Tag Archiv: Medizin

Der Cannabis-Patient Christoph N. mit einer Dose medizinischem Hanf, © Sein Joint wurde unrechtmäßig zerstört. Das Geld bekam er nun zurück.

Zerstörter Joint: Polizei muss dafür zahlen

Ein junger Mann saß an einem Tag im Mai am Isarufer und rauchte einen Joint. Als ein Zivilpolizist vorbeikam und den Konsumenten daran hindern wollte, zückte dieser ein Rezept. Der Beamte vernichtete dennoch das medizinische Präparat. Jetzt musste der Freistaat dafür aufkommen.

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Oktoberfest 2014: Rotes Kreuz gewappnet

Am 20. September startet das Oktoberfest auf der Theresienwiese.

Während sich viele Münchner und Touristen auf das größte Volksfest der Welt freuen, bereitet sich das bayerische Rote Kreuz auf 16 Tage Dauereinsatz vor.

Ob Platzwunde, Herzinfarkt oder Alkoholvergiftung – Die Sanitäter haben während der Wiesn alle Hände voll zu tun.

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München: Gesundheitsreferat zweifelt an Klinik-Sanierung

Der Sanierungsplan für die angeschlagenen Städtischen Kliniken gefährdet nach Ansicht der Fachabteilungen des Gesundheitsreferates in München die Notfallversorgung der Patienten.

Die Experten sehen es kritisch, dass die Notfallzentren im Krankenhaus in Schwabing und im Krankenhaus in Harlaching verkleinert werden sollen. Nach Ansicht der Fachabteilungen des Gesundheitsreferates würde der Mangel „von Fachabteilungen im Hintergrund“ zu erheblichen Versorgungslücken führen.

 

Nur noch „lokale Notfallzentren“

 

Die Unternehmensberater der Firma Boston Consulting, die den Sanierungsplan für die Städtischen Kliniken vorgeschlagen haben, sehen vor, dass die Schwabinger und Harlachinger Krankenhäuser nur noch über „lokale Notfallzentren“ verfügen sollen.

In denen können die Mediziner zwar schon operieren und es werden auch weiterhin Intensivstationen mit Betten vorhanden sein – die schwierigeren Fälle müssten aber sofort weiter ins Klinikum nach Bogenhausen.

Der Leiter der Städtischen Kliniken versichert, dass eine Notfallversorgung auch in den kleineren Kliniken damit in vollen Umfang gewährleistet sei.

„Eine adäquate Versorgung ist damit nicht sichergestellt“, kontern  sowohl das Gesundheitsreferat als auch der Hausärzteverband.

 

„Mitversorgung“ könnte zu wenig sein

Fachärzte aus Bogenhausen und Neuperlach sollen Schichten in Schwabing und Harlaching übernehmen, um vor allem in den hochspezialisierten Bereichen Neurologie und Chirurgie die nötige Versorgung für die Patienten bereit zu stellen.

In der Stellungnahme des Gesundheitsreferates spricht man deswegen gar von „Notfallmedizin zweiter Klasse“, die zur Folge haben könnte, das die Menschen das Vertrauen in die medizinische Versorgung im Notfall verlieren und sogar Krankentransporte die geschrumpften Kliniken in Schwabing und Harlaching meiden könnten.

In dieser und in der kommenden Woche soll der Stadrat über die Beschlussvorlage von Boston Consulting beraten. In dem Papier tauchen die Einwände des Gesundheitsreferates jedoch überraschenderweise gar nicht auf.

adc / kliniken

Notaufnahme in München , © Symbolbild

München: Harte Zeiten für Klinik-Mitarbeiter

Die Sanierung der angeschlagenen Münchner Kliniken wird sich erheblich auf die Bedingungen im Job von Klinikmitarbeitern auswirken: Weniger Geld, weniger Urlaubstage, dafür aber längere Arbeitszeiten dürfen die Mitarbeitern in den Krankenhäusern erwarten.

 

5000 Euro weniger im Jahr für alle

 

Der Rotstift wird vor allem bei der Vergütung der Arbeitnehmer angesetzt.

Im Schnitt sollen die Mitarbeiter der städtischen Kliniken auf über 5000 Euro Lohn pro Jahr verzichten.

Der zugehörige Stadtratsbeschluss soll wohl Anfang Juni kommen – dann werden sich die Chefs der Kliniken mit den Gewerkschaften an einen Tisch setzen.

Diskussionen scheinen da dann unvermeidlich, aber auch sinnlos. Ohne die Lohn- und Urlaubskürzungen, sowie den Abbau von mehr als 1500 Stellen wäre den Krankenhäusern bis spätestens Frühling 2015 eine Insolvenz bevor gestanden.

 

Verzweifelte Situation erfordern…

 

…verzweifelte Arbeitnehmer.

Dass die Kürzungen den Arbeitnehmer treffen liegt an einem Gutachten des Büro Boston Consulting, laut dem die Münchner Kliniken rund 85 Millionen Euro mehr für ihre Mitarbeiter ausgeben als ähnliche Unternehmen aus der gleichen Branche.

Kliniken, Stadtrat und Stadtkämmerei sind sich deswegen einig:

Die Personalkosten müssen sinken.

Die Verzweiflung soll bei den Arbeitnehmern aber auch nicht ins Unendliche wachsen, weswegen sich die Verantwortlichen entschieden haben, 1000 von den 1500 abzubauenden Stellen durch „natürliche Fluktuation“, also freiwillig oder aus Altersgründen zu bewerkstelligen.

 

Teuer – aber kein Spaß

 

Rund 740 Millionen Euro wird die Sanierung der Städtischen Kliniken kosten.

Davon  kommen rund 442 Millionen von der Stadtkämmerei, den größten Teil der restlichen 298 Millionen darf der Freistaat Bayern zuschießen.

 

Heuschnupfen ist häufigste Allergie

Laut einer Umfrage des Magazins „Apotheken Umschau“ ist Heuschnupfen die häufigste Allergie.

 

Alles fängt zu Blühen an: Gräser, Bäume und Sträucher. Doch für viele Deutsche beginnt mit dem Frühling auch die Zeit des Augentränens, Nasejuckens und Niesens. Heuschnupfen ist die häufigste Allergie der Deutschen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Magazins „Apotheken Umschau“, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Demnach leidet rund jeder Siebte in Deutschland (13,6 Prozent) unter einer Allergie. Fast zwei Drittel von ihnen (62,6 Prozent) reagieren nach eigenen Angaben auf Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern oder Gräsern.
Andere Allergien sind deutlich seltener: Hausstaub/Milben (23,3 Prozent) und Tierhaare (21,6 Prozent) nennen etwa jeder vierte oder fünfte der befragten Allergiker als Auslöser der Symptome. 17,6 Prozent haben eine Nahrungsmittel-Allergie und reagieren auf bestimmte Gemüse- und Obstsorten, Milchprodukte, Nüsse oder Eiweißstoffe.

In der Liste der Substanzen, die überempfindliche Reaktionen auslösen, folgen Medikamente wie Schmerzmittel oder Penizillin (12,3 Prozent), Parfüms und Kosmetika (9,2 Prozent), Metalle (7,4 Prozent) und Insektengifte zum Beispiel von Bienen, Wespen oder Spinnen (7,1 Prozent). Empfindlich auf Chemikalien reagieren 6,0 Prozent, fast ebenso viele wie auf Sonne oder UV-Licht (5,8 Prozent).

Die Umfrage führte die GfK Marktforschung Nürnberg bei 1943 Frauen und Männern ab 14 Jahren durch. Darunter waren 269 Teilnehmer, die nach eigenen Angaben unter einer Allergie leiden.

 

rr/dpa

 

München: Bayern spenden kaum Organe

Gerade einmal 118 Menschen aus dem Freistaat waren im Jahr 2013 bereit, Organe zu spenden.

Bundesweit waren 876 Menschen bereit, Organspender zu werden.

In beiden Fällen ein dramatischer Einbruch bei den Spenderzahlen.

Der Grund dürfte der Skandal um die Manipulation beim Vergabeverfahren von Spenderorganen sein, so ist sich diee Deutsche Stiftung Organtransplantation sicher.

Allein in München waren im Jahr 2012 drei Fälle von Betrug beim Spenderorganen bekannt geworden.

Dass sich das nun auf die Zahl derer, die Organe spenden, auswirkt, ist ein lebensbedrohliches Problem.

Aktuell warten in Deutschland rund 11000 Menschen auf ein Spender – Organ, das ihr Leben retten könnte.

adc / dpa

Untersuchung mit Ärztin, © Symbolfoto

Fortschritt im Kampf gegen Diabetes: Hormon-Doppelpack

Ein Team des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München hat möglichweise eine relevante Entdeckung in der Behandlung von Diabetes entdeckt.

Mit einer Kombination von zwei körpereigenen Hormonen könnten sich einige Diabetiker effektiver behandeln lassen.

 

Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Matthias Tschöp, Leiter des Instituts. Das entwickelte Peptid habe eine verstärkte Insulinausschüttung zur Folge, der Blutzuckerspiegel werde gesenkt, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin «Science Translational Medicine». Ein möglicher Zusatzeffekt sei, dass der Wirkstoff für ein größeres Sättigungsgefühl sorge und zum Abnehmen beitrage.

An Mäusen, Ratten und Affen sei das Peptid bereits erfolgreich getestet worden, nun hab eine erste kleine Studie mit 53 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 gute Ergebnisse erbracht.

 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht die Ergebnisse als interessanten neuen Ansatz. Es seien aber weitere Studien nötig, sagte DDG-Sprecher Andreas Fritsche.

 

 

jn / dpa

Neue Labors für Tierversuche in München geplant

Eigentlich sind sich Forscher, Tierschützer, Politiker und Industrie einig: Tierversuche sollten auf ein Minimum reduziert werden. Dennoch: Die Zahl der Versuchstiere nimmt weiter zu, in München werden sogar zwei Labors neu gebaut. Zehntausende Tiere sollen hier für Versuche herhalten.
An der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entsteht ein neues, lehrstuhlübergreifendes BioMedical Center für Grundlagenforschung. Bis zu 9000 Käfige für gut 50 000 Mäuse und andere Nager sowie bis zu 1700 Käfige für Krallenfrösche sind vorgesehen.
Am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM) soll ab 2014, finanziert von Bund und Ländern, ein Forschungszentrum für Translationale Onkologie gebaut werden. Forschungsergebnisse sollen dort auf kurzem Weg rasch in die Patientenversorgung umgesetzt werden. Auf 700 Quadratmetern werden dann, so der Plan, bis zu 36 000 Mäuse und 800 Ratten leben, darunter genveränderte Tiere.

mt / dpa