Tag Archiv: Landgericht München I

Geldscheine, © Symbolbild

Hochstapler gesteht vor Gericht Millionen-Betrug

Ein Hochstapler hat vor dem Landgericht München I einen Millionenbetrug gestanden. Der 55-Jährige gab zu, Freunde und Bekannte um insgesamt fast drei Millionen Euro gebracht zu haben. „Ich räume alle Tatvorwürfe vollumfänglich ein und bin in allen Anklagepunkten voll schuldig“, sagte er. „Ich wollte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.“

 

Der Angeklagte hatte sich als erfolgreicher Börsen- und Devisenhändler ausgegeben und einen ausschweifenden Lebensstil mit teuren Autos, Reisen und Luxuswohnungen gepflegt.

 

Laut Anklage soll der Mann, der wegen Betrugs einschlägig vorbestraft ist und schon mehrere Jahre deswegen im Gefängnis saß, sich in Münchner Künstlerkreisen als stets Dirndl tragende Transgender-Frau ausgegeben und auch mit dieser Identität viel Geld ergaunert haben.

 

Er versprach laut Staatsanwaltschaft Renditen von 30 bis 500 Prozent. Freunde und Bekannte überließen ihm daraufhin Beträge zwischen 5000 und 490 000 Euro zur Anlage – und sahen das Geld nie wieder. Insgesamt waren es schließlich mehr als 2,8 Millionen Euro, rund 120 000 Euro davon wurden zurückgezahlt.

 

Vor Gericht räumte der 55-Jährige ein, das Geld zur Finanzierung seines Lebensstils und zum Bezahlen alter Schulden verwendet zu haben.

 

dpa.

Frau zur Prostitution gezwungen: Prozess beginnt in München

Weil sie eine Frau aus Berlin monatelang zur Prostitution gezwungen haben sollen, müssen sich ein Mann und eine Frau von Montag (9.30 Uhr) an vor dem Landgericht München I verantworten. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 28-jährige Angeklagte dem Opfer in einem Chat die Ehe versprochen und die Frau so im November 2017 nach München gelockt. Dort habe die damals 26-Jährige gemeinsam mit ihm und der 29-jährigen Mitangeklagten in einer Wohnung leben und den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen müssen.

 

Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden. Bis zum März 2018 habe die Frau mit 100 bis 150 Freiern verkehren müssen. Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Im März 2018 wandte sie sich schließlich mithilfe eines Freiers an die Polizei.

 

Angeklagte und Opfer sind afghanische Staatsangehörige. Die Vorwürfe lauten auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung. Für das Verfahren sind sieben Termine bis Ende Januar angesetzt.

 

dpa.