Tag Archiv: Mollath

Mollath verklagt Bayern auf rund zwei Millionen Euro Entschädigung

München – Justizopfer Gustl Mollath fordert mehr als zwei Millionen Euro Schadenersatz vom Freistaat Bayern wegen einer rund siebenjährigen Zwangsunterbringung in der Psychiatrie. Eine Schadenersatzklage solle Anfang kommender Woche beim Münchner Landgericht I eingereicht werden, erklärte Mollaths Anwalt Hildebrecht Braun am Donnerstag in München.

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Urteil im Mollath-Prozess: Freispruch für Gewalttäter

Der ehemalige Psychiatrie-Patient Gustl Mollath ist am Donnerstag freigesprochen worden. Das Landgericht Regensburg hält ihn dennoch für schuldig, seine Ex-Frau misshandelt zu haben. Mollath konnte aber in seinem Wiederaufnahmeverfahren nicht schlechter gestellt werden als in seinem ersten Prozess, bei dem er wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen wurde. Mollath kann daher den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Weiterlesen

Autohändler über Mollath: Er wollte Helfern seiner Frau schaden

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath hat ein Autohändler von unmissverständlichen Rache-Äußerungen des Nürnbergers berichtet. Gustl Mollath habe ihm bei einem Besuch 2005 gesagt, dass er allen Menschen schaden werde, die seiner Ex-Frau und ihrem neuen Freund geholfen hätten, sagte der 59-jährige Zeuge am Mittwoch vor dem Landgericht Regensburg. Weiterlesen

Eklat im Fall Mollath: Unterstützer wird abgeführt

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath ist ein Unterstützer des Nürnbergers am Freitag aus dem Gerichtssaal geführt worden.

 

Der Mann hatte ein T-Shirt mit dem Konterfei von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und der Aufschrift „Stasi 2.0“ getragen. Da er auf die Aufforderung der Vorsitzenden Richterin, eine Jacke über das T-Shirt zu ziehen, nicht reagierte, wurde er von drei Justizangestellten aus dem Saal geführt.

 

Der aus der Zwangspsychiatrie entlassene Mollath muss sich unter anderem wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte 2006 entschieden, dass er seine Ehefrau misshandelt hatte. Weil die Gutachter dem Nürnberger Wahnvorstellungen attestierten, sprach das Gericht Mollath wegen Schuldunfähigkeit frei und wies ihn in die Psychiatrie ein.

dpa/make

Fall Mollath: Zeuge berichtet von Komplott

Wie kam es dazu, dass Gustl Mollath in der Psychiatrie landete? Das Landgericht Regensburg befragt dazu eine Psychiaterin, die vor mehr als zehn Jahren eine Stellungnahme abgegeben hatte. Zuvor machte ein Zeuge eine brisante Aussage zugunsten des Angeklagten.

 

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen Gustl Mollath hat ein ehemaliger Freund des Ehepaares über ein mutmaßliches Komplott der Ex-Frau des Angeklagten berichtet. Der Zahnarzt aus Bad Pyrmont (Niedersachsen) schilderte am Donnerstag vor dem Landgericht Regensburg ein Telefonat mit der Ex-Frau. Darin habe sie im Mai 2002 gesagt: «Wenn Gustl mich oder meine Bank anzeigt, mache ich ihn fertig. Der ist doch irre. Ich lasse ihn auf seinen Geisteszustand überprüfen. Dann hänge ich ihm etwas an.» Von Schlägen ihres Ehemannes, Bissen oder blauen Flecken habe sie nichts berichtet, sagte der 66 Jahre alte Zeuge.

 
Der aus der Zwangspsychiatrie entlassene Mollath muss sich unter anderem wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte 2006 entschieden, dass er seine Ehefrau misshandelt hatte. Weil die Gutachter dem Nürnberger Wahnvorstellungen attestierten, sprach das Gericht Mollath wegen Schuldunfähigkeit frei und wies ihn in die Psychiatrie ein.

Erst acht Jahre nach dem Telefonat mit Mollaths Ex-Frau habe er von der Unterbringung seines ehemaligen Freundes in der Psychiatrie erfahren, sagte der Zahnarzt. «Da habe ich den Eindruck gewonnen, in was für eine Hölle er geraten ist.» Auf die Frage des Gerichts, wieso er sich damals nicht sofort mit Mollath in Verbindung gesetzt habe, räumte er ein: «Jeder normale Mensch hätte das getan. (…) Ich hätte anrufen müssen. Diesen Vorwurf muss ich mir machen lassen.»

 

Der Zeuge erzählte von seinem ersten Treffen mit dem Ehepaar Mollath 1985 bei einem privaten Autorennen in Italien: «Es herrschte eine große Harmonie zwischen den beiden.» Das Ehepaar sei zu den Rennen mit einem kleinen Bus gefahren, der als Wohnmobil und Werkstatt benutzt wurde. Später seien die Mollaths sogar gemeinsam Rennen gefahren.

Der Zahnarzt wusste nach eigenen Angaben auch von der beruflichen Tätigkeit der Ehefrau: «Gustl erzählte mir, dass er mit den Geldgeschäften nicht einverstanden war. Darüber entstand dann eine gewisse Disharmonie.»

 

Am Donnerstag sollte auch noch eine Psychiaterin aus dem Bezirkskrankenhaus Erlangen befragt werden. Sie hatte vor mehr als zehn Jahren eine erste psychiatrische Stellungnahme über Mollath abgegeben. Dabei soll sie nicht mit dem heute 57-Jährigen gesprochen, sondern sich lediglich auf Angaben der Ehefrau gestützt haben.

 

 

jn / dpa

Gustl Mollath bei münchen.tv: „Man wird in die Hölle geschickt.“

Rund einen Monat nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie gab Gustl Mollath am Dienstag in München sein erst zweites Fernsehinterview. Auf münchen.tv bekräftigte er gegenüber dem Chefredakteur Jörg van Hooven in der Sendung „Menschen in München“ seine Vorwürfe in Bezug auf die Unterbringung. In der geschlossenen Abteilung der Anstalt seien folterähnliche Maßnahmen ergriffen worden. Mollath: „Man hat einen vordergründigen Freispruch und man wird in die Hölle geschickt. Das hat niemand verdient.“

 

Auch seine Kritik an Justizministerin Beate Merk bringt Gustl Mollath in dem Gespräch offen zum Ausdruck: „Sie weiß ganz genau, dass das, was sie sagt, und vorher gesagt hat über mich, nicht stimmt.“

 

In der 45-minütigen Talksendung streitet Mollath außerdem vehement jede Gewalt gegenüber seiner Frau ab und rollt die Geschehnisse der vergangenen sieben Jahre noch einmal aus seiner Sicht auf.

 

 

Verfassungsbeschwerde von Gustl Mollath zu seinem Psychiatrieaufenthalt ist erfolgreich

Nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts saß Gustl Mollath in den vergangenen zwei Jahren verfassungswidrig in der Psychiatrie. Das höchste deutsche Gericht gab am Donnerstag einer Beschwerde des 56-Jährigen statt. Die Karlsruher Richter werfen ihren Kollegen in Bayern vor, ihre Entscheidungen nicht gut genug begründet, sondern sich mit knappen, allgemeinen Aussagen begnügt zu haben. Zehn Tage vor der Landtagswahl nutzt die Opposition diese Steilvorlage zu einem erneuten Angriff auf Justizministerin Beate Merk.

 

mt

SPD und Grüne fordern Ermittlungen gegen Richter im Fall Mollath

SPD und Grüne fordern Ermittlungen gegen den Richter, der Mollath 2006 in die Psychiatrie eingewiesen hatte. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat diese Forderung jedoch scharf zurückgewiesen. SPD und Grüne werfen dem inzwischen pensionierten Richter vor, er sei befangen gewesen und habe im Untersuchungsausschuss des Landtags gelogen. Grünen-Fraktionschef Martin Runge wirft der Staatsanwaltschaft vor, auch jetzt noch Unwahrheiten zu verbreiten.

Psychiatrische Gutachten über Gustl Mollath sind öffentlich im Internet einsehbar

Der Anwalt von Gustl Mollath hat sämtliche psychiatrische Gutachten über seinen Mandanten im Internet veröffentlicht. Bis vor kurzem war der 57-Jährige noch gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehalten worden – sieben Jahre lang.

 

«Angesichts der neu einsetzenden Diskussion um die Rolle der Psychiatrie, (…), aber auch zur Aufhellung der Verantwortlichkeiten im Umgang mit Gustl Mollath erscheint uns ein Höchstmaß an Transparenz angebracht», erklärte der Rechtsanwalt Gerhard Strate sein Handeln. Der Nachrichtenagentur dpa gegenüber sagte er: «Ich gehe mal davon aus, dass das Konsequenzen haben wird».

 

Viele Fachleute zeigten großes Interesse an den von ihm veröffentlichten Dokumenten.

 

mt / dpa / lby

Reaktionen auf die Freilassung von Gustl Mollath

Es war die Nachricht des Tages, und sie hat eingeschlagen wie eine Bombe: Gustl Mollath kommt frei – nach sieben Jahren Psychiatrie. Nachdem das Landgericht Regensburg die Wiederaufnahme seines Verfahrens erst vor kurzem verweigert hatte, hatte mit der Freilassung so schnell eigentlich kaum jemand gerechnet. Umso größer ist die Freude.

 

Horst Seehofer begrüße die Entscheidung des Oberlandesgerichts in Nürnberg und sagte: „Am Ende könnte es zwei Gewinner geben: Das eine ist ein fairer Rechtsstaat, das andere ist die Person Gustl Mollath“. Zufrieden ist auch Bayerns Justizministerin Beate Merk: „Die Justiz hat nun Gelegenheit, in einem weiteren öffentlichen Verfahren zu klären, ob Herr Mollath zu Recht untergebracht ist oder nicht – und damit auch die Zweifel, die viele Menschen an dieser Entscheidung haben.“ Sehr zufrieden zeigte sich auch Mollath-Anwalt Gerhard Strate: „Damit ist in Bayern wieder der Rechtsstaat hergestellt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

 

Auch in den sozialen Netzwerken drücken viele ihre Freude über die Freilassung Mollaths aus. Sein offizieller Twitteraccout, der bislang von Unterstützern betrieben wurde, meldet heute:

 

 

 

Dazu beeindruckt der Betreiber des Accounts nochmal mit Zahlen: Insgesamt 2717 Tagen beziehungsweise 65218 Stunden war Gustl Mollath gegen seinen Willen in einer Psychiatrie, heißt es dort.

 

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude meldet sich ebenfalls über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort.

 

 

 

 

Aber auch Kritik am jahrelangen Hin und Her im Fall Mollath wird wieder laut – viele Internetnutzer äußern die Forderung, den Fall nun endlich ordnungsgemäß neu aufzuwickeln und die Missstände offenzulegen.

 

Gustl Mollath kommt frei

Seit sieben Jahren sitzt er in der Psychiatrie – jetzt kommt Gustl Mollath umgehend frei, denn das Strafverfahren gegen ihn wird wieder aufgenommen. Wie das Oberlandesgericht Nürnberg heute beschlossen hat, wird der 56-Jährige so schnell wie möglich aus der Unterbringung in der Bayreuther Psychiatrie entlassen.

 

Mollath befindet sich seit sieben Jahren gegen seinen Willen in dieser Einrichtung. Der Vorwurf: Er soll seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben – und daher gefährlich sein. Zu den Vorwürfen äußerte er sich auch in einem Untersuchungsausschuss.

 

Erst kürzlich hatte Mollath einen Rückschlag hinnehmen müssen, als das Landgericht Regensburg sich gegen die Wiederaufnahme des Verfahrens entschieden hatte. Das Nürnberger OLG ordnete nun aber eine neue Hauptverhandlung an und verwies das Verfahren an eine andere Kammer des Landgerichts Regensburg.

 

mt  / dpa

Rückschlag für Mollath: Das Regensburger Landgericht lehnt Wiederaufnahme seines Falles ab

Heute wurde bekannt, dass das Verfahren gegen Gustl Mollath nicht neu aufgerollt wird. Seit mittlerweile sieben Jahren sitzt er zwangsweise in einer psychiatrischen Anstalt. Das Landgericht Regensburg hat die beiden Wiederaufnahmeanträge als unzulässig verworfen.

 

«Es kann weder im Wiederaufnahmeantrag des Untergebrachten noch im Wiederaufnahmeantrag der Staatsanwaltschaft einen zulässigen Wiederaufnahmegrund erkennen und sieht daher keine Möglichkeit für eine Wiederaufnahme des Verfahrens“, erklärte ein Sprecher gegenüber der dpa. Mollaths Verteidiger Gerhard Strate und Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) kündigten draufhin an, dass sie eine Beschwerde einreichen würden.