Tag Archiv: Konzentrationslager

Münchner Staatsanwaltschaft prüft NS-Vorwürfe

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht Hinweisen der Ludwigsburger Zentralstelle auf mutmaßliche NS-Verbrecher nach. Vier Fälle soll es in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern geben. Die Ermittler untersuchen, ob es einen Anfangsverdacht wegen NS-Morden gibt und ein Ermittlungsverfahren eröffnet wird, wie Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Montag sagte. Insgesamt befasst sich die bayerische Justiz mit sieben Fällen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft untersucht Hinweise über mutmaßliche Beschäftigte im KZ Auschwitz. Die Zentralstelle hatte ihnen eine Liste mit Namen gegeben. Laut Steinkraus-Koch sei jedoch nicht klar, woher die Liste stammt und wie belastbar die Informationen sind. Zudem müsse überprüft werden, ob mögliche Taten überhaupt noch verfolgt werden können. Zumindest in einem Fall handle es sich möglicherweise um einen damals Jugendlichen.

Die NS-Fahndungsstelle hatte vor kurzem angekündigt, die Ergebnisse von 30 Vorermittlungen zu mutmaßlichen NS-Verbrechern an die zuständigen Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland abzugeben. Den Beschuldigten wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

 

rr/dpa

Merkel besucht KZ-Gedenkstätte Dachau

Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht am  20. August  die KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Präsident der dortigen Lagergemeinschaft und Holocaust-Überlebende Max Mannheimer sprach von einem historischen Besuch. Noch nie sei vor Merkel ein amtierender Kanzler in der KZ-Gedenkstätte gewesen.
Die  Bundeskanzlerin wird am  Internationalen Mahnmal einen Kranz niederlegen. Im Anschluss will sie zusammen mit Staatsminister Ludwig Spaenle zwei historische Räume des Gedenkstättenmuseums besichtigen. Dabei wird Merkel auf eine Gruppe Überlebender treffen.

Der 93-Jährige Max Mannheimer nannte den Besuch politisch und gesellschaftlich bedeutend «in einer Zeit, wo ein großes Maß an Antisemitismus feststellbar ist, wo Anfeindungen gegenüber Juden erschreckend zunehmen und rechtsextremistisch motivierte Straftaten drastisch ansteigen».Mannheimer hatte Merkel im vergangenen Herbst eingeladen.

In dem 1933 errichteten Konzentrationslager und in mehreren Außenlagern waren über 200 000 Menschen inhaftiert. 41 500 wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen die Überlebenden.

me / dpa