Tag Archiv: Haftstrafe

© Kriminalpolizei Miesbach

Polizei findet über acht Kilogramm Rauschgift

Im Landkreis Miesbach konnten am Dienstag, den 16.05.2017, bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen über acht Kilogramm Rauschgift sowie eine große Menge an Bargeld als auch verschiedene Messer und Macheten sichergestellt werden. Insgesamt wurden sieben Tatverdächtige festgenommen.

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Uli Hoeneß wollte schon am Freitag Haft antreten

Gestern war es soweit – Uli Hoeneß musste seine Haftstrafe in der JVA Landsberg antreten. Der Ex-Präsident der FC Bayern wollte seine Strafe schon am vergangenen Freitag antreten.

 

Uli Hoeneß wollte nach eigenen Angaben schon am vergangenen Freitag seine Haftstrafe antreten. Die Gefängnisleitung habe ihn aber gebeten, erst am Montag zu kommen, sagte Hoeneß der «Bild»-Zeitung (Dienstag) wenige Stunden vor seinem Haftantritt. «Der Freitag war ja wegen Christi Himmelfahrt ein Brückentag und darum war kein Arzt für die Aufnahmeuntersuchung dort.»

 

Hoeneß wirkte am Telefon gefasst

 

Der zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilte Steuersünder habe in dem Telefongespräch am Montagvormittag gefasst gewirkt, berichtete das Blatt weiter. «Nun ja, ich hatte ja auch lange genug Zeit, mich auf diesen Tag vorzubereiten. Und jetzt ist er halt gekommen. Ich kann nur abwarten, was im Gefängnis auf mich zukommt und dann damit umgehen», sagte der Ex-Präsident des FC Bayern München

 

Am 10.März 2014 begann der Strafverfahren im Fall Hoeneß. Ingesamt soll der Ex-Präsident des FC Bayern 28,5 Million Euro an Steurn hinterzogen haben.
Der „Focus“ machte den Fall Hoeneß im April 2013 öffentlich, woraufhin die Staatsanwaltschaft München das Ermittlungsverfahren eröffnete.
Im November 2013 wird er auf der Mitgliederversammlung noch öffetnlich von den Fans des FC Bayern München gefeiert, Mitte März tritt er von all seinen Ämtern zurück, deutete jedoch bereits seine Rückkehr an.

 

RG / dpa

Malzkaffee und Schinkennudeln – der strenge Haftalltag von Uli Hoeneß

Die Zelle misst acht Quadratmeter und ist spartanisch eingerichtet. Einen Promi-Bonus gibt es nicht – sagen zumindest die Verantwortlichen im Gefängnis von Landsberg, wo Uli Hoeneß seit Montag seine Haftstrafe absitzt. Der Tagesablauf ist streng geregelt.

 

Malzkaffee, Brot und Marmelade zum Frühstück. Kartoffelsuppe, Schinkennudeln und Salat zu Mittag, abends Brot, Käse und Margarine – so sieht jetzt der Speisezettel von Uli Hoeneß aus. Wecken um 5.50 Uhr, Arbeitsbeginn 7.00 Uhr, Mittagspause 11.00 bis 12.00 Uhr, dann wieder Arbeit, zwei Stunden Freigang nachmittags, «Generaleinschluss» in der Zelle um 19.00 Uhr. Es ist der Tagesablauf des prominentesten Häftlings in Deutschland. Der 62-Jährige sitzt im Gefängnis von Landsberg am Lech seine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ab.

 

Eine Zelle in dem über 100 Jahre alten Gefängnis, in dem schon Adolf Hitler saß, misst acht Quadratmeter: Tisch, Bett, Stuhl, Waschbecken, Toilette, Spind. Als Luxus ein Fernseher, aber natürlich ohne Pay-TV. Mehr steht den Häftlingen nicht zu, Handy oder Laptop sind tabu. Hoeneß muss dunkelblaue Anstaltskleidung tragen, nur beim Freigang darf er einen Jogginganzug haben. Schließlich sollen alle Häftlinge gleich behandelt werden. Einen Promibonus gibt es nicht – angeblich.

 

Kam er in einer silbernen Limousine nach Landsberg?

 

Am Montag warteten Journalisten und Schaulustige vor dem Gefängnistor, doch niemand konnte genau sehen, wie Hoeneß in die Justizvollzugsanstalt kam. Kurz vor 12 Uhr fuhr eine silberne Limousine durch den Seiteneingang. Möglicherweise befand sich der 62-Jährige darin. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks hatte er sich am Morgen noch wie üblich frische Semmeln beim Bäcker in seinem Wohnort Bad Wiessee am Tegernsee gekauft.

 

Hoeneß muss nun wie jeder Häftling erst eine maximal zweiwöchige Zugangsphase mit mehreren Untersuchungen durchlaufen. In der Zeit ist eine Zwei-Mann-Zelle üblich. Danach steht ihm eine acht Quadratmeter große Zelle zu. Der offene Vollzug mit Arbeit außerhalb des Gefängnisses ist in der Regel erst 18 Monate vor Ende der Haft möglich. «Jeder kommt erst in den geschlossenen Vollzug», sagte Gefängnischefin Monika Groß bei einem Besichtigungstermin für die Medien am 31. März. In der Landsberger Haftanstalt gibt es eine Metzgerei. Hoeneß ist gelernter Metzger. Der Tagesverdienst in einem der Anstaltsbetriebe beträgt 11,94 Euro.

 

Im Freizeitbereich gibt es einen Fußballplatz

 

Im Gefängnis verteilen sich die Gänge mit den Zellen über vier Etagen sternförmig. Jede der rot angestrichenen Zellentüren hat eine sogenannte Kostklappe, kaum 20 Quadratzentimeter groß. Zwei Schlösser lassen keine Zweifel aufkommen: Hinter jeder dieser Türen büßt ein Gefangener seine Haftstrafe ab. In Landsberg sitzen nur Männer im Erstvollzug ein, darunter aber auch «Lebenslängliche», wie Franz Röck, Leiter des allgemeinen Vollzugsdienstes in Landsberg, weiß.

 

Das Mittagessen nehmen die Gefangenen im Speisesaal ein. An langen Tischreihen mit abgenutzten Kunststoffplatten sitzen jeweils zwölf Häftlinge in einer Reihe. Im rund 1000 Quadratmeter großen Hof können die Gefangenen beim täglichen Freigang Tischtennis oder Schach spielen. Fitnessgeräte stehen in einer Ecke. Während des Freigangs dürfen sich die Häftlinge im Zellentrakt gegenseitig besuchen. Zum Freizeitbereich gehört auch ein Fußballplatz mit einem allerdings recht holprigen Rasen. Hoeneß könnte dort seiner Leidenschaft frönen.

 

Wenn er lieber fromm sein will, kann er sonntags den Gottesdienst in der Anstaltskirche besuchen, ein Kirchenraum in einer Art neobyzantinischem Stil. An den Seiten stehen zwei Beichtstühle. Zwischen 30 und 50 Häftlinge gehen regelmäßig in die Kirche.

 

Prominenter Besuch kündigt sich an

 

Mehrere Freunde von Hoeneß, darunter Ex-Fußball-Nationalspieler Günter Netzer, haben bereits angekündigt, den 62-Jährigen im Gefängnis besuchen zu wollen. Doch darf Hoeneß nur zweimal im Monat je zwei Stunden Besuch bekommen, solange er im geschlossenen Vollzug ist. Vorrang dürften seine Frau Susi sowie seine beiden Kinder und sein Bruder Dieter haben. Bis zu drei Besucher gleichzeitig sind erlaubt. Gefangener und Besucher sitzen im wenig schmucken Besucherraum hinter vergitterten Fenstern an quadratischen Holztischen. Körperkontakt ist erlaubt, doch das Wachpersonal sieht alles.

 

Vielleicht wird Hoeneß schon bald in die Außenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses nahe Andechs (Landkreis Starnberg) verlegt. Der Gutsbetrieb dient seit 1995 als arbeitstherapeutische Einrichtung. Hohe Mauern und Stacheldraht sucht man vergebens. Die Insassen können sich im Gelände frei bewegen. Zwischen 10 und 15 Gefangene versorgen dort an die 1200 Rinder, Ziegen, Damwild und Geflügel oder helfen bei der Arbeit im Gemüsegarten und im Wald.

 

In Rothenfeld werden auch soziale Verhaltensweisen trainiert, die für die Wiedereingliederung nach der Entlassung wichtig sind. In einer Gefängnisbroschüre ist aufgeführt, womit sich die Häftlinge dabei auseinandersetzen sollen. Ein Thema lautet: Geld und Schulden.

 

RG / dpa

Hoeneß verzichtet auf Revision, Hainer wird Aufsichtsratchef

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige am Freitag in einer persönlichen Erklärung mit.

«Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich», hieß es in der Erklärung von Hoeneß. Er war am Donnerstag wegen der Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern verurteilt worden.

«Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder», schrieb er weiter. «Ich möchte damit Schaden vom meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung.»

Reaktion des FC Bayern

Gegen Mittag hat der Aufsichtsrat des FC Bayern dann entschieden:
Herbert Hainer (59), Vorstandsvorsitzender der adidas AG und bisher stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG, ist ab sofort bis auf weiteres Vorsitzender des Aufsichtsrates. Dieser Beschluss ist einstimmig vom Aufsichtsrat gefasst worden.

Karl Hopfner (61), 1. Vizepräsident des FC Bayern München eV und Mitglied des Aufsichtsrates der FC Bayern München AG, ist ebenfalls einstimmig bis auf weiteres in den Präsidialausschuss des Aufsichtsrates gewählt worden.

me / mh