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Robben: „Er ist homosexuell – und?“

Arjen Robben wundert sich über die öffentliche Aufregung um das Coming-out des ehemaligen Fußball-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger. «Ich finde es ganz normal und natürlich. Ich kann ja hier auch sagen, ich bin heterosexuell. Ich sehe da kein Problem.» Allerdings sei «das Fußballgeschäft vielleicht etwas komisch», meinte der 29-Jährige.
Der derzeit verletzte deutsche Nationalspieler Holger Badstuber (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) äußerte in Doha «Respekt» für die Aussage des Ex-Profis Hitzlsperger, schwul zu sein. «Da gehört Mut und Kraft dazu, sich als einer der ersten Sportler zu äußern.»
Er «toleriere das vollkommen», betonte der 24-Jährige: «Im Fußball gab es viele Diskussionen um dieses Thema.» Wann der richtige Zeitpunkt für ein Coming-out gekommen sei, «muss jeder für sich entscheiden», erklärte der Innenverteidiger, der 30 Länderspiele bestritten hat, aber nach der Zeit von Hitzlsperger im DFB-Team.

 

 

 

jn / dpa

Thomas Hitzlsperger bekennt sich zur Homosexualität

Er ist der erste große deutsche Fußballspieler, der es ganz offen sagt: Thomas Hitzlsperger bekennt sich öffentlich zu seiner Homosexualität.

Der gebürtige Münchner hatte sich seit einigen Monaten offiziell aus dem Fußballgeschäft zurückgezogen. Jetzt geht er nochmal an die Öffentlichkeit – um für ein wichtiges Thema einzustehen: die Enttabuisierung von Homosexualität im deutschen Fußball.

 

In einem Gespräch mit der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der „Zeit“ äußert er sich und sagt, er habe sich nie wegen seiner Homosexualität geschämt. Er möchte vor allem auch die Diskussion um das hoch skandalträchtige Thema bei seinen Profisport-Kollegen vorantreiben und dazu beitragen, dass – in der Zukunft – offen und unvoreingenommen damit umgegangen werden kann.

 

Dass seine Fußball-Karriere schon vorüber ist, ist bestimmt ein großer Aspekt bei der Entscheidung, die Wahrscheit ans Licht zu lassen. Noch immer befürchten Profi-Fußballer – höchstwahrscheinlich zu Recht – bei einem derartigen „Geständnis“ ihren Beruf nicht mehr oder nur noch unter großem Druck ausüben zu können.

 

In diesem Sinne war der Schritt von Thomas Hitzlsperger ein wichtiger Beitrag und hat hoffentlich den Effekt, den Hitzlsperger sich wünscht – nämlich die Diskussion um das totgeschwiegene Thema zu entfachen.

 

 

jn