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Ökowiesn 2016: Die grüne Seite des Münchner Volksfestes

München – Auf der Wiesn ist alles gigantisch. So ist auch der Verbrauch immens. Das gilt aber nicht nur für Hendl, Brezn und Bier. Auch Abfälle fallen in Tonnen an, der Stromverbrauch übersteigt die Millionengrenze und könnte eine Kleinstadt versorgen und beim Wasser fließen mehrere Millionen Liter.

 

Das Münchner Oktoberfest gilt auf der ganzen Welt als Vorbild für umweltschonend organisierte Großveranstaltungen.

 

Öko-Konzept

 

Seit 1991, als zum ersten Mal Regelungen zur Abfallreduzierung in die Betriebsvorschriften des Oktoberfests aufgenommen worden waren, hat sich viel getan. Die eingeführten Maßnahmen betreffen die Einführung eines Öko-Punktesystems bei der Bewertung der Gastronomen, Schausteller und Marktleute. Die Reduzierung des Wasserverbrauchs, Verwendung von Öko-Strom und das immer größer werdende Angebot der beliebten „Bio-Wiesn-Schmankerln“.

 

 

Abfall-Reduzierung und -Entsorgung

 

Seit über 15 Jahren bestehen die Regelungen zur Abfallvermeidung. Sie haben dazu beigetragen, dass die Menge des Abfalls auf der Wiesn ganz erheblich reduziert werden konnte.
Auf dem Oktoberfest ist seit 1991 ausschließlich Mehrweggeschirr und -besteck zugelassen.

Erfrischungsgetränke werden nur in Mehrwegflaschen gegen ein Mindestpfand von einem Euro abgegeben. Der Verkauf von Getränken in Dosen ist ebenfalls verboten. Bei der Anlieferung von Lebensmitteln und Bierkrügen werden wiederverwendbare Transportbehältnisse benutzt.

Alle Abfälle werden sortiert und die Wertstoffe in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter gebracht.
Hierfür stellt das Tourismusamt in Zusammenarbeit mit dem städtischen Abfallwirtschaftsbetrieb München jedes Jahr acht Presscontainer für Papier und Kartonagen, je zwei Sammelbehälter für brennbaren Abfall und Weißblech und je acht sogenannte „Iglus“ für Weiß- und Grünglas auf.

Die Wiesn-Zelte entsorgen ihr Altglas in eigenen Containern. Auch die anfallenden Küchen- und Speisereste werden getrennt und gesondert verwertet.

 

Stadtwerke sind gewappnet für das Oktoberfest , © Rechte Foto: Stadtwerke München

 

Öko-Energie und -Strom

 

Seit einigen Jahren können die Wiesn-Anbieter das Öko-Strom-Angebot der Stadtwerke München für ihr Fahrgeschäft, ein Festzelt oder ihre Bude beziehen.

Hier finden Sie alles über die diesjährigen Vorbereitungen der Stadtwerke München auf dem Oktoberfest.
Auch die Festleitung zeigt sich ökologisch: Seit dem Jahr 2000 werden alle öffentlichen Bereiche der Wiesn, die Wiesn-Straßen und die öffentlichen Toiletten mit Öko-Strom versorgt.
Der Strom wird ausschließlich in Wasserkraftwerken produziert. Aber auch die Sonnenenergie kommt zum Einsatz. Bei der Nutzung der Sonnenenergie wird mit Hilfe von Solarzellen die Sonnenwärme gespeichert und so genutzt. Das Thema „Umweltschutz auf dem Oktoberfest“ ist im Laufe der Jahre zur Selbstverständlichkeit geworden.

 

 

Öko-Punktesystem

 

1995 wurde das Bewertungssystem für die Zulassung der Bewerber um die Teilnahme auf der Wiesn um den wichtigen Punkt „ökologische Verträglichkeit“ erweitert.

Berücksichtigt werden bei der Bewertung unter anderem die Verwendung biologisch abbaubaren Hydraulik-Öls, der Verkauf von Produkten aus ökologischem Anbau oder Energiesparmaßnahmen sowie die Ausstattung der Beleuchtung in Bierzelten und an den Fahrgeschäften mit LED-Lichtern.

 

© Bayerische Bio-Produkte sollen ein eigenes Siegel bekommen.

 

Bio-Wiesn-Schmankerl

 

Ob deftig, süß oder salzig – für jeden Gaumen gibt’s ein Schmankerl auf der Wiesn.
Gerade in den letzten Jahren sind die Bio-Schmankerl auf der Wiesn jedoch immer mehr auf dem Vormarsch. Jährlich mehren sich die Standlbesitzer, die Leckereien in Öko- bzw. Bio-Qualität anbieten.

Dabei werden die dargebotenen Lebensmittel Kontrollen unterzogen. Für die Vegetarier und Veganer unter Ihnen gibt es auch einige Gaumenfreuden auf der Münchner Wiesn.

 

 

Wasser-Recycling

 

Bereits seit 1998 wird mit Hilfe eines Recycling-Projektes auf der Wiesn Wasser gespart. In fünf Zelten (Hofbräu, Winzerer-Fähndl, Hacker, Bräurosl und Löwenbräu) sowie der Hühnerbraterei Wienerwald wird das Nachspülwasser der Bierkrug-Spülmaschinen für die Zelt-Toiletten verwendet und nicht direkt in den Abwasserkanal geleitet.
Es werden somit jährlich über 7.000 Kubikmeter Wasser eingespart.

 

 

Während der Wiesn sendet münchen.tv täglich live von der Empore im Hofbräu-Festzelt. Alle Informationen zum Oktoberfest, zur Sendung sowie Lagepläne, aktuelle Nachrichten und mehr finden Sie auch auf münchen.tv/wiesn

Schluss mit dem Verpackungswahn - zumindest bei Hannah Sartin, © Schluss mit dem Verpackungswahn - zumindest bei Hannah Sartin

Finanzierung aus dem Netz: Ohne Verpackung durch München

Weil die umweltfreundlichste Verpackung diejenige ist, die man gar nicht erst kauft, soll nach Berlin, Kiel und Bonn auch in München ein verpackungsfreier Supermarkt eröffnen. Die immer spendablere Internetgemeinde soll das Projekt durch Crowdfunding finanzieren. Weiterlesen

Im Umland von München: Mehr Grüne Bürgermeister

Neufahrn, Pullach, Grafing – außerdem Utting und Schondorf am Ammersee.

Was in München missglückt ist, lief für Die Grünen rund um die Landeshauptstadt herum besser – in den oben genannten sechs Städten und Gemeinden regieren ab 2014 grüne Oberbürgermeister.

Für die CSU, die ländliche Gebiete aber zu großen Teil immer noch ihren Herrschaftsbereich nennen darf, ist das aber wenig erschreckend.

2000 Gemeinden in Bayern gibt es – die meisten davon sind unter schwarzer Führung und auch hinter SPD, den Freien Wählern bleiben Die Grünen zurück.

Ein leichtes Erstarken ist nach der Kommunalwahl ist aber für die Grünen spürbar: „Das gibt uns Rückenwind für die kommenden Wahlen“, sagte die Grünen-Landesvorsitzende Sigi Hagl am Montag in München mit Blick auf die Europawahl Ende Mai.

adc / dpa