Tag Archiv: Kunstsammler

Weitere Kunstwerke aus Gurlitt-Sammlung aufgetaucht

Bei der Auflösung des Hausstandes des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind weitere Kunstwerke aufgetaucht, deren Provenienz noch nicht geklärt ist.

 

Wohlmöglich ein Degas und ein Rodin

Als die Staatsanwaltschaft Augsburg die Schwabinger Wohnung des Kunstsammlers durchforstete, hatte sie wohl einiges an Sammelstücken übersehen, bei denen es sich auch um Nazi-Raubkunst handeln könnte.

Denn bei der Auflösung Cornelius Gurlitts Wohnung sind jetzt, fast drei Monaten nach seinem Tod, bislang unbekannte Kunstwerke gefunden worden.

Beamte stießen bei der Sicherung des Nachlasses auf weitere Kunstwerke – darunter zwei Skulpturen, die von Edgar Degas und Auguste Rodin stammen könnten.

Die genannten Gemälde werden nun von Experten begutachtet und voraussichtlich von der Taskforce auf einer Online-Plattform zum LostArt eingestellt. Auch die Herkunft der Bilder und Plastiken, soll von der Taskforce ermittelt werden.

adc / dpa

Fall Gurlitt: Staatsanwalt prüft Einigung mit Erben

Die Augsburger Staatsanwaltschaft wird mögliche Übereinkünfte zwischen dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt und Erben jüdischer Kunstbesitzer eingehend prüfen. „Wenn uns derartige Vereinbarungen vorgelegt werden, werden wir prüfen, ob es möglich ist, Rechten von Geschädigten zur Geltung zu verhelfen, ohne dass Rechte anderer verletzt oder prozessuale Belange beeinträchtigt werden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Das sei aber rein hypothetisch. Bislang liege der Behörde keine Vereinbarung zwischen Gurlitt und Erben vor.
Am Tag zuvor war bekanntgeworden, dass Gurlitt bereit ist, Bilder aus seiner Schwabinger Sammlung, bei denen es sich um Nazi-Raubkunst handelt, an die Erben jüdischer Kunstbesitzer zurück zu geben. Dabei soll es sich nach Medienberichten auch um die „Sitzende Frau“ von Henri Matisse handeln, die unter den insgesamt 1280 in Gurlitts Schwabinger Wohnung beschlagnahmten Werken ist. „Das, was wir beschlagnahmt haben, ist weiter beschlagnahmt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

 

rr/dpa

Gurlitts Anwalt wehrt sich gegen dessen Image

„Er ist kein weltfremder Kauz“, so Rechtsanwalt Hannes Hartung über seinen Mandanten Corneluis Gurlitt. Der 81-jährige Kunstsammler sei unheimlich interessiert an Politik, Nachrichten und lese wahnsinnig viel Zeitungen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa gab Hartung an, er und sein Mandant würden sich mehrmals im Monat treffen und oft miteinander telefonieren.

Die Berichterstattung über seinen Mandanten, gegen die er auch gerichtlich vorgehen will, ärgere ihn zum Teil sehr. „Ja, er ist ein sehr zurückhaltender, ruhiger und schüchterner Mensch, aber ihm daraus einen Vorwurf zu machen, kann ich absolut nicht verstehen.“

rr/dpa