Tag Archiv: Rassisten

München – Neuhausen/Westend: Zwei Mal Rassismus-Attacke

Gleich zwei Mal hat es am Wochenende rassistisch motivierte Gewalttaten im Stadtgebiet München gegeben, zu denen die Polizei gerufen wurde.

 

„Ich muss jetzt jemanden schlagen“

Mit dieser Begründung hat ein 26 Jahre alter Landschaftsgärtner am Samstag in den frühen Morgenstunden an der U-Bahn-Haltestelle Heimeranplatz einen Streit mit mehreren anderen Männern mit dunkler Hautfarbe angezettelt.

Die hatten aber wenig Lust, sich mit dem betrunkenen Pöbler anzulegen und verließen die U-Bahn.

Der hatte sich sein Vorhaben („Ich muss jetzt jemanden schlagen“) aber scheinbar fest in den Kopf gesetzt und verfolgte die Gruppe.

Draußen vor dem U-Bahnhof fing der Mann dann an, die dunkelhäutigen Männer mit schwer rassistischen und diskriminierenden Beleidigungen anzugehen, und versuchte dann sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, und schlug mehrmals nach einem 23 Jahre alten Mann aus dem Kongo.

Nur war der Rassist betrunken und sein vermeintliches Opfer zu schnell für ihn. Deswegen konnte der 23-jährige Kongolese den Schlägen des Landschaftsgärtners ausweichen, während die anderen aus der Gruppe die Polizei riefen.

Kurz darauf schnappten die Polizisten den rassistischen Raufbold – jetzt gibt es für ihn eine Anzeige.

 

Frau schlägt Algerierin – Zeugen gesucht!

Ebenfalls am Samstag, gegen neun Uhr abends, spielte sich dann ein ähnliches – und ähnlich bizarres – Szenario in einer Tram in Richtung Moosach ab:

Eine Lehrerin aus Algerien war mit ihrer kleinen Tochter im Kinderwagen, sowie mit ihrem Bruder und dessen Frau, die ihr Kind auch in einem Wagen dabei hatten, unterwegs.

Da eine Frau einen Zweierplatz für sich allein besetzte, fragte die Lehrerin sie, ob sie vielleicht den Platz haben könnte.

Die Frau drehte aber sofort vollkommen durch und beschimpfte die Algerierin mit wüsten, schwer diskriminierenden Beleidigungen.

Kurz vor der Haltestelle Stiglmaierplatz schlug die Frau dann der Lehrerin und Mutter mit der Faust auf das Auge.

Danach stieg die Täterin aus – jetzt bittet die Polizei um Mithilfe.

 

Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum am Stiglmaierplatz Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Einbruch stehen könnten?
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 44, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

München Rathaus: Ude warnt vor Eltern-Demo

Die Initiative „Besorgte Eltern Bayern“ hatte eine Demonstration in München angemeldet, vor der der noch amtierende Oberbürgermeister Christian Ude aber jetzt warnt:

„Es handelt sich hier nicht nur um eine krude Vermischung von Themen, die nichts miteinander zu tun haben, sondern auch um einen perfiden Versuch von Rechtsextremen, in der Stadtgesellschaft Fuß zu fassen. Hinter den „besorgten Eltern“ steht ein Aktionsbündnis, an dem u.a. die rechtsextreme BIA beteiligt ist. Mich als Oberbürgermeister erfüllt es mit Sorge, dass Rechtsextreme hier eine Verbindung mit fundamentalistischen Christen eingehen und dass sie schamlos mit Begrifflichkeiten wie „besorgte Eltern“ und „Demo für alle“ hantieren.

Ich begrüße es daher, dass „München ist bunt“ zu einer Gegendemonstration aufruft und dabei von einem breiten Bündnis getragen wird.“

Tatsächlich schreiben die Veranstalter selbst, dass die Besorgten Eltern mit der Demo die Themen  „Gender-Ideologie, Pädophilie und Frühsexualisierung unserer Kinder an Kitas und Grundschulen“  (so die Veranstalter selbst), bekämpfen wollen.

Das sind typische Themen aus dem extremen rechten Flügel, wie auch die Grünen schon einen Tag zuvor bemerkt haben.

Mehr noch, sie prangern an, dass die Stadtratspost dafür sogar noch – wohl aus Unachtsamkeit – Flyer verschickt hat:

 

„Eine solche politische Einstellung wurde bisher von der Landeshauptstadt München klar und deutlich abgelehnt und zurückgewiesen. Es ist daher völlig unverständlich, warum der Aufruf zur „Demo für ALLE“ in der Stadtratspost zu finden war, d.h. an alle Stadträtinnen und Stadträte verschickt wurde.“

 

adc / ru