Tag Archiv: Inflation

Einkaufen in München

Inflation in Bayern auf niedrigstem Stand seit vier Jahren

Niedrige Heizöl- und Kraftstoffpreise haben die Inflation in Bayern im Mai auf den niedrigsten Stand seit gut vier Jahren gedrückt. Hinzu kam der Sondereffekt durch den Wegfall der Studiengebühren.

 

Insgesamt lagen die Verbraucherpreise im Mai um 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Niedriger fiel die Inflationsrate mit 0,5 Prozent zuletzt im Februar 2010 aus, wie das Statistische Landesamt am Montag in München mitteilte.

 

Während Heizöl um 4,2 Prozent günstiger war als vor einem Jahr, lagen die Kraftstoff-Preise um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum April gaben die Verbraucherpreise leicht nach um 0,1 Prozent. Neben Heizöl (minus 0,8 Prozent) verbilligten sich im Vergleich zu April auch Bekleidung und Schuhe (minus 1,4 Prozent) sowie Pauschalreisen (minus 5,7 Prozent).

 

RG / dpa

Oktoberfest 2013: Die teure Maß Bier auf der Wiesn ist für Ausländer oft ein Schnäppchen

Für manchen Münchner ist das Oktoberfest angesichts des Rekordniveaus der Bierpreise ein teurer Spaß: 9,66 Euro kostet die Maß im Durchschnitt auf der Wiesn 2013. Doch für viele ausländische Besucher ist das ein wahrer Schnäppchenpreis: Norweger zahlen für zwei Maß Bier auf dem Oktoberfest weniger als für zwei Halbe in ihrer Heimat. Für Schweizer ist quasi jedes dritte Bier umsonst, für Australier jedes vierte.

 

Dennoch ist das Bier in seiner bayerischen Heimat nicht am günstigsten: Der internationale Vergleich des ECA International-Bierpreisindex zeigt, dass der Preis für einen Liter Bier in den USA, Österreich, Großbritannien, Spanien und Südafrika noch niedriger ist.

 

Auf Twitter ist der Bierpreis sowohl bei deutschen als auch ausländischen Usern ein Thema – interessante Fakten zum Preisanstieg werden hier veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

Doch obwohl der Preis jedes Jahr steigt, werden nach wie vor Rekordmengen an Bier auf dem Oktoberfest vernichtet. Allein im Jahr 2012 wurden 7,4 Millionen Maß ausgeschenkt – damit könnte man ein ganzes Schwimmbad füllen. Und solange der Absatz nicht zurück geht, wird wohl auch der Preis noch weiter steigen.

 

Foto: Michaela Schöllhorn / pixelio.de

Der Preis vom Eis – ein Indiz für Inflation?

München (dpa) – Früher kostete die Kugel Eis 20 Pfennig, heute in vielen Städten 1 Euro oder mehr. Bei kaum einem anderen Nahrungsmittel spüren die Menschen in Deutschland die Preissteigerung so deutlich wie beim Eis. «Wucher» schimpfen empörte Verbraucher in Internetforen – und liefern die Preisentwicklung der vergangenen Jahre aus dem Gedächtnis gleich mit. «Die meisten wissen noch, was sie als Kind für eine Kugel Eis bezahlt haben», sagt der Ökonom Alexander Koch von der Unicredit-Bank. Da das Eishörnchen beim Italiener an der Ecke heute wie vor 30 Jahren immer noch bar bezahlt wird, schmerzen diese Preiserhöhungen ganz besonders. «Gefühlte Inflation» nennen die Experten diesen Effekt.
Zehn Pfennig für ein Wassereis
«Diese gefühlte Inflation ist bei Gütern des täglichen Bedarfs viel höher als bei monatlichen Abbuchungen wie der Stromrechnung – weil man sie ganz bewusst erlebt», erklärt Inflationsexperte Koch. Er kann sich selbst noch an das «Zehnerl-Eis» aus seiner Kindheit erinnern – zehn Pfennig für ein Wassereis im Plastikschlauch. Da sich das Preisgefühl für viele Dinge in jungen Jahren bildet, bemerken die Verbraucher die Entwicklung im Laufe der Zeit immer stärker. «Je älter man wird, desto länger ist der Horizont, den man beurteilen kann.»
Eishersteller: Gutes Eis hat seinen Preis!
Für die italienischen Eishersteller sind die Diskussionen um den Eispreis ein großes Ärgernis. «Egal wie der Preis gestaltet ist, er wird immer zu hoch sein», kritisiert die Union der Italienischen Speisehersteller. «In Deutschland ist das Image des italienischen Speiseeises das eines einfachen Produkts, das für alle erschwinglich und somit unbedingt ‚billig‘ ist.» Qualität habe aber ihren Preis – und in anderen Ländern sei das Eis viel teurer. «Wir stimmen alle überein, dass das handwerklich hergestellte italienische Speiseeis in Deutschland auch weiterhin für alle erschwinglich bleiben muss.» Verramscht werden dürfe das Eis aber nicht.

Von Schleuderpreisen sind aber auch die großen industriellen Hersteller wie Langnese oder Schöller weit entfernt. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, in dem große Hersteller zusammengeschlossen sind, verweist auf stetig steigende Kosten für die wichtigsten Rohstoffe bei der Eisproduktion: Milch und Zucker. Das Eis besteht zu mehr als der Hälfte aus Milch und zu zehn bis 20 Prozent aus Zucker. Beide Rohstoffe seien in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden, sagt Geschäftsführer Ernst Kammerinke. «Dazu kommen die hohen Energiekosten.» Trotzdem müssten die Verbraucher nur geringfügig mehr für ihr Eis bezahlen.
München: Eispreis hat die 1-Euro-Grenze überschritten
In teuren Städten wie München hat der Eispreis die magische Grenze von 1 Euro in diesem Sommer vielerorts überschritten. Inflationsforscher Koch glaubt trotzdem nicht daran, dass die Kundschaft auf das Eis verzichtet. Als einen Beleg dafür sieht er den Preis für die Maß Bier auf dem weltberühmten Oktoberfest. In diesem Jahr müssen die Wiesn-Besucher bis zu 9,85 Euro für den Liter Bier bezahlen – die 10-Euro-Schwelle ist damit in Sichtweite. «Aber mir ist nicht bekannt, dass der Bierkonsum auf der Wiesn zurückgegangen ist.»