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Brüssel/Berlin/München: Telefonica kann auf Freigabe für E-plus-Übernahme hoffen

Trotz des Widerstands mehrerer nationaler Kartellbehörden könnte die EU-Kommission den Zusammenschluss der Mobilfunker Telefónica Deutschland (O2) und E-plus laut Medienberichten in den nächsten Tagen durchwinken.

 

Wie die «Bild»-Zeitung am Montag berichtet, will EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia der milliardenschweren Übernahme noch in dieser Woche unter Auflagen zustimmen.

 

Das Büro von Almunia wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren. Offiziell läuft die Frist, bis zu der die obersten Kartellwächter Europas eine Entscheidung treffen müssen, bis 10. Juli.

 

Laut Medienberichten verlangt die EU-Kommission als Auflagen, dass das Unternehmen Netzkapazitäten abtritt und kleinere Konkurrenten im deutschen Markt wettbewerbsfähiger gemacht werden.

 

Strengere Vorgaben für den Zusammenschluss?

 

Allerdings fordern nicht nur deutsche Wettbewerbshüter strengere Vorgaben für den Zusammenschluss. So stimmten beim jüngsten Treffen von zwölf europäischen Kartellbehörden laut «Financial Times» (FT) nur zwei Teilnehmer für eine Genehmigung zu den bislang noch nicht veröffentlichten Auflagen. Deutschland und vier weitere Länder sprachen sich demnach gegen die Brüsseler Vorschläge aus, fünf weitere Mitgliedsstaaten enthielten sich.

 

Das Bundeskartellamt hatte beantragt, den Fall nach deutschem Wettbewerbsrecht zu entscheiden, was die EU-Kommission aber abgelehnt hatte. Brüssel hat nun die alleinige Kompetenz bei der Fusionsentscheidung; das Votum der nationalen Kartellbehörden ist nicht bindend.

 

Markt der Anbieter schrumpft weiter

 

Telefónica Deutschland (München) mit der Marke O2 will E-Plus von dem niederländischen KPN-Konzern für mehr als acht Milliarden Euro kaufen. Die Zahl der Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland würde damit von vier auf drei schrumpfen, was den Wettbewerb schwächen würde. Als Konkurrenz blieben nur die Deutsche Telekom und Vodafone.

 

RG / dpa

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand, © 31-Jähriger stürzt durch sein Smartphone abgelenkt ins Bahngleis

Cyberkriminelle stehlen sensible Daten von zwei Millionen Vodafone-Kunden

Die Debatte um Datensicherheit nimmt kein Ende: Heute gab das Mobilfunkunternehmen Vodafone bekannt, dass es einem Cyberkriminellen gelungen ist, die Stammdaten von zwei Millionen Kunden zu stehlen. Zu den Daten, die in die Hände des Angreifers gefallen sind, gehören der Name des Kunden, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer. «Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt», erklärte Vodafone.

 

Was der Hacker nun mit den Daten anfängt, weiß man nicht. Einige wichtige Daten sind ihm jedoch verborgen geblieben – darunter Kreditkarten-Daten, Passwörter, PIN-Nummern, Mobiltelefonnummern oder Verbindungsdaten. «Vodafone bedauert den Vorfall sehr und bittet alle Betroffenen um Entschuldigung», erklärt Vodafone. Die betroffenen Kunden werden nun mit einem Brief über den Vorfall informiert.

Wer genau den Angriff ausgeführt hat, ist noch nicht sicher – es gebe aber einen Tatverdächtigen, sagte ein Vodafone-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Bei ihm sei auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen worden.

 

mt / dpa