Tag Archiv: Gymnasium

Bayern: Wirtschaft gegen Wahlfreiheit G8/G9

Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft hat sich entschieden gegen die von den Freien Wählern angestrebte Wahlfreiheit für Gymnasien zwischen acht und neun Jahren Schulzeit an Gymnasien ausgesprochen.

 

Fünf Gründe für acht Jahre

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, hat einen Tag, bevor das Volksbegehren von Michael Piazolo und den Freien Wählern startet, eine Liste mit Gründen veröffentlicht, warum das achtjährige Gymnasium das beste für Bayern sei:

  1. Entscheidend für den Bildungserfolg ist nicht die Dauer der Schulzeit, sondern die Qualität des Unterrichts. Die Forschung zeigt keine belastbaren Hinweise auf einen Qualitätsgewinn des Unterrichts bei längerer Schulzeit, im Gegenteil.
  2. Der internationale Vergleich spricht für G 8: Länder wie Finnland, Kanada oder Japan belegen im aktuellen schulischen Leistungsvergleich PISA (Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen) Spitzenplätze.
  3. Wahlfreiheit führt auf lange Sicht zur Rückkehr zu G 9 und bindet finanzielle und organisatorische Ressourcen in der Schulfamilie, die an anderer Stelle fehlen, beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Mittel- und Realschulen oder beim Ausbau rhythmisierter Ganztagsschulen. Darüber hinaus könnten kleinere Gymnasien die Parallelführung von G 8 und G 9 organisatorisch nicht leisten.
  4. Ein weiteres Jahr bis zum Abitur ist ein Standortnachteil. In den wenigsten europäischen Ländern dauert die Schulzeit so lange.
  5. G 8 bringt hohen Bildungserfolg: Früher hielten nur 60 Prozent der Fünftklässler die vollen neun Jahre bis zum Abitur durch. Im ersten G 8-Jahrgang in Bayern waren es 72 Prozent.

 

Freie Wähler-Volksbegehren startet Donnerstag

 

 

Die Freien Wähler wollen mit ihrem Volksbegehren erreichen, dass jedes Gymnasium in Bayern selbst entscheiden darf, ob es nun acht oder neun Jahre bis zum Abitur anbieten will.

Wenn rund 950000 Bürger sich bei dem Volksbegehren eintragen, dann würde das die bayerische Regierung zum Volksentscheid zwingen.

Der Landtag könnte die Reformen, die die Partei um Michael Piazolo und Hubert Aiwanger fordert, auch direkt umsetzen. Das würde Horst Seehofer, genauso wie Kultusminister Ludwig Spaenle von der CSU aber sicher nicht tun.

Wenn der Volksentscheid gut für die Freien Wähler ausginge, dann gibt es eine Wahlfreiheit für die Gymnasien – Lehrer wie auch Schüler in Bayern unterstützen die Wahlfreiheit bedingt. Eigentlich wollen sie eine grundsätzliche Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium.

Bis zum 16. Juli können sich die Bürger beim Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit eintragen.

adc / dpa

München: Volksbegehren G8/G9 – darum geht es

Am Donnerstag startet das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 an bayerischen Gymnasien.

 

Druck auf die CSU

 

Neun Jahre Gymnasium, dann doch wieder acht, dann sollen es neun oder achte Jahre sein:

Nach jahrelangem Hin und Her über die Schulzeit bayerischer Gymnasiasten hat es eine kleine Partei geschafft, in der großen Bildungspolitik in Bayern der Regierung ein ziemlicher Dorn im Auge zu sein.

Zuletzt hatten die Initiatoren des Volksbegehren sogar offen gesagt, dass jeder sich beim Volksbegehren beteiligen müsse, unabhängig davon, ob er nun für oder gegen neun Jahre am Gymnasium sei, um den Druck auf die CSU-Kultus-Politik aufrecht zu erhalten.

 

Das sind die Ziele

Die Freien Wähler wollen mit ihrem Volksbegehren erreichen, dass jedes Gymnasium in Bayern selbst entscheiden darf, ob es nun acht oder neun Jahre bis zum Abitur anbieten will.

Wenn rund 950000 Bürger sich bei dem Volksbegehren eintragen, dann würde das die bayerische Regierung zum Volksentscheid zwingen.

Der Landtag könnte die Reformen, die die Partei um Michael Piazolo und Hubert Aiwanger fordert, auch direkt umsetzen. Das würde Horst Seehofer, genauso wie Kultusminister Ludwig Spaenle von der CSU aber sicher nicht tun.

Wenn der Volksentscheid gut für die Freien Wähler ausginge, dann gibt es eine Wahlfreiheit für die Gymnasien – Lehrer wie auch Schüler in Bayern unterstützen die Wahlfreiheit bedingt. Eigentlich wollen sie eine grundsätzliche Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium.

Bis zum 16. Juli können sich die Bürger beim Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit eintragen.

adc / dpa

 

Das G9 hat wenig Freunde

Bei einer Landtagsanhörung zur Zukunft des bayerischen Gymnasiums hat sich ein klares Bild ergeben: für die Beibehaltung des derzeitigen achtjährigen Gymnasiums.

 

Lediglich der Bayerische Philologenverband und der Landeschülerrat sprachen sich bei dem Expertentreffen am Donnerstag dafür aus, eine neunjährige Gymnasialzeit wieder zur Grundlage zu machen – mit Zusatzoption, das G9 auch in acht Jahren absolvieren zu können.

 

Mehr Stress und Leistungsdruck?

 

Sechs der geladenen dreizehn Lehrer und Wissenschaftler plädierten im Grundsatz für die Beibehaltung des achtjährigen Gymnasiums – unter anderem mit dem Argument, dass G8-Schüler nach den bisherigen Untersuchungen weder leistungsschwächer noch gestresster oder ängstlicher seien als G9-Schüler. Drei hielten ein Parallelangebot von acht- und neunjähriger Gymnasialzeit für sinnvoll, zwei vertraten keine klare Position pro oder kontra.

 

RG / dpa

Schulklasse, © Symbolfoto

Die Zukunft des Gymnasiums – erster Dialog

Es ist ein empfindliches Thema – wie lange soll das Gymnasium denn nun dauern? Einen offenen und Dialog, bei dem alle seiten gehört werden, gab es bisher noch nicht. Das soll sich jetzt ändern:

 

Im Streit um die künftige Dauer des Gymnasiums lädt das Kultusministerium heute (Dienstag) um 18.00 Uhr zu einem ersten Dialogforum.

 

 

Angekündigt haben sich die Spitzen aller relevanten Verbände – von den Lehrern über die Eltern bis zu den Schülern – sowie Vertreter von Wirtschaft, Hochschulen, Kirchen und Kommunen. Erwartet wird, dass sie zunächst nur ihre bekannten Positionen austauschen, die sich zwischen einer Beibehaltung des G8 und einer Rückkehr zum G9 bewegen.

 

 

Ein zweites Forum, das dann «Gymnasialkongress» heißen soll, ist für den 21. Juli geplant. Anschließend will sich Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) auf ein Modell für die künftige Dauer des Gymnasiums festlegen – und die Eckpunkte im Sommer dem Kabinett vorlegen.

 

 

jn / dpa

BLLV unterstützt G8/G9-Volksbegehren

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) stellt sich als erste große Bildungsorganisation hinter das Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium. „Wer das G 8 in seiner jetzigen Form ablehnt, sollte unbedingt beim Volksbegehren unterschreiben“, appellierte der BLLV-Landesvorstand am Donnerstag an seine mehr als 50 000 Mitglieder.

 
„Die meisten Menschen in Bayern sind sich einig, dass die jetzige Form des G 8 sowohl für viele Schüler und Lehrer als auch für die meisten Eltern als Zumutung empfunden wird», sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. „Wir wollen einen Volksentscheid, damit bei der wichtigen Frage der Weiterentwicklung des Gymnasiums möglichst viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden können.“

Bislang standen die Freien Wähler mit ihrem Volksbegehren allein, der BLVV ist der erste große Verbündete. Anders als beim Volksbegehren gegen Studiengebühren haben sich SPD und Grüne den Freien Wählern dieses Mal nicht angeschlossen.

Die zweiwöchige Eintragungsfrist für das Volksbegehren beginnt am 3. Juli. Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen sich zehn Prozent der bayerischen Bürger – mehr als 900 000 Menschen – in die Unterschriftenlisten eintragen. Auch die Staatsregierung will am Gymnasium etwas ändern, will ihre Eckpunkte aber erst nach dem Volksbegehren vorlegen.

 

rr/dpa

Kabinett diskutiert über Gymnasialzeit

Kabinett diskutiert Gymnasial-Fahrplan

 

Die Staatsregierung diskutiert bei ihrer Kabinettssitzung am Dienstag den Fahrplan für die Zukunft des bayerischen Gymnasiums. Dabei geht es um die Frage, ob die achtjährige Gymnasialzeit im Grundsatz wieder auf neun Jahre verlängert werden soll oder nicht.
Ministerpräsident Horst Seehofer hatte schon vor Wochen betont, dass die Eckpunkte noch vor der Sommerpause des Landtags feststehen sollen. Anfang Juli beginnt auch die zweiwöchige Eintragungsfrist der Freien Wähler, die eine Wahlfreiheit für die Eltern zwischen G8 und G9 durchsetzen wollen. Dieses Modell lehnt die Staatsregierung ab.

Kultusminister Ludwig Spaenle will sich vor der Entscheidung über eine mögliche Wiederverlängerung der Gymnasialzeit ein möglichst breites Meinungsbild verschaffen. Am 13. Mai soll in München das erste Dialogforum stattfinden, bei dem Lehrer, Eltern, Bildungspolitiker und sonstige Fachleute Stellung nehmen sollen.

 

rr/dpa

Bayern: SPD fordert Rückkehr zum G9

Der Streit um die Gymnasialform geht in die nächste Runde. Die Bayern-SPF fordert die Rückkehr zum G9.

 

Im Streit um die künftige Dauer des Gymnasiums in Bayern fordert die SPD eine Rückkehr zum G9. Auf einer Sitzung in Nürnberg beschloss der SPD-Landesvorstand am Sonntag, für eine Regellaufzeit von neun Jahren zu kämpfen. Gute Schüler sollen das Abitur aber weiterhin nach acht Jahren Gymnasium machen können. „Wir müssen handeln, denn Bayerns Schülerinnen und Schüler leiden unter dem Leistungsdruck“, betonte Landeschef Florian Pronold nach der Sitzung. Die CSU habe durch die konzeptlose Einführung des G8 viel Schaden angerichtet. Lernstoff und verfügbare Zeit passten nicht zusammen. „Bayerns Gymnasien müssen schnell langsamer werden.“

 

Die Freien Wähler wollen mit einem Volksbegehren die Wahlfreiheit zwischen dem G8 und dem G9 durchsetzen.

 

rr/dpa

Rinderspacher hofft auf Einigung bei Gymnasial-Streit

Rinderspacher hofft beim Gymnasial-Streit auf eine „Sternstunde“.

 

Im Streit über die künftige Dauer des Gymnasiums in Bayern hofft SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher auf eine „politische Sternstunde“: einen breiten Konsens von Parteien und Verbänden. Er sehe bei der CSU Signale, dass dies gelingen könne, da Ministerpräsident Horst Seehofer mit einem „neuen neunjährigen Gymnasium“ liebäugle, sagte Rinderspacher am Mittwoch in München. Die SPD wolle jedenfalls ein „deutlich entschleunigtes Gymnasium“.
Eine Unterstützung des Volksbegehrens der Freien Wähler für eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 schloss Rinderspacher aus. „Die Freien Wähler sind hier weit und bereit allein auf weiter Flur.“ Er legte FW-Chef Hubert Aiwanger deshalb nahe, von dem Volksbegehren Abstand zu nehmen und sich an der gemeinsamen Suche nach einem parteiübergreifenden Konsens zu beteiligen. Der Druck auf die Staatsregierung, dass sich etwas ändern müsse, der bleibe auch so.

 

rr/dpa

Schulklasse, © Symbolfoto

Viele Gymnasiallehrer lehnen G8 ab

Laut einer Umfrage lehnen viele Gymnasiallehrer das G8 ab.

Viele Gymnasiallehrer in Bayern lehnen das G8 in der jetzigen Form ab. Dies ergab eine Umfrage des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) unter 670 Pädagogen an Gymnasien. 93 Prozent von ihnen sprachen sich gegen das derzeitige achtjährige Gymnasium aus. Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium befürworteten allerdings auch nur gut 40 Prozent.
Rund 90 Prozent der Teilnehmer forderten eine Wiedereinführung des Kurssystems mit Grund- und Leistungskursen, wie der BLLV am Dienstag in München mitteilte. Sehr viele sprachen sich auch dafür aus, Schüler individueller zu fördern und Lehrplaninhalte zu streichen, um mehr Zeit für das Einüben und Anwenden zu haben.

Am 3. Juli startet in Bayern das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Kultusminister Ludwig Spaenle hatte nach der Landtagswahl angekündigt, dass es vorerst keine neuen Schulreformen geben würde.

München: Junge Union will G8 beibehalten

Die Junge Union in Bayern ist strikt gegen eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. «Es darf auf keinen Fall zu einem Systemwechsel kommen», sagte der JU-Landesvorsitzende Hans Reichhart dem «Münchner Merkur».
Die CSU mit Ministerpräsident Horst Seehofer müsse standhaft bleiben und ihr Versprechen erfüllen, am G8 festzuhalten. Reichhart räumte ein, dass das achtjährige Gymnasium nachgebessert werden müsse, etwa bei den Flexibilisierungsjahren. Tiefgreifende Reformen lehnt der Parteinachwuchs aber ab. Die deutliche Mehrzahl der Schüler müsse am G8 bleiben, sagte der JU-Chef.

Seehofer will bis Mitte Juli den Plan der Staatsregierung für die Zukunft des bayerischen Gymnasiums vorlegen. Ob das Gymnasium künftig ein achtjähriges, ein neunjähriges oder eine Zwischenlösung sein soll, ließ Seehofer zuletzt offen. Anfang Juli wird das Volksbegehren für einen Parallelbetrieb von G8 und G9 starten. Die Freien Wähler wollen durchsetzen, dass es neben dem achtjährigen künftig auch wieder ein neunjähriges Gymnasium gibt.
dpa/me

Ludwig, der Bruchpilot – Harte Worte im Gymnasialstreit

Der Parteienstreit um die Zukunft des bayerischen Gymnasiums wird immer schärfer. Bei einer aktuellen Stunde im Landtag gab es am Donnerstag wechselseitig Anschuldigungen: Die Freien Wähler nannten Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) einen «Bruchpiloten» und eine «Gefahr für das Gymnasium». Die CSU konterte mit dem Vorwurf, die Freien Wähler seien die «Totengräber der kleinen Gymnasien». Anlass des Streits war das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums.

 

«Wenn man sagt, die CSU ist die Herzkammer der Macht: Sie sind höchstens die Nasennebenhöhle, und die ist auch noch verstopft.»

(Der Grünen-Bildungspolitiker Thomas Gehring am Donnerstag im Landtag zu seinen Kollegen von der CSU-Fraktion)

 

 

jn / dpa

 

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