Tag Archiv: Nationalsozialismus

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Erstes NSU-Urteil ist rechtskräftig

Das erste Urteil aus dem Münchner NSU-Prozess ist rechtskräftig: Carsten S., der im Juli 2018 als einer der Waffenbeschaffer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt wurde, hat seine Revision schon vor einigen Monaten zurückgezogen. Das Urteil habe schon im Januar Rechtskraft erlangt, sagte ein Sprecher des Oberlandesgerichts (OLG) am Dienstag. Als erstes hatte «Spiegel Online» darüber berichtet – und diesem Bericht zufolge hat S. seine Haftstrafe schon angetreten.

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Kunstsammler Cornelius Gurlitt gestorben

Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt ist tot.  Er starb am Dienstag am späten Vormittag im Alter von 81 Jahren, wie sein Sprecher Stephan Holzinger der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Gurlitt, der Sohn von Adolf Hitlers Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, war seit Monaten schwer krank. In seiner Münchner Wohnung war im Februar 2012 eine unschätzbare Sammlung gefunden und beschlagnahmt worden. Dazu zählten Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde.

 

Die Mitteilung der Anwälte von Cornelius Gurlitt im Wortlaut:

«Cornelius Gurlitt ist am heutigen Vormittag in seiner Schwabinger Wohnung im Beisein seines Arztes und seines Pflegers verstorben.

Nach schwerer Herzoperation und einem wochenlangen Aufenthalt in einer Klinik war es Wunsch des Verstorbenen, in seine Schwabinger Wohnung zurückzukehren. Dort wurde er in den letzten Wochen rund um die Uhr pflegerisch betreut und versorgt.

Mit dem Tod von Cornelius Gurlitt enden sowohl das Betreuungs-, als auch das Ermittlungsverfahren.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verstorbenen.»

Anfang April hatte Gurlitt der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern vertraglich zugesichert, seine Sammlung von Experten untersuchen zu lassen und unter Nazi-Raubkunstverdacht stehende Werke gegebenenfalls zurückzugeben. Daraufhin hob die Staatsanwaltschaft Augsburg die Beschlagnahme auf .

 

Der Fall Gurlitt wurde viel diskutiert. Der Kunstsammler hat auf seiner Homepage Stellung bezogen. Einiges, was über ihn berichtet wurde, sei nicht wahr, oder nur teilweise.

 

rr/dpa

München: Kunstfunde bleiben erstmal versteckt

Die Kunstwerke, die sich vormals im Besitz von Cornelius Gurlitt befunden hatten, bleiben erst einmal an dem „geheimen Ort im Raum München“, an dem sie in den letzten Wochen untergebracht waren.

Die Taskforce „Münchner Kunstfunde“ der Landesregierung hat die Kunst, bei der es sich wohl um Nazi – Raub – Kunst, vor kurzem offiziell Cornelius Gurlitt zurückgegeben.

Allerdings nicht, ohne vorher mit dem Kusthändlersohn, in dessen Wohnung in Schwabing die Bilder gefunden worden waren, einen Deal auszuhandeln:

Gurlitt ist zwar wieder der Eigentümer der Bilder, dennnoch hat er sich verpflichtet, die Kunstwerke da zu belassen, wo die Taskforce sie momentan aufbewahrt – zur weiteren Untersuchung.

Schon allein aus konservatorischen Gründen liegt es nahe, dass jede Art der Bewegung von Kunstgut eine Gefährdung darstellen würde und demzufolge nach Möglichkeit zu vermeiden wäre„, heißt es von der Taskforce.

Bis Ende des Jahres soll die Provenienzforschung, also die Recherche über die ursprünglichen Besitzer der Kunstgegenstände, abgeschlossen sein.

Dann soll Cornelius Gurlitt die Bilder, die sich nicht als Raubkunst erwiesen haben, zurückerhalten.

„Es ist Sache von Herrn Gurlitt und seinen Vertretern, was mit den Bildern geschehen soll, bei denen eine Rückgabe angeordnet wird“, sagte Justizminister Winfried Bausback von der CSU.

Zuvor hatte Gurlitt seine Sammlung von möglicher NS – Raubkunst in seiner Wohnung, nur kennt den Ort mittlerweile durch die Medien fast ein jeder, was problematisch werden könnte, da es sich bei den Bilder um immense Vermögenswerte handelt.

adc / dpa

Trauerbeflaggung: Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus

Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus werden am Montag, den 27. Januar, alle staatlichen Dienstgebäude in Bayern auf Halbmast beflaggt.
Auch den Gemeinden, Städten, Landkreisen und Bezirken sowie den sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts wird empfohlen, entsprechend zu verfahren.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Im Jahr 1996 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.

rr/Regierung Oberbayern

Schüler präsentieren Audioguide zu Kindheit im Nationalsozialismus

Wie haben wohl unsere Großeltern und Urgroßeltern ihre Kindheit im nationalsozialistischen Deutschland erlebt? Mit dieser Frage haben sich Schülerinnen und Schüler der Städtischen Berufsoberschule in der Ausbildungsrichtung Sozialwesen beschäftigt und Audioguides für das NS-Dokumentationszentrum erstellt.

 

Die Hörstücke setzen sich mit Münchner Lebensgeschichten in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander und beleuchten das Thema Kindheit und Jugend unter nationalsozialistischer Herrschaft aus unterschiedlichen Perspektiven. Die lebendigen Toncollagen erzählen von Alltag, Faszination, Ausgrenzung, Verfolgung und Widerstand.

 

Dafür haben die Jugendlichen mit Zeitzeugen über deren Erinnerungen gesprochen. Neben bekannten Münchnern wie Ernst Grube, Hugo Höllenreiner und Charlotte Knobloch befragten sie auch die Chanson- und Operettensängerin Ruth Megary und Paul Würges, Münchens ersten Rock‘n’Roller. Sie alle erzählten von ihren Erlebnissen während der NS-Zeit, auch davon, wie sie sich später mit dem Erlebten auseinandergesetzt haben.

 

Das Kooperationsprojekt wurde vom NS-Dokumentationszentrum München, der Stiftung Zuhören und dem Referat für Bildung und Sport mit Unterstützung des Bayerischen Rundfunks realisiert. Die Hörstücke sind ab dem 25. Juli im Internet kostenlos abrufbar.