Tag Archiv: Horst

Augsburg: CSU-Europapolitiker Ferber kreidet Seehofer Wahlschlappe an

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber macht Parteichef Horst Seehofer für die Schlappe bei den Europawahlen verantwortlich.

 

«Bei der Europawahl hat uns sicher geschadet, dass viele Themen, die wir vor der Landtags- und Bundestagswahl vertreten haben, bei den Koalitionsverhandlungen ohne große Diskussionen still einkassiert wurden», sagte Ferber der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag). Seehofer habe CSU-Forderungen nach Steuererleichterungen und mehr Bürgerbeteiligung auf Bundesebene preisgegeben. Auch deshalb seien viele CSU-Anhänger zu Hause geblieben, sagte Ferber und forderte, die kalte Steuerprogression in dieser Legislaturperiode anzupacken.

 

Forderung nach mehr Profilstärke

 

Der bayerische Junge-Union-Chef und Landtagsangeordnete Hans Reichhart unterstützte diese Forderung: «Es ist nicht verständlich, warum wir als CSU jetzt nicht beim Thema Bekämpfung der kalten Progression klare Kante zeigen.» Der CSU fehle es an Profilstärke in der Wirtschaftspolitik, sagte Reichert der «Augsburger Allgemeinen». Der CSU-Vorstand will auf einer Klausur an diesem Samstag über die Konsequenzen aus dem Europawahl-Ergebnis sprechen.

 

RG / dpa

Rom: Seehofer trifft Franziskus und Benedikt

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wird am Montag in Rom von Papst Franziskus empfangen. Die Privataudienz einer kleinen Delegation aus Bayern im Vatikan ist für den Vormittag angesetzt.

 

Anschließend ist ein Gespräch Seehofers mit dem aus Bayern stammenden emeritierten Papst Benedikt XVI geplant.

 

An dem Treffen mit Franziskus nehmen unter anderen auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Kultusminister Ludwig Spaenle und Europaministerin Beate Merk (alle CSU) teil. Für ihn als Katholiken sei eine Privataudienz beim Heiligen Vater ein bewegendes Erlebnis, hatte Seehofer am Freitag gesagt. «Bekanntlich liegen ihm ja soziale Themen besonders am Herzen. Da gibt es gewiss genug Gesprächsstoff.»

 

Häufiger Gast im Vatikan

 

Seit seinem Amtsantritt 2008 hat Seehofer Rom so häufig besucht wie keine andere Stadt außerhalb der deutschen Grenzen. Der Ministerpräsident war bereits viermal im Vatikan zu Besuch, außerdem traf er 2009 den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano und besuchte die von einem Erdbeben zerstörte Ortschaft Onna.

 

RG / dpa

München: Routinebesuch besonderer Art – Seehofer fährt zum Papst

In keinem Bundesland pflegen die jeweilige Landesregierung und die katholische Kirche so enge Beziehungen wie in Bayern. Bayerische Politiker sind auch häufige Gäste im Vatikan. Aber eine Besonderheit bleiben Besuche beim Papst dennoch.

 

Eigentlich ist es ein Routinebesuch: An diesem Montag empfängt Papst Franziskus im Vatikan Ministerpräsident Horst Seehofer. Der CSU-Chef ist nicht für übertriebene Reisefreude bekannt, sogar die Ferien verbringt er am liebsten in Bayern in seinem Ferienhaus im Altmühltal. Aber in Rom war Seehofer seit 2008 schon fünfmal – der Vatikan und die italienische Hauptstadt sind sein häufigstes Reiseziel.

 

Seehofer reist nicht allein

 

«Für mich als Katholik ist eine Privataudienz beim Heiligen Vater natürlich ein bewegendes Erlebnis und ich freue mich zutiefst, Papst Franziskus persönlich kennenzulernen», sagt Seehofer. Der Ministerpräsident fliegt am Sonntagabend – nicht allein, sondern begleitet von einer prominent besetzten Delegation: Landtagspräsidentin Barbara Stamm, der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner, Kultusminister Ludwig Spaenle, Europaministerin Beate Merk und dem Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer (alle CSU).

 

Politiker sind prominent und treffen dementsprechend auch häufig andere prominente Zeitgenossen, doch Routine sind Besuche im Vatikan nie. Auch Landtagspräsidentin Stamm war bereits dreimal in Rom. «Aber auch wenn man schon da war, bleibt ein Besuch beim Papst doch etwas ganz Besonderes», sagt sie. «Das erfüllt mich mit Freude und Dankbarkeit, dass ich dabei sein darf.»

 

Bayerische Herrscher waren enge Verbündete des Vatikan

 

Die vergleichsweise häufigen bayerischen Vatikanbesuche haben ihren Grund: Seehofer, Stamm und die restliche Delegation stehen in einer vielhundertjährigen Traditionslinie, die weit älter ist als der Freistaat Bayern oder die CSU. In den Wirren der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges im 16. und 17. Jahrhundert waren die bayerischen Herrscher enge Verbündete des Vatikan, «Bavaria Sancta» – das heilige Bayern – wurde zu einem Zentrum der Gegenreformation.

 

Einen Bruch gab es erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Wittelsbacher im Zuge der Säkularisation die Kirche in Bayern weitgehend enteigneten. Doch das tat der Volksfrömmigkeit keinen Abbruch, und auch das Königshaus bemühte sich schon 1817 im Konkordat mit dem Vatikan um Wiedergutmachung. Seither werden die Gehälter der bayerischen Bischöfe vom bayerischen Staat bezahlt.

 

Zahl der Katholiken sinkt

 

Heute ist Bayern weit weniger katholisch als in früheren Jahrhunderten. Laut Mikrozensus von 2011 sind nur noch 55 Prozent der 13 Millionen Einwohner Bayerns katholisch getauft – und von diesen besucht nur eine Minderheit regelmäßig die Messe. Seit 1987 ist die Zahl der getauften Katholiken im Freistaat um eine halbe Million gesunken, obwohl die bayerische Bevölkerung stark gewachsen ist.

 

Doch enge Beziehungen zur katholischen Kirche pflegen Bayerns Politiker immer noch. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx registrierte nach seinem Amtsantritt in Bayern 2007 ebenso verwundert wie erfreut, dass die Staatsregierung häufiger das Gespräch mit kirchlichen Würdenträgern sucht als andere Landesregierungen.

 

Politisch brisant ist das Treffen der bayerischen Delegation mit Papst Franziskus nicht – es gibt keine großen Streitthemen. Ohnehin hat Seehofer bei seinen Auslandsbesuchen in den vergangenen Jahren immer eine bella figura abgegeben, ob er nun in Rom zu Besuch war oder bei der niederländischen Königin. «Bekanntlich liegen ihm ja soziale Themen besonders am Herzen. Da gibt es gewiss genug Gesprächsstoff», sagte Seehofer am Freitag über das bevorstehende Gespräch mit Franziskus.

 

RG / dpa

Horst Seehofer schaut kritisch, © Horst Seehofer will eine Flüchtlingsobergrenze

München: Seehofer macht ein Nickerchen – die Kanzlerin wartet

Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich als entschiedener Gegner der Sommerzeit geoutet.

Der Grund dafür: Er hat eine Telefonkonferenz mit niemand anderem als Bundeskanzlerin Angela Merkel verschlafen.

Die genaue Abfolge der Geschehnisse:

Es ist früh morgens, sieben Uhr …das denkt Horst Seehofer in jedem Fall, weil es ihm sein Handy so anzeigt, als es klingelt.

Seehofer liegt zu diesem Zeitpunkt noch im Bett – es war ja vermeintlich erst sieben Uhr – und ignoriert das schlafstörende Telefon – Klingeln.

Doch das Handy klingelt weiter und weiter. Am anderen Ende der Leitung wartet irgendwo im weit entfernten Berlin die Bundeskanzlerin auf das ersehnte Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten. Angela Merkel war schon seit längerem wach.

Nach sieben Minuten dämmert es Horst Seehofer im Schlafgemach: Der Chef der Regierung im Freistaat hat die Zeitumstellung verschlafen, wie er einer bayerischen Zeitung verriet.

Nach dem Zeitumstellungs – Debakel will Horst Seehofer jetzt die Initiative seiner Energieministerin und Stellvertreterin Ilse Aigner unterstützen. Die ist nämlich auch gegen die Sommerzeit und alle damit einhergehenden Versäumnisse.

adc / dpa