Tag Archiv: Rassismus

Lichterkette von München bis Berlin

Licht gegen Hass: Die Geburtsstunde der Lichterkette

Eine Serie ausländerfeindlicher Ausschreitungen sorgt Anfang der 90er-Jahre für Schrecken in Deutschland. Vier Freunde lehnen sich auf und wollen mit einem stillen Protest in München ein Zeichen gegen Fremdenhass setzen. Sie mobilisieren 400 000 Menschen – die Geburtsstunde der Lichterkette. Weiterlesen

Die Zornedinger bilden eine Lichterkette gegen Fremdenfeindlichkeit, © Die Zornedinger bildeten eine Lichterkette gegen Fremdenfeindlichkeit.

Pfarrer von Zorneding mit Mord bedroht – Rassist verurteilt

Er kam um seinen Prozess nicht herum. Nachdem er zum ersten Termin nicht erschienen war, musste sich ein Rassist nun doch noch wegen Volksverhetzung und Bedrohung vor Gericht verantworten. Der Rentner soll dem dunkelhäutigen Pfarrer von Zorneding mit Mord gedroht haben.

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Justitia ist blind. Gerechtigkeit vor Gericht. , © Symbolbild

Anklage nach ausländerfeindlichem Überfall auf Döner-Imbiss erhoben

Ebersberg/München – Im September letztes Jahres sollen sieben Männer und eine Frau gemeinsam einen Döner-Imbiss überfallen haben, nachdem zwei von ihnen schon vorher fremdenfeindliche Sprüche geäußert hatte. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen sie erhoben. Weiterlesen

Pegida-Demonstration in einer Stadt, © Symbolbild

CSU-Stadtrat will Pegida-Versammlungsleiter Heinz Meyer überprüfen lassen

Nach dem Demonstrationszug der fremdenfeindlichen Vereinigung Pegida München, hat der CSU-Stadtrat Marian Offman einen Antrag an den Oberbürgermeister Dieter Reiter gestellt. Offman will Pegida-Versammlungsleiter Heinz Meyer überprüfen lassen, da die Veranstaltungen zunehmend außer Kontrolle geraten.

 

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© Screenshots des Inserats auf Immobilienscout24

„Ausländer unerwünscht“ – Immobilienscout reagiert auf Inserat aus München

In München hat ein bisher Unbekannter mit einem rassistischen und diskriminierenden Inserat bei Immobilienscout24 für Entsetzen gesorgt. Bei ihm sind scheinbar weder Hartz-IV-Empfänger, noch Rentner oder Ausländer erwünscht.

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Polizeipräsident Hubertus Andrä, © Foto: Polizeipräsidium München

Münchner Polizeipräsident warnt vor hetzerischen Online-Posts

Auf den sozialen Netzwerken im Internet nehmen derzeit die rassistischen, hetzerischen oder beleidigenden Kommentare stark zu. Der Münchner Polizeipräsident  Hubertus Andrä warnt jetzt, dass auch das Netz kein rechtsfreier Raum ist.

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© Rico Güttich / muenchen.tv

FC Bayern: Weltmeister Boateng erlebte als Kind rassistische Anfeindungen

Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng hat als Kind rassistische Anfeindungen erleben müssen. „Ich musste ab und zu Rassismus erfahren, ob in der Schule oder im Verein. Ich weiß selber, wie schwierig es ist, als Kind damit umzugehen, vor allem wenn man damit alleingelassen wird“, sagte der Profi des FC Bayern München am Mittwoch in Fürstenfeldbruck. Weiterlesen

Beate Zschäpe steht im Verhandlungssaal des NSU-Prozesses, © Beate Zschäpe im Oberlandesgericht

NSU-Prozess: Angeklagter André E. im Visier

Anwälte der NSU-Mordopfer wollen den ideologischen Hintergrund des «Nationalsozialistischen Untergrunds» aufdecken. Damit rückt der als Unterstützer angeklagte André E. ins Visier: Er soll mit Schriften das Konzept für die Mordserie mitentwickelt haben.

Es ist eine dunkle, von nordischen Mythen und rassistischem Hass durchzogene Gedankenwelt, von der der NSU-Mitangeklagte André E. und sein Zwillingsbruder Maik aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt schreiben. Es geht um einen „Racial Holy War“, einen „heiligen Rassenkrieg“. Anwälte der Nebenklage im Münchner NSU-Prozess wollen jetzt nachweisen, dass die Schriften der Brüder dazu beigetragen haben, das geistige Fundament für die Serie der zehn NSU-Morde zu legen.

Sie beantragten darum, zwei Untergrundzeitschriften als Beweismittel in den NSU-Prozess einzuführen, die den Titel „The Aryan Law And Order“ tragen – „Arisches Gesetz und arische Ordnung“. Die Blätter dienten als „Rundbrief“ einer Gruppe namens „Weiße Bruderschaft Erzgebirge“, die die Brüder E. um die Jahrtausendwende gründeten – wenige Monate vor dem ersten NSU-Mord in Nürnberg. Bundesanwalt Herbert Diemer hat bereits erklärt, dass er den Antrag der Nebenkläger unterstützt. E.s Verteidiger machen dagegen geltend, ihr Mandant habe in einem Interview zu Gewaltlosigkeit aufgerufen.

 

„Bruderschaft“ als Netzwerk

Die „Bruderschaft“ diente nach eigener Darstellung dem Zweck, die konkurrierenden, oft geheimbündlerischen Gruppen wie die „Hammerskins“ oder „Blood & Honour“ zu einem Netzwerk zusammenzubringen. Die Brüder E. verstehen sich selber als Skinheads. André E. brachte das auch im NSU-Prozess zum Ausdruck, als er an einem Verhandlungstag ein Sweatshirt mit dem Logo einer skandinavischen Skinhead-Band trug.

Dass der „Rundbrief“ einen englischen Titel trägt, ist kein Zufall. In den Heften wimmelt es von Anglizismen. Die Brüder E. streben keinen deutschen NS-Staat an, sondern eine „Hammerskin Nation“ nur für Weiße. „Bei uns ist Ra..enzugehörigkeit stets größer geschrieben als Staatsangehörigkeit“, schreiben sie. Der doppelte Buchstabe „s“ wie in „Rasse“ ist in ihrem Text nur mit Punkten angedeutet. Weiter heißt es: „Denn wir sind für ein weißes Europa, in einer weißen Welt, in der Grenzen, die willkürlich von Politikern gezogen wurden, nichts zu suchen haben.“

Viele der meist kurzen Texte berufen sich auf amerikanische Neonazis, unter ihnen William Pierce, Tom Metzger und Robert Mathews. Pierce ist der Gründer der rechtsextremen „National Alliance“. In einem Roman schildert er das Leben eines Mannes, der von der gewaltsamen Vernichtung der Juden und „fremdrassigen Menschen“ träumt. Metzger gründete eine Gruppe mit dem Namen „WAR“ („White Aryan Resistance“) und predigte den „führerlosen Widerstand“ kleiner autonomer Zellen.

 

„Neue Art des Kampfes“

Mathews wiederum formierte eine Terrorgruppe namens „The Order“. Die Brüder E. rühmen sie als „Elitekämpfer“ und schwärmen von einer „neuen Art des Kampfes“ mit „Sprengstoffanschlägen auf Synagogen, Morden an politischen Gegnern, Brandstiftungen in Räumen der Feinde, Überfällen auf Banken und Geldtransporte und Waffenhandel“.

Hinzu kommen Versatzstücke einer nordisch angehauchten Religion. Einer der Artikel beschäftigt sich mit „heidnischen Göttern“. Religiös verbrämt wird auch der politische Kampf. Auf der Rückseite eines der Hefte ist ein Wappen abgebildet, darunter der Schriftzug „RAHOWA“ – das Kürzel für den „Racial Holy War“.

Nach Überzeugung der Nebenkläger sind die Texte das Ergebnis von Treffen in Chemnitz, an denen auch das NSU-Trio teilgenommen haben soll. André E. soll mit den dreien bis zu ihrem Auffliegen im November 2011 engen Kontakt gehalten haben. Er soll es auch gewesen sein, der Beate Zschäpe zum Zwickauer Bahnhof fuhr, nachdem sie die Fluchtwohnung des Trios zerstört hatte und sich auf eine tagelange Irrfahrt durch Deutschland begab.

dpa/make

Blaulicht der Münchner Polizei, © In der Ludwigsvorstadt wurde ein Porsche vor einer Bäckerei geklaut

München – Neuhausen/Westend: Zwei Mal Rassismus-Attacke

Gleich zwei Mal hat es am Wochenende rassistisch motivierte Gewalttaten im Stadtgebiet München gegeben, zu denen die Polizei gerufen wurde.

 

„Ich muss jetzt jemanden schlagen“

Mit dieser Begründung hat ein 26 Jahre alter Landschaftsgärtner am Samstag in den frühen Morgenstunden an der U-Bahn-Haltestelle Heimeranplatz einen Streit mit mehreren anderen Männern mit dunkler Hautfarbe angezettelt.

Die hatten aber wenig Lust, sich mit dem betrunkenen Pöbler anzulegen und verließen die U-Bahn.

Der hatte sich sein Vorhaben („Ich muss jetzt jemanden schlagen“) aber scheinbar fest in den Kopf gesetzt und verfolgte die Gruppe.

Draußen vor dem U-Bahnhof fing der Mann dann an, die dunkelhäutigen Männer mit schwer rassistischen und diskriminierenden Beleidigungen anzugehen, und versuchte dann sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, und schlug mehrmals nach einem 23 Jahre alten Mann aus dem Kongo.

Nur war der Rassist betrunken und sein vermeintliches Opfer zu schnell für ihn. Deswegen konnte der 23-jährige Kongolese den Schlägen des Landschaftsgärtners ausweichen, während die anderen aus der Gruppe die Polizei riefen.

Kurz darauf schnappten die Polizisten den rassistischen Raufbold – jetzt gibt es für ihn eine Anzeige.

 

Frau schlägt Algerierin – Zeugen gesucht!

Ebenfalls am Samstag, gegen neun Uhr abends, spielte sich dann ein ähnliches – und ähnlich bizarres – Szenario in einer Tram in Richtung Moosach ab:

Eine Lehrerin aus Algerien war mit ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen, sowie mit ihrem Bruder und dessen Frau, die ihr Kind auch in einem Wagen dabei hatten, unterwegs.

Da eine Frau einen Zweierplatz für sich allein besetzte, fragte die Lehrerin sie, ob sie vielleicht den Platz haben könnte.

Die Frau drehte aber sofort vollkommen durch und beschimpfte die Algerierin mit wüsten, schwer diskriminierenden Beleidigungen.

Kurz vor der Haltestelle Stiglmaierplatz schlug die Frau dann der Lehrerin und Mutter mit der Faust auf das Auge.

Danach stieg die Täterin aus – jetzt bittet die Polizei um Mithilfe.

 

Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum am Stiglmaierplatz Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Einbruch stehen könnten?
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 44, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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