoch eine Entscheidung treffen. Die Behörde hatte vor zwei Jahren 1280 Bilder aus Gurlitts Münchner Wohnung wegen Verdachts auf ein Steuerdelikt beschlagnahmt. Staatsanwalt Reinhard Nemetz hatte stets betont: „Es wird keinen Deal, Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Rückgabe der Bilder oder Ähnliches geben.!
Am vergangenen Montag schlossen der 81 Jahre alte Kunstsammler und seine Anwälte einen Vertrag mit der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern. Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, erklärt sich darin bereit, seine Sammlung auch nach dem Ende der Beschlagnahme von Experten untersuchen zu lassen und unter Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Spätestens innerhalb eines Jahres soll er seine Sammlung zurückbekommen.

 

rr/dpa

Schwabing: Gurlitt einigt sich nach Kunstfund mit Bundesregierung

Nach dem Fund hunderter Kunstgemälde in einer Wohnung in Schwabing hat die Bundesregierung nun mit Kunsthändler Cornelius Gurlitt eine Einigung getroffen. In einem Vertrag erklärt sich der 81 Jahre alte Mann dazu bereit, alle unter Raubkunstverdacht stehenden Bilder freiwillig auf ihre Herkunft untersuchen zu lassen. Das teilte die Bundesregierung, das bayerische Justizministerium und Gurlitts Anwälte am Montag mit.
Mit dieser Vereinbarung, an deren Zustandekommen auch die Strafverteidiger Prof. Dr. Tido Park und Derek Setz mitwirkten, erklärt sich Cornelius Gurlitt bereit, im Falle einer Beendigung der Beschlagnahme auf dann freiwilliger Basis eine Provenienzrecherche zu ermöglichen. Herr Gurlitt ermöglicht eine Fortsetzung der  Provenienzrecherche durch die Taskforce bei solchen Werken aus dem „Schwabinger Kunstfund“, für die ein Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug (sog. Raubkunst) oder auch indirekt in Fällen der sog. entartete Kunst nicht ausgeschlossen werden kann. Diese Kunstwerke bleiben hierfür im bisherigen gesicherten Gewahrsam und bei „lostart“ eingestellt. Allerdings hat die Taskforce das Ziel, die Provenienzrecherche im Wesentlichen innerhalb eines Jahres durchzuführen. Kunstwerke, für die innerhalb der Jahresfrist die Provenienzrecherche durch die Taskforce nicht abgeschlossen wurde, werden an Cornelius Gurlitt herausgegeben. Herr Gurlitt gewährleistet aber die weitere Zugänglichmachung für die Fortsetzung der Provenienzrecherche. Soweit Restitutionsansprüche angemeldet wurden oder bestehen können, bleiben die Werke auch nach Jahresablauf in treuhänderischer Verwahrung. Cornelius Gurlitt kann zumindest einen Wissenschaftler an die Taskforce entsenden, damit die Wahrung seiner Interessen garantiert bleibt.“ heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Justizministeriums.
mh / Justizministerium

Fall Gurlitt: Staatsanwalt prüft Einigung mit Erben

Die Augsburger Staatsanwaltschaft wird mögliche Übereinkünfte zwischen dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt und Erben jüdischer Kunstbesitzer eingehend prüfen. „Wenn uns derartige Vereinbarungen vorgelegt werden, werden wir prüfen, ob es möglich ist, Rechten von Geschädigten zur Geltung zu verhelfen, ohne dass Rechte anderer verletzt oder prozessuale Belange beeinträchtigt werden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Das sei aber rein hypothetisch. Bislang liege der Behörde keine Vereinbarung zwischen Gurlitt und Erben vor.
Am Tag zuvor war bekanntgeworden, dass Gurlitt bereit ist, Bilder aus seiner Schwabinger Sammlung, bei denen es sich um Nazi-Raubkunst handelt, an die Erben jüdischer Kunstbesitzer zurück zu geben. Dabei soll es sich nach Medienberichten auch um die „Sitzende Frau“ von Henri Matisse handeln, die unter den insgesamt 1280 in Gurlitts Schwabinger Wohnung beschlagnahmten Werken ist. „Das, was wir beschlagnahmt haben, ist weiter beschlagnahmt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

 

rr/dpa

Beschlagnahmung Kunstschatz: Anwälte legen Beschwerde ein

Bereits 2011 hatte das Gericht einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss für die Wohnsitze von Cornelius Gurlitt bewilligt. Die Anwälte von Cornelius Gurlitt haben nun beim Amtsgericht Augsburg Beschwerde gegen die Beschlagnahmung seiner Kunstsammlung eingelegt. Sie beantragten, den Beschluss dazu aufzuheben.

 

 

«Wir haben vor dem Hintergrund des immensen öffentlichen Interesses und der politischen Debatten eine begründete Sorge um die Rechtsstaatlichkeit dieses Verfahrens», teilte Strafverteidiger Derek Setz am Mittwoch mit. Das Gericht hatte am 23. September 2011 die Entscheidung zur Durchsuchung und Beschlagnahmung getroffen. Daraufhin wurden die Münchner Wohnung des heute 81 Jahre alten Kunstsammlers durchsucht und seine Bildersammlung beschlagnahmt. Es gibt den Verdacht, dass Teile der Sammlung Nazi-Raubkunst sein könnten.

 

 

jn / dpa

Gurlitt Statement veröffentlicht

Über ihn wird viel diskutiert: Kunstsammler Cornelius Gurlitt.

Doch nun gehen seine Anwälte in die Offensive und haben eine Internetseite eingerichtet, auf der der Münchner sich zu Wort meldet. In seinem Statement schreibt Gurlitt, dass in den vergangenen Wochen und Monaten viel passiert sei und immer noch passiere. „Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe.“

Vor zwei Jahren wurden seine Bilder beschlagnahmt, seit Bekanntwerden des Falls im vergangenen Jahr wird darüber diskutiert. Gurlitt schreibt, dass vieles, was über seine Sammlung berichtet worden sei nicht stimme, oder so nicht stimme. „Deshalb wollen meine Anwälte, mein Betreuer und ich hier einige Informationen bereitstellen um die Diskussion um meine Sammlung und um meine Person zu versachlichen.“rr/dpa

Gurlitt-Sammlung größer als gedacht

Die kostbare Sammlung von Cornelius Gurlitt ist noch größer als bislang angenommen. Auch in seinem Haus in Salzburg befanden sich nach Angaben von Gurlitts Sprecher bis vergangenen Montag mehr als 60 wertvolle Kunstwerke – darunter Bilder von Monet, Renoir und Picasso.

 

Wie münchen tv berichtete, wurden im November 2013 in Gurlitt´s Wohnung in München zahlreiche Kunstwerke gefunden, die von der Staatsanwaltschaft Augsburger teilweise als NS-Raubkunst eingestuft wurden.

 

Den ausführlichen Bericht zu den damaligen Ereignissen sehen Sie hier.

 

Chagall, Picasso, Dürer, Marc und noch viele mehr gehörten zu den gefundenen Meisterwerken.  Unter anderem waren sogar bisher völlig unbekannte Werke darunter.

 

 

jn / dpa