Tag Archiv: Hoeneß

Strengere Regeln für Steuerbetrüger

Haftstrafe ohne Bewährung – das Urteil für FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Steuerbetrugsfall wurde in der Berliner Politik mit Erleichterung aufgenommen. Hauptargument: dem Gerechtigkeitsbedürfnis der Menschen sei entsprochen worden, «kein Promibonus», der Rechtsstaat funktioniere. Experten fürchten, dass die Zahl der Selbstanzeigen nach dem Urteil zurückgehen könnte.

 

Eine neue Debatte über eine komplette Abschaffung der umstrittenen strafbefreienden Selbstanzeige dürfte vom Tisch sein – vorerst zumindest. Was ganz im Sinne von Bund und Ländern ist, vor allem der Kassenwarte. Die sprechen von einem bewährten Instrument.

Der Rechtsstreit, wann eine Selbstanzeige wirksam, halbwirksam oder missglückt ist, geht nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) weiter. Und auch die Frage, wie das Strafmaß ausfallen sollte bei einer missglückten Selbstanzeige im Vergleich zu dem Steuerbetrüger, der sich nicht offenbart und bei dem dann auch weniger entdeckt wird.

 

Seit Februar 2008 ist es für deutsche Steuerbetrüger deutlich ungemütlicher geworden. Nachdem Ex-Postchef Klaus Zumwinkel vor laufenden Kameras abgeführt wurde, begann für tausende Steuerhinterzieher hierzulande das große Zittern. Denn die von einem ehemaligen Mitarbeiter einer Liechtensteiner Bank gestohlene und an den Bundesnachrichtendienst verkaufte CD mit Daten mutmaßlicher deutscher Steuerbetrüger war nur der Anfang.

Eine Steueramnestie – die letzte war Ende März 2005 ausgelaufen – brachte nicht den erhofften Erfolg. Anleger, die ihr im Ausland geparktes Schwarzgeld zurückholten, gingen seinerzeit straffrei aus, mussten aber 35 Prozent der Summe an den Fiskus abführen. Dies spülte Einnahmen von nur 1,39 Milliarden Euro in die Staatskassen – deutlich weniger als die erhofften 5 Milliarden Euro.

 

 

Zwar haben viele Deutsche ihre Schwarzgeld-Milliarden zunächst in andere Steueroasen verschoben. Aber auch auf internationaler Ebene wird es enger: Immer mehr Steueroasen werden ausgetrocknet, die Zahl der Fluchtburgen wird weniger, selbst Banken machen Druck. Und auch das Schweizer Bankgeheimnis wurde aufgeweicht.

Aus Angst vor Entdeckung haben sich in den vergangenen Jahren aber auch Zehntausende Steuerbetrüger selbst angezeigt. Sie zahlen dafür Zinsen sowie einen Strafzuschlag und gehen straffrei aus. Der Fiskus kassiert Milliarden. Diese Ausnahmeregel für Steuerbetrüger sorgte immer wieder für Zündstoff. Die Regeln waren lange recht großzügig.

 

In den vergangenen Jahren wurden die Vorgaben der «strafbefreienden Selbstanzeige» verschärft. Der Bundesgerichtshof hatte im Mai 2010 die Anforderungen strenger gefasst – nach dem Motto: Nur ein bisschen Reue ist zu wenig. 2011 wurden die Hürden für die «strafbefreiende Selbstanzeige» erhöht, um Missbrauch zu verhindern.

Seither bleiben reuige Steuerbetrüger nur straffrei, wenn sie ihre Schwarzgeld-Geschäfte umfassend offenlegen. Die Teil-Selbstanzeige, mit der sich Betrüger je nach Entdeckungsrisiko nur scheibchenweise erklären, war nicht mehr möglich. In schweren Fällen bei Schwarzgeld von mehr als 50 000 Euro wurde neben einem Nachzahlungszins von sechs Prozent auch ein Strafzuschlag von fünf Prozent fällig.

 

 

Die aktuelle schwarz-rote Koalition und die Länder loten weitere Verschärfungen aus. Im Kern dürfte die Verjährungsfrist verlängert und der Strafzuschlag bei schwerer Steuerhinterziehung erhöht werden. Steuerbetrüger müssten ihre Angaben für die zurückliegenden zehn Jahre vollständig korrigieren, um straffrei auszugehen.

 

 

 

jn / dpa

Transparency Deutschland: Hoeneß als FC-Bayern-Präsident nicht haltbar

Der Geschäftsführer von Transparency Deutschland, Christian Humborg, hat die Ablösung von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern München gefordert. «Jetzt kommt es zum Lackmustest der Compliancekultur in Deutschland», sagte Humborg der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung» (Freitag) und ergänzte: «Wie soll ein Straftäter als Vorstandschef eines mittelständischen Unternehmens glaubwürdig seinen Mitarbeitern – zum Beispiel den Spielern des FC Bayern – vermitteln, dass sie sich sauber und rechtstreu verhalten sollen?» Hoeneß wurde am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

 

«Ein Spielsüchtiger, der nicht verantwortlich damit umgeht, kann als Präsident eines populären Sportvereins nicht die Vorbildfunktion erfüllen, wie es hier – auch im Hinblick auf junge Menschen – notwendig ist», sagte Humborg.

 

 

jn / dpa

Justitia ist blind. Gerechtigkeit vor Gericht. , © Symbolbild

Hoeneß-Prozess: Urteil – 3 Jahre und 6 Monate Haft

Mit Spannung wurde das Urteil am heutigen letzten Verhandlungstag im Hoeneß-Prozess erwartet. Jetzt ist es da: Hoeneß muss für 3 Jahre und 6 Monate Jahre hinter Gitter. Uli Hoeneß wurde der Steuerhinterziehung für schuldig gesprochen.

 

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen eines besonders schweren Falls von Steuerhinterziehung für eine Haft von fünf Jahren und sechs Monaten plädiert. Die Anklage forderte höchstens eine Bewährungsstrafe, sollte das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam erachten. Beide Parteien können in Revision gehen, nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

 

 

jn

 

Hoeneß-Prozess: Anklage will 5 1/2 Jahre Haft, Verteidigung fordert höchstens Bewährungsstrafe

Die Verteidigung von Uli Hoeneß fordert eine Bewährungsstrafe – die Anklage dagegen will die Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten für den Präsidenten des FC Bayern München durchsetzen. Das Urteil wird voraussichtlich nicht vor 14 Uhr am heutigen Donnerstag fallen.

Seine Anwälte fordern die Einstellung des Verfahrens. Sie halten Hoeneß‘ Selbstanzeige vom Januar 2013 trotz der vor Gericht bekanntgewordenen Riesensumme für gültig.

 

Das Urteil wird für diesen Nachmittag erwartet. MünchenTV wird Sie auf dem Laufenden halten.

 

 

jn / dpa

Hoeneß-Prozess: Urteil am Nachmittag erwartet

Die Presse wartet gespannt auf den Beginn des wahrscheinlich letzten Prozesstages um Uli Hoeneß, und Dutzende Zuschauer standen heute Morgen vor dem Justizpalast und warteten auf Einlass. So viel los war in dem vier Tage dauernden Prozess noch nie. Die Urteilsverkündung ist für den Nachmittag angesagt.
Im Prozess gegen den Steuersünder Uli Hoeneß hat am Donnerstagmorgen vor dem Münchner Landgericht der voraussichtlich letzte Verhandlungstag begonnen. Am Vormittag werden die Plädoyers von Anklage und Verteidigung erwartet. Danach dürfte die Urteilsverkündung folgen.

 

Die Anklage war ursprünglich von 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern ausgegangen. Im Laufe des Prozesses kamen aber neue Unterlagen hinzu und die Summe vervielfachte sich auf 27,2 Millionen Euro. Damit drohen dem Präsidenten des FC Bayern im Extremfall bis zu zehn Jahre Haft. Voraussetzung für die maximale Freiheitsstrafe ist, dass das Gericht einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung sieht.

Erachten die Richter hingegen die Selbstanzeige für gültig, die Hoeneß im Januar 2013 eingereicht hatte, könnte das Verfahren eingestellt werden und Hoeneß straffrei bleiben. Die Steuerschuld plus Zinsen müsste er aber bezahlen.

 

 

jn / dpa

Neue Zahlen beim Hoeneß-Prozess: 27,2 Millionen hinterzogen

Höher und höher klettert der Schulden-Turm: Erst 23,7 Millionen, jetzt nähern wir uns schon der 30er-Marke;

 

Die Steuerschuld von Uli Hoeneß liegt nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft sogar bei 27,2 Millionen Euro. Zu den 23,7 Millionen Euro, die aus neuen Unterlagen von der Rosenheimer Steuerfahndung errechnet worden waren, kommen demnach noch die 3,5 Millionen Euro aus der ursprünglichen Anklage gegen den Bayern-Präsidenten hinzu.

 

 

Was das für den Prozess bedeutet und ob für Hoeneß überhaupt noch eine Bewährung in Aussicht stehen kann, das wird sich in den nächsten Verhandlungstagen herausstellen. Ob die angesetzten vier Verhandlungstage ausreichen, um die neuen Entwicklungen ausreichend zu prüfen, ist sehr fraglich – es wird mit einer Verschiebung des Urteilsspruches gerechnet.

 

 

jn / dpa

Hoeneß-Prozess: Steuerfahnderin sagt aus

Nach dem spektakulären Millionen-Geständnis von Uli Hoeneß hat der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen den Präsidenten des FC Bayern begonnen. Das Landgericht München II beschäftigt sich mit den umfangreichen neuen Unterlagen, die Hoeneß‘ Anwälte erst kurz vor dem Steuerstrafverfahren eingereicht hatten.

 

Befragt wird eine Steuerbeamtin aus Rosenheim, die die 70 000 Seiten derzeit unter die Lupe nimmt. Die entscheidenden Fragen des Tages werden sein, ob die Sichtung dieses Aktenberges mehr Zeit benötigt. Darüber hinaus muss sich zeigen, was das Eingeständnis von Hoeneß zum Auftakt des Prozesses, insgesamt 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben, für den Bayern-Boss bedeutet.

 

 

Hoeneß und seine Anwälte hatten mit den neuen Zahlen auch die Staatsanwaltschaft überrascht. Diese hatte dem 62-Jährigen in ihrer Anklage noch vorgeworfen, 3,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Die Finanzbeamtin ist bereits die letzte von vier geladenen Zeugen. Ursprünglich hatte der Vorsitzende Richter Rupert Heindl geplant, schon am Donnerstag das Urteil zu verkünden. Dieser Zeitplan steht nach der überraschenden Entwicklung in Frage.

 

An einer Freiheitsstrafe für Hoeneß geht nach Ansicht von Steuergewerkschafts-Chef Thomas Eigenthaler kein Weg mehr vorbei. «Eine Freiheitsstrafe ist für mich absolut zwingend», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. «Ob sie jetzt noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann, daran habe ich ganz, ganz starke Zweifel.» Jetzt werde man «erst mal aufdröseln müssen, wie die 18,5 Millionen überhaupt zustande gekommen sind», sagte Eigenthaler. «Ich bezweifle, ob man das in diesen Tagen bis Donnerstag überhaupt hinkriegt.»
Der Jurist und FDP-Politiker Wolfgang Kubicki glaubt ebenfalls nicht an eine Bewährungsstrafe. «Die Zahl alleine, 18 Millionen Euro, ist so schwerwiegend, das mir der Glaube momentan fehlt, dass er eine Bewährungsstrafe erhalten kann», sagte der stellvertretende Parteivorsitzende der FDP am Montag im Deutschlandfunk.

«Ich war erschüttert, als ich dieses hohe Ausmaß an Steuerhinterziehung vernahm», sagte Eigenthaler. «Was mich ebenso entsetzt, ist, dass Hoeneß offenbar Steuerfahndung und die Staatsanwaltschaft ein Jahr im Unklaren gelassen hat, ja geradezu an der Nase herumgeführt hat.»

 

 

Am zweiten Verhandlungstag blieb vor dem Münchner Justizpalast der große Andrang vom Prozessauftakt zunächst aus. Es versammelten sich deutlich weniger Zuschauer vor dem Gerichtsgebäude. Hoeneß erschien wieder in einem schwarzen Anzug, dieses Mal mit grau-blauer Krawatte. Er lächelte kurz in die Kameras, wirkte aber insgesamt ernster als am Vortag. Seine Frau Susi war auch wieder ins Gericht gekommen.

 

 

jn / dpa

Der Fall Uli Hoeneß

Das Urteil ist gefallen: 3 Jahre und 6 Monate Haft für Uli Hoeneß wegen schwerer Steuerhinterziehung. Seine Selbstanzeige wurde nicht als wirksam anerkannt.

 

 

Am Freitag überrascht der Fall Hoeneß erneut: auf der einen Seite, wie zu erwarten war, tritt der 62-jährige mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück. Andererseits kündigte er an, keine Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

 

Zum Auftakt seines Prozesses hat Uli Hoeneß alle Vorwürfe der Steuerhinterziehung voll eingeräumt. «Ich habe Steuern hinterzogen», sagte Hoeneß. «Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe gehofft, mit einer Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.»

 

Der wahre Knalle am ersten Prozesstag ist die Summe, die Hoeneß einräumt hinterzogen zu haben: satte 18,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft war bisher von nur 3,5 Millionen ausgegangen.

 

Hier der Beitrag zum ersten Verhandlungstag:

 

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Er habe mit immensen Summen regelrecht «gezockt» und keinen rechten Überblick mehr über Gewinne und Verluste gehabt, sagte Hoeneß weiter. Unter dem Strich habe er in den Jahren 2003 bis 2009, auf die sich die Anklage bezieht, Verluste in Millionenhöhe gemacht. Dennoch sei ihm klar, dass er zwischenzeitliche Gewinne hätte versteuern müssen.

 

«Ich bin froh, dass jetzt alles transparent auf dem Tisch liegt. Mein Fehlverhalten bedauere ich zutiefst. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird.» Er wolle alle Schulden nachzahlen. Er erinnerte daran, dass er insgesamt auch fünf Millionen Euro für soziale Zwecke gespendet hatte. «Ich bin kein Sozialschmarotzer», sagte Hoeneß.

Die Anklage wirft dem 62-Jährigen vor, Steuern in Höhe von insgesamt 3,5 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Staatsanwalt Achim von Engel sagte zum Prozessauftakt, Hoeneß habe Einkünfte in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro beim Finanzamt verschwiegen. Die Anklage lautet auf Steuerhinterziehung in sieben selbstständigen Fällen.

 

 

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Der Hammer am 2. Verhandlungstag: die Steuerschuld ist von 3,5 auf 27,2 Millionen Euro gestiegen:

 

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Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß naht die Stunde der Wahrheit – jetzt liegt die Frage über Haft oder Freiheit in den Händen der Richter.

Das Münchner Landgericht fällt mit großer Wahrscheinlichkeit doch schon an diesem Donnerstag das Urteil über den prominenten Steuersünder.

Im schlimmsten Fall droht dem Bayern-Boss eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Hier der bericht zu Tag 3 im Prozess:

 

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Das geplante Ende des Prozesses ist auf Donnerstag, den 14. März festgelegt.
münchen.tv wird an jedem der vier Prozesstage vor Ort sein. Unser Team im Justizpalast besteht aus Mirnesa Cakor, Markus Haiß und Florian Reindl.

 

 

 

jn / mh

 

 

 

Hoeneß-Prozess Tag 2: Ist Freiheitsstrafe zwingend?

An einer Freiheitsstrafe für Uli Hoeneß geht nach Ansicht von Steuergewerkschaftschef Thomas Eigenthaler kein Weg mehr vorbei. «Eine Freiheitsstrafe ist für mich absolut zwingend», sagte er dem Bayerischen Rundfunk. «Ob sie jetzt noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann, daran habe ich ganz, ganz starke Zweifel.»

 

Hoeneß hatte am Montag gestanden, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage noch von 3,5 Millionen aus. Am zweiten Verhandlungstag gegen den Präsidenten des FC Bayern blieb ein erneuter großer Andrang zunächst aus. Deutlich weniger Zuschauer fanden sich am Dienstag vor dem Münchner Justizpalast ein.

 

Trotzdem bleibt es spannend. Die Finanzbeamtin, die an diesem Dienstag aussagen soll, ist bereits die letzte von vier geladenen Zeugen. Ursprünglich hatte der Vorsitzende Richter Rupert Heindl geplant, schon am Donnerstag das Urteil gegen den Fußball-Funktionär zu verkünden. Ob sich durch das überraschende, weitreichende Geständnis etwas am Zeitplan ändert, war nach Angaben des Gerichts zunächst unklar. Gespannt wird nun verfolgt, ob eine Tendenz zu erkennen ist, inwieweit die von Hoeneß gestandenen neuen Millionenbeträge die Verhandlung beeinflussen.

 

 

jn / dpa

Da knallt’s im Gerichtssaal: Hoeneß gesteht, 18,5 Mio. hinterzogen zu haben

Diese Summe lässt den ganzen Saal aufhorchen: bei seinem Geständnis gab Uli Hoeneß zu, rund 18,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Bisher ging das Gericht von einer sehr viel geringeren Zahl aus: 3,5 Millionen wurden ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen.

 

Das Team von münchen.tv ist vor Ort und wird Sie über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Voraussichtlich wird am kommenden Donnerstag das Urteil verkündet.

 

 

jn / dpa

Erstes Video: Hoeneß im Gerichtssaal

Hoeneß fuhr am Montagmorgen in einem dunklen Wagen vor Gericht vor und ging durch einen Hintereingang ins Gebäude. Fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn der Verhandlung betrat er den Saal. Der Bayern-Boss rang sich sogar ein Lächeln ab. In einem dunklen Anzug und mit einer weinroten Krawatte stand er lange für die Fotografen mit seinen Anwälten Motiv. Hoeneß hatte angekündigt, «gut vorbereitet» vor Gericht zu erscheinen.

 

 

 

 

jn

Der Fall Uli Hoeneß – eine Chronologie

3,5 Millionen Euro hinterzogene Steuern, ein gebrochenes Steuergeheimnis und eine möglicherweise lückenhafte Selbstanzeige – der Fall Uli Hoeneß könnte Rechtsgeschichte schreiben, sowohl im Falle einer Verurteilung als auch bei einem Freispruch. Das Gericht muss klären, ob die Selbstanzeige von Uli Hoeneß aus freien Stücken und korrekt gestellt wurde.

 

 

 

Auch bei der Bayerischen Finanzgewerkschaft erwartet man den Prozess mit Spannung.

 

 

 

Eine Million Euro und zwei Jahre – das sind die beiden problematischen Grenzen für Uli Hoeneß im Falle einer Verurteilung.

 

 

Aufgrund des weltweiten Interesses an der Person Uli Hoeneß wurde der Prozess in den Justizpalast verlegt. 454 Journalisten haben versucht, einen der 49 Presseplätze im Saal zu ergattern. Nach 27 Sekunden waren diese vergeben.

 

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Ulie Hoeneß, Bayern München, Fußball, Landsberg am Lech, Gefängnis, Haftrafenregelung, Steuerhinterziehung, © Uli Hoeneß: Wird wieder Präsident des FC Bayern

Rot und Platzverweis – Hoeneß und Neuer fordern Regeländerung

Die Rote Karte für Arsenal-Torwart Wojciech Szczęsny im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München hat die Debatte über die mehrfache Bestrafung nach einer sogenannten Notbremse im Fußball neu entfacht. «Diese Regel sollte man mal überdenken», forderte Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer, auch wenn die Bayern bei ihrem 2:0-Sieg am Mittwochabend in London von der Schlüsselszene in der 37. Minute entscheidend profitierten. Auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß votierte dafür, «sie zu ändern».

 
Szczęsny hatte Arjen Robben beim Stand von 0:0 im Strafraum gefoult. Weil der polnische Nationalkeeper mit seiner Aktion eine klare Torchance vereitelte, entschied Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien regelkonform auf Elfmeter und Rote Karte. Im Rückspiel am 11. März wird Szczęsny Arsenal nun wegen einer Sperre fehlen.

 

 

Der Platzverweis sei «aus Torwartsicht kritisch zu sehen», erklärte Neuer, weil der Schlussmann sowieso schon «durch den Elfmeter bestraft» würde. Auch Hoeneß würde die Strafstoßentscheidung ausreichen, damit sei eine Mannschaft «schon genug gestraft», sagte der Ex-Profi: «Die Regel sagt, Verhinderung einer Torchance heißt Elfmeter und Rot. Die Regel kann man ändern, da wäre ich dafür», sagte Hoeneß: «Aber solange sie besteht, muss man sie konsequent umsetzen.» Arsenal-Coach Arsene Wenger beklagte ebenfalls die doppelte Bestrafung: «Mit dieser Entscheidung hat der Schiedsrichter das Spiel gekillt.»

 

Mit einer Regeländerung ist aber nicht so bald zu rechnen. Das zuständige International Football Association Board IFAB hat das Thema nicht auf seiner Tagesordnung für das jährliche Meeting am 1. März in Zürich. Eventuell wird das neu geschaffene Expertengremium des IFAB damit betraut, über die Regel zu beraten.

 

 

jn / dpa

FC Bayern Basketball schlägt Bonn

Die Basketballer des FC Bayern München haben am Sonntagabend gegen die Telekom Baskets Bonn mit 96:84 (48:41) gewonnen. Beste Werfer auf Seiten der Hausherren waren Robin Benzing und Heiko Schaffartzik mit jeweils 14 Punkten. Vor 6.700 Zuschauern im Audi Dome, darunter auch FCB-Präsident Uli Hoeneß, Vizepräsident Rudolf Schels, FCB-Sportvorstand Matthias Sammer und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, war das Spiel lange Zeit relativ ausgeglichen.

Bonn dreht Spiel nach der Pause

Die Halbzeitführung der Bayern konnten die Gäste kurz nach der Pause mit einem 8:0-Lauf in eine Führung verwandeln. 2:49 Minuten nach der Pause blieben die Münchner ohne Punkt, ehe Delaney mit einem Freiwurf den Bann brechen konnte. Danach konnte die Pexis-Truppe den Vorsprung wieder kontinuierlich ausbauen.
mh

Uli Hoeneß vergießt Tränen bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München

Trotz Steuerhinterziehung: Der Verein steht hinter ihm. Diese Tatsache hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß so sehr gerührt, dass er bei der Jahreshauptversammlung in München vor versammelter Mannschaft in Tränen ausbrach. Vor allem die warmen Worte von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge haben den gebeutelten Hoeneß offenbar berührt: «Lieber Karl-Heinz, ich bin überwältigt. Aber nicht nur von Deiner Rede, sondern von der Reaktion unserer, meiner Mitglieder. Vielen, vielen Dank», erklärte der langjährige FCB-Präsident und erntete stehende Ovationen. Trotzdem: Wenn der Prozess wegen Steuerhinterziehung vorüber ist, will er im Verein die Vertrauensfrage stellen.

 

Die Mitglieder sollen über den Präsidenten entscheiden dürfen

 

«Ich werde mich jedem Votum, das sie treffen, unterwerfen», sagte Hoeneß auf der Jahreshauptsammlung. Er wolle den Mitgliedern «das Recht geben, zu entscheiden, ob ich noch der richtige Präsident für diesen Verein bin». Er habe «einen Fehler» gemacht, gestand der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende. «Ich möchte mich nicht reinwaschen.» Der Zuspruch von Tausenden in der Halle ließ vorausahnen, wie die Mitglieder denken. Außerhalb des Clubs waren wiederholt Forderungen laut geworden, Hoeneß müsse seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef ruhen lassen oder niederlegen.

 

Rummenigges Worte rührten Hoeneß zu Tränen

 

«Ich wünsche Uli Hoeneß, dass die Geschichte gut für ihn ausgeht», sagte Vorstandschef Rummenigge vor den versammelten 3573 Mitgliedern. «Uli erlebt sicherlich im Moment eine schwierige Zeit. Ich kenne ihn jetzt im nächsten Sommer 40 Jahre. Uli ist ohne Übertreibung der Spiritus Rector des FC Bayern. Ohne sein unglaubliches Engagement, ohne sein Zutun, wäre der FC Bayern nicht das, was er glücklicherweise ist und darstellt.»

«Freundschaft zeigt sich gerade, wenn man bei Problemen zusammen steht», erklärte Rummenigge weiter. «Ich habe den Eindruck, ich bin nicht alleine sein Freund, der gesamte FC Bayern ist sein Freund.» Es sei ein Zeichen von Solidarität, dass sich der FC Bayern nicht von außen beeinflussen lasse, erklärte der Vorstandschef.

 

Rekordzahlen für den FC Bayern München

 

Neben dem überwältigenden Zuspruch konnte sich Uli Hoeneß über «gigantische» Zahlen freuen, wie er sagte. Mit 432,8 Millionen Euro gab es im Gesamtkonzern den nächsten Rekordumsatz, dazu mit 14 Millionen den dritthöchsten Gewinn der Vereinsgeschichte. Die Zahl der Mitglieder schnellte auf 223 985 in die Höhe.

 

mt / dpa

Ulie Hoeneß, Bayern München, Fußball, Landsberg am Lech, Gefängnis, Haftrafenregelung, Steuerhinterziehung, © Uli Hoeneß: Wird wieder Präsident des FC Bayern

Entscheidung in München: Uli Hoeneß muss vor Gericht

Es ist entschieden: Uli Hoeneß muss sich im kommenden Frühjahr wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II habe die Anklage gegen den Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München «unverändert» zugelassen, teilte die Pressestelle des Oberlandesgerichts München am Montag mit.

 

Uli Hoeneß über die Anklage: „Ich bin sehr überrascht“

 

«Ich bin sehr überrascht, dass unsere Selbstanzeige vom 17. Januar bis jetzt von den Behörden nicht für wirksam erklärt wird. Ich werde mit den Anwälten in den nächsten Monaten sehr hart daran arbeiten, dass unsere Argumente das Gericht überzeugen», sagte Hoeneß dem Magazin «Sport Bild».

 

Ab 10. März soll Hoeneß voraussichtlich auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant. Die Staatsanwaltschaft München II hatte Ende Juli Anklage gegen den 61 Jahre alten Vereinsboss erhoben.

Hoeneß hatte sich im vergangenen Januar selbst beim Finanzamt angezeigt. Trotz der Affäre behielt Hoeneß seine Posten beim Münchner Triple-Sieger.

 

mt / dpa

 Winterzauber im Olympiapark, ©  Winterzauber im Olympiapark

FC Bayern pro Olympia 2022

„Die Winterspiele würden unserem Land gut zu Gesicht stehen“, erklärte Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern am Donnerstag. Auch Kapitän Phillip Lahm wird beim Bürgerentscheid mit „ja“ abstimmen. „Als gebürtiger Münchner wäre es für mich großartig, Olympische Spiele in meiner Heimatstadt erleben zu dürfen.“
Am 10. November wird in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden abgestimmt. Nur wenn alle vier Bürgerentscheide mit „ja“ gewonnen werden, wird es eine erneute Olympia-Bewerbung geben. Wird auch nur in einem der vier Abstimmungsorte mit „nein“ entschieden, wird es keine Bewerbung geben.
mh / Homepage FCB

Mahnmal für Zivilcourage in Gedenken an Dominik Brunner enthüllt

Am Donnerstag wurde in München ein Mahnmal für Zivilcourage enthüllt, das an Dominik Brunner und seinen Einsatz erinnern soll. Der 50-Jährige hatte vor vier Jahren in eine Prügelei eingegriffen und war dabei selbst ums Leben gekommen.

 

Genau vier Jahre danach wurde nun von der Dominik-Brunner-Stiftung an der Stelle am S-Bahnhof Solln ein Mahmal mit Gedenktafel enthüllt. Zu diesem Anlass waren hochrangige Gäste aus Politik und Gesellschaft erschienen, darunter auch Kultusminister Ludwig Spaenle und Uli Hoeneß, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

 

„Wir wollen verhindern, dass solche Dinge öfter vorkommen“, sagte Hoeneß in seiner Rede. „Ob wir sie ganz verhindern können, wage ich zu bezweifeln – aber mit diesem Mahnmal, mit diesem Denkmal, gibt es eine weitere Möglichkeit, darauf einzuwirken, dass diese Dinge nie aus dem Gedächtnis der Bürger verschwinden.“

 

mt

 

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Fußballprofi Breno als Freigänger – PK mit Hoeneß

Der verurteilte ehemalige Fußballprofi Breno ist am Montag erstmals als Freigänger bei seinem neuen und alten Arbeitgeber FC Bayern erschienen. Der 23 Jahre alte Brasilianer wurde von einem Chauffeur um kurz vor neun Uhr zum Vereinsgelände an der Säbener Straße in München gebracht. Breno soll als Resozialisierungsmaßnahme beim FCB in der Nachwuchsabteilung mitarbeiten.

Nach 13 Monaten im Gefängnis hatte die JVA zuvor wegen guter Führung eine Haftlockerung für Breno erlassen. Im Jahr 2012 war der Fußballlprofi wegen schwerer Brandstiftung zu insgesamt drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Am Abend wird Breno wieder abgeholt und muss zurück ins Gefängnis.

Am Montag Vormittag lud der Verein zu einer Pressekonferenz mit Breno und dem Vereinspräsidenten Uli Hoeneß. Die Bilder und Stimmen dazu sehen Sie um 18 Uhr bei münchen heute

me / dpa

Anklage gegen Uli Hoeneß erhoben

Jetzt wird es ernst für Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen in seinem Fall  gestern abgeschlossen und heute, am 30. Juli,  die Anklage erhoben. Der 61-Jährige muss sich nun wegen Steuerhinterziehung verantworten, ihm wurde die Anklage in der Zwischenzeit ebenfalls zugestellt.

 

Die 5. Strafkammer (Wirtschaftsstrafkammer) des  Landgerichts München II entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens. Das kann sich aber noch bis September hinziehen – die Ermittlungsakten sind einfach zum umfangreich. Außerdem wurde der Verteidigung eine Äußerungsfrist von einem Monat zugebilligt.

 

 

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