Tag Archiv: Lehrer

München: Volksbegehren G8/G9 – darum geht es

Am Donnerstag startet das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 an bayerischen Gymnasien.

 

Druck auf die CSU

 

Neun Jahre Gymnasium, dann doch wieder acht, dann sollen es neun oder achte Jahre sein:

Nach jahrelangem Hin und Her über die Schulzeit bayerischer Gymnasiasten hat es eine kleine Partei geschafft, in der großen Bildungspolitik in Bayern der Regierung ein ziemlicher Dorn im Auge zu sein.

Zuletzt hatten die Initiatoren des Volksbegehren sogar offen gesagt, dass jeder sich beim Volksbegehren beteiligen müsse, unabhängig davon, ob er nun für oder gegen neun Jahre am Gymnasium sei, um den Druck auf die CSU-Kultus-Politik aufrecht zu erhalten.

 

Das sind die Ziele

Die Freien Wähler wollen mit ihrem Volksbegehren erreichen, dass jedes Gymnasium in Bayern selbst entscheiden darf, ob es nun acht oder neun Jahre bis zum Abitur anbieten will.

Wenn rund 950000 Bürger sich bei dem Volksbegehren eintragen, dann würde das die bayerische Regierung zum Volksentscheid zwingen.

Der Landtag könnte die Reformen, die die Partei um Michael Piazolo und Hubert Aiwanger fordert, auch direkt umsetzen. Das würde Horst Seehofer, genauso wie Kultusminister Ludwig Spaenle von der CSU aber sicher nicht tun.

Wenn der Volksentscheid gut für die Freien Wähler ausginge, dann gibt es eine Wahlfreiheit für die Gymnasien – Lehrer wie auch Schüler in Bayern unterstützen die Wahlfreiheit bedingt. Eigentlich wollen sie eine grundsätzliche Rückkehr zu neun Jahren Gymnasium.

Bis zum 16. Juli können sich die Bürger beim Volksbegehren der Freien Wähler für die Wahlfreiheit eintragen.

adc / dpa

 

BGH bestätigt Urteil gegen Lehrer wegen Missbrauchs von Schülern

Ein Münchner Waldorfschullehrer muss wegen sexuellen Missbrauchs von Schülern fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof habe die Revision des 58-Jährigen verworfen und das Urteil des Landgerichts Augsburg bestätigt, teilte der Augsburger Gerichtssprecher Claus Pätzel am Dienstag mit.

 

Der Mann hatte mehrere ihm als Klassenlehrer anvertraute Kinder sexuell missbraucht, in einem Fall auch schwer. «Die Übergriffe des seinerzeit in Schwabing tätigen Lehrers fanden zum Teil während einer Klassenfahrt sowie bei Besuchen der Kinder in seinem Wohnanwesen im Landkreis Landsberg statt», erklärte Pätzel.

 

Die Augsburger Jugendkammer war von 16 Fällen ausgegangen, die meisten jedoch minderschwer. Außerdem hätten die Opfer «keine gravierenden seelischen Folgen» davongetragen. Der Lehrer hatte im Laufe von mehr als 20 Jahren Buben der Waldorfschule bei sich zu Hause übernachten lassen. Die Schüler waren zur Tatzeit zwischen zehn und elf Jahre alt. Der Pädagoge war nach Angaben der Kammer bereits Anfang der 1970er Jahre durch pädophile Neigungen aufgefallen.

 

RG / dpa

Faschingsferien: 1,7 Millionen Schüler starten in die Ferien

Ab in die Ferien: Für rund 1,7 Millionen Schüler und 110 000 Lehrer in Bayern beginnen an diesem Freitag die einwöchigen Winterferien. Bevor der Unterricht am 10. März weitergeht, können Schüler und Lehrer wieder Kraft danken, denn die Ferien sind eine gute Gelegenheit, um in Ruhe auf das erste Schulhalbjahr zurückzublicken, so Kultusminister Ludwig Spaenle. „Ferien dienen in erster Linie der Erholung“, sagte der Minister der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.

Auch der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands Klaus Wenzel begrüßt die Lernpause. Im Frühjahr steige die Anspannung bei Grundschülern wegen des Schulwechsels und bei Abiturienten wegen der letzten Prüfungen. An die Schüler appellierte Wenzel, die Ferien zu nutzen: „In dieser Woche sollten sie einfach mal nichts tun“.
rr/dpa

Knapp 780 Lehrstellen gestrichen

Die Staatsregierung hat bereits im Landtagswahlkampf 2013 knapp 780 befristete Lehrerstellen gestrichen. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Landtagsanfrage der SPD hervor. Darin schreibt das Haus von Kultusminister Ludwig Spaenle, dass die insgesamt 773 Stellen im Schuljahr 2011/12 befristet geschaffen worden seien. „Diese Stellen sind entsprechend dem im Doppelhaushalt 2013/2014 ausgebrachten Vermerk zum 01.08.2013 weggefallen“, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Dies widerspricht jedoch einem Versprechen von CSU-Chef Horst Seehofer. Im Landtagswahlkampf hatte er noch betont, dass als „demografische Rendite“ alle Lehrerstellen erhalten bleiben sollten, die ansonsten wegen des Schülerrückgangs eigentlich gestrichen werden könnten. „Die CSU und an Ihrer Spitze Herr Seehofer sind erneut bei einem gebrochenem Wahlversprechen ertappt“, wirft SPD-Haushaltsexperte Volkmar Halbleib der Staatsregierung vor. Trotz der Zusage im Bayernplan, die demografische Rendite voll in den Schulen zu belassen, seien bereits 773 Stellen für Lehrpersonal aus dieser Rendite an den Schulen ersatzlos gestrichen worden.

Das Kultusministerium dagegen argumentiert in seiner Antwort auf Halbleibs Fragen, dass die Staatsregierung von 2008 bis 2013 insgesamt mehr als 5 000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen habe. Nach einem Beschluss der CSU-Landtagsfraktion sollten die Stellen, die aufgrund des weiteren Schülerrückgangs wegfallen würden für den Rest der laufenden Legislaturperiode sämtlich im Schulsystem verbleiben.
rr/dpa

Kritik: Söder wirft Spaenle schlechte Personalplanung vor

Nach den Auseinandersetzungen um die Lehrerstellen an Bayerns Schulen wirft Finanzminister Markus Söder seinem Kollegen dem Kultusminister Ludwig Spaenle schlechte Personalplanung vor.

„Wir können vorhersagen, welcher Komet 2028 in welchem Abstand an der Erde vorbeifliegt“, sagte Söder dem „Münchner Merkur“. „Aber wir tun usn wahnsinnige schwer, im Januar zu ermitteln, welche Lehrer wir im September für welche Fächer brauchen.“

Auf Dauer müsse es eine transparentere Personalplanung für die Schulen geben, verlangte Söder. Zudem müsse man jungen Pädagogen zu Beginn ihrtes Studiums auch sagen können, zu welcher Fächerkombination Personal gebraucht wird. „Wir sollten nicht wieder in eine Situation wie jetzt kommen, wo wir die besten Referendare nicht einstellen können.“

Gleichzeitig bezeichnete Söder Spaenle aber als einen „starken Kultusminister“.

rr/dpa

 

Nachholbedarf: Lehrer werden nicht in sexueller Vielfalt ausgebildet

Sexuelle Vielfalt wird an Bayerns Schulen kein Bildungsziel. Die CSU lehnte am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags einen von den Grünen geforderten Aktionsplan für Antidiskriminierung, Gleichstellung und Akzeptanz sexueller Vielfalt ab.

 
Auch eine Evaluation der Sexualerziehung wird es nicht geben, ebenso wenig verpflichtende Aus- und Fortbildungen für Lehrer, Schulpsychologen Sozialarbeiter sowie Erzieherinnen und Erziehern zum Thema Sexualität und der Akzeptanz von Unterschieden bei Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Weltanschauung und sozialer Herkunft. Dafür hatten die Grünen in ihrem Antrag plädiert.

 

In Baden-Württemberg hat die grün-rote Landesregierung die sexuelle Vielfalt als Bildungsziel eingeführt. «Das war für uns auch ein Anlass, sich mit dem Thema zu beschäftigen», sagte Grünen-Schulexperte Thomas Gehring. Der schwäbische Abgeordnete wies das CSU-Argument zurück, in Bayern gebe es keinen Nachholbedarf bei dem Thema: «Natürlich gibt’s da irgendwo ein Projekt. Uns ging es darum, herauszufinden, wie das in der Fläche aussieht.» Die SPD stimmte dem Antrag nach Gehrings Angaben zu, die Freien Wähler enthielten sich.

 

 

jn / dpa

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