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NSU-Prozess: Befragung von Mandy S.

Bereits am Mittwoch wurde die ehemalige Rechtsextremistin Mandy S. im NSU-Prozess befragt. Zum Auftakt ihrer Vernehmung hatte S. bereits eingeräumt, dem Neonazi-Trio um Beate Zschäpe einst beim Untertauchen geholfen zu haben. Sie und ihr damaliger Freund hätten im Frühjahr 1998 drei „Kameraden“ Unterschlupf gewährt – in der Wohnung ihres Ex-Partners in Chemnitz. Sie habe aber nicht gewusst, wer die drei seien – es habe sich um „Kameradschaftshilfe“ gehandelt.

S. war auch auf andere Weise behilflich: Sie verlieh ihre Versichertenkarte und holte einen falschen Ausweis bei den Behörden ab. Nach 1998 will sie das Trio, dem insgesamt zehn Morde zur Last gelegt werden, aber nicht mehr getroffen haben. Gegen S. läuft weiterhin ein Ermittlungsverfahren.

rr/dpa

NSU-Prozess: Falsche Identität von Zschäpe

Im 89. Verhandlungstag im NSU-Prozess steht die falsche Identität der Hauptangeklagten Beate Zschäpe auf der Tagesordnung. Dazu soll eine Zeugin verhört werden, unter deren Namen Zschäpe teilweise aufgetreten war. Die Aussage von Mandy S. ist für den Nachmittag geplant. Zuvor soll ein Sachverständiger befragt werden, der im Fall Kiesewetter das kriminaltechnische Gutachten verfasste.

Die Polizistin Michèle Kiesewetter war im April 2007 in Heilbronn erschossen worden – mutmaßlich von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Die beiden Neonazis sollen zehn Menschen ermordet haben und hatten sich 2011 selbst umgebracht. Zschäpe ist als mutmaßliche Komplizin Hauptangeklagte in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht München.

rr/dpa